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Wertungssingen vor ungewisser Zukunft

Sängerbund "Heimatland" Wertungssingen vor ungewisser Zukunft

Probleme bei den Kinderchören und die Zukunft des zuletzt mangels Beteiligung ausgefallenen Kritik- und Wertungssingens sowie die Feier zum 90-jährigen Bestehen des Sängerbunds waren Themen bei dessen Jahreshauptversammlung.

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Der Frauenchor Piano Marbach sang beim Kritik- und Wertungssingen 2012 in Lohra unter anderem das sehr anspruchsvolle Lied „Der Wassermann“ von Robert Schumann. Das für den 5. April
geplante Kritik- und Wertungssingen musste mangels Masse ausfallen.

Quelle: Manfred Schubert

Niederwalgern. Eigentlich hatte am 5. April das Kritik- und Wertungssingen des Sängerbunds Heimatland stattfinden sollen. In den 21 Mitgliedsvereinen gibt es 26 Erwachsenenchöre, inklusive zweier Junger Chöre, sowie zwei Kinderchöre, rechnete Bundeschorleiter Jürgen Kunz vor. Nur acht Chöre, darunter vier von ihm selbst dirigierte, hatten sich angemeldet. Zu wenige, um die Veranstaltung durchzuführen. „Wir mussten absagen. Wie können wir die Zusammenarbeit im Sängerbund künftig fördern, welche Veranstaltung könnte das Wertungssingen ersetzen?“, fragte Kunz.

Unter anderem die stellvertretende Vorsitzende Anke Balzer plädierte dafür, das Kritik- und Wertungssingen nicht gleich ganz abzuschaffen, weil es einmal nicht geklappt habe. Einige der 50 Teilnehmer der Jahreshauptversammlung im Musik- und Kulturhaus suchten nach Erklärungen für das geringe Interesse und machten Verbesserungsvorschläge. So soll die Liedauswahl nicht allen gefallen haben, ein anderer meinte, ein reines Kritiksingen fände er gar nicht schlecht, ein weiterer wies darauf hin, dass die Veranstaltung im Nachbarkreis Gießen „Beratungssingen“ genannt werde. Bundeschorleiter Kunz erklärte, es sei jedem Chor freigestellt gewesen, ob er eine Bewertung oder Kritik wolle. Zur Auswahl standen vier Lieder, beim Kritiksingen sei sie ohnehin freigestellt. Der Vorstand wird sich weiter mit dem Thema befassen.

Jugendreferentin Annette Hof äußerte sich in ihrem Bericht besorgt darüber, dass von vier Kinderchören nur die in Niederweimar und Mornshausen aktiv sind, während die in Lohra und Kirchvers als ruhend gemeldet sind. Zumindest letzterer beabsichtige, in diesem Jahr wieder zu singen anzufangen. Vielleicht solle man über Zusammenschlüsse nachdenken, auf jeden Fall aber weiter Jugendarbeit betreiben, damit aus ruhenden wieder aktive Kinderchöre werden.

Der Sängerbund Heimatland besteht seit 90 Jahren. Das soll am 11. Oktober ab 19 Uhr im Bürgerhaus in Lollar gefeiert werden. Dem Sängerbund gehört auch der Gemischte Chor Lollar-Salzböden an, und das dortige Bürgerhaus stehe kostenfrei zur Verfügung, erläuterte die Sängerbund-Vorsitzende Sigrid Ganz die Entscheidung für diesen Ort. Alle Chöre, die zwei Lieder singen wollen, sollen dies bis 1. Juni melden. Einige Chöre, unter anderem die Männerchöre aus Marbach und Ockershausen, wollen sich zu einem Gemeinschaftschor zusammenschließen. Außerdem werde überlegt, einen großen gemeinsamen Frauen-, Männer- und gemischten Chor zu bilden und so einige Klassiker vorzutragen, sagte Jürgen Kunz. Im Anschluss wird Matthias Heuser zum Tanz aufspielen.

Auf große Chorauftritte bei der Landesgartenschau in Gießen wies Sigrid Ganz hin. 200 Chöre mit mehr als 8000 Sängern, viel mehr, als der Hessische Sängerbund erwartet hatte, hätten sich für die Auftritte am 28. und 29. Juni angemeldet, darunter mehrere vom Sängerbund Heimatland.

von Manfred Schubert

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