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Wer sich Zeit nimmt, wird viel entdecken

Krippenausstellung Wer sich Zeit nimmt, wird viel entdecken

Es ist die Liebe zum Detail, die Heinrich Evelbauers Krippen auszeichnet. Ihre Komplexität offenbart sich erst richtig auf den zweiten oder dritten Blick.

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Heinrich Evelbauer baut aus Spaß Krippen. Diese wird im Marburger Rathaus zu sehen sein.

Quelle: Götz Schaub

Wenkbach. Dass die Krippen, die Heinrich Evelbauer in seiner Hobbywerkstatt anfertigt, alle schön sind, sieht jeder auf den ersten Blick. Doch wer meint, dem Erbauer schnell mit einem „Sehr schön“ ein Kompliment zu machen, der muss sich sagen lassen, dass er doch noch gar nicht alles gesehen hat.

Die wahre Schönheit der Krippen des Wenkbachers liegt im Detail. Zum einen in den szenischen Details, zum anderen in den bearbeiteten und benutzten Materialien. Dass die Krippe überhaupt so wirken kann, wie sie zweifellos wirkt, liegt in der besonderen Kunst der Darstellung. Das i-Tüpfelchen ist der letzte Schliff, die Konstellation der Figuren zueinander.

„Die Figuren müssen Blickkontakt zueinander haben“, sagt Evelbauer. Er ist kein Fließband-Krippenbauer, er baut sie viel mehr für den privaten Gebrauch, für Familienmitglieder. Dabei sieht aber keine wie die andere aus. „Ich baue gerne nach Thema“, gibt er zu und hat keine Probleme damit, die bekannte Szene mit Maria und Josef und dem Kind in der Krippe mit Besuch der Heiligen drei Könige von Betlehem in die bayerische oder österreichische Berglandschaft zu verlegen. „Einmal für ein Thema entschieden, versuche ich es auch stringent einzuhalten“, sagt Evelbauer. Seine Alpen-Krippe mit großzügiger winterlicher Berglandschaft, die 2011 im Marburger Rathaus als Teil der Krippenausstellung zu sehen war, wird dieses Jahr durch eine Krippe ersetzt, die von der Landschaft schon eher nach Bethlehem passt.

Wie im Lukasevangelium beschrieben liegt die Krippe in einem Stall und so legt auch Evelbauer sehr viel Wert darauf, die Stallelemente deutlich herauszuarbeiten. „Jeder Krippenbauer hat seinen Stil“, sagt Evelbauer. Die Holzbalken in seinem Bethlehem-Stall sind alle handgeschnitzt, so dass man nun ihre Maserungen sehen kann. Das weiß wohl nur einer zu bewerten, der selbst mit Holz arbeitet. Der normale Betrachter nimmt es einfach als schönes Detail wahr, ohne nachzudenken, wie viel Arbeit das gekostet hat.

Wer sich die Zeit nimmt, und die Werke Evelbauers genauer betrachtet, wird aus verschiedenen Blickwinkeln immer neue Details entdecken. „Das macht besonders den Kindern Spaß“, weiß der Wenkbacher. Er freut sich nun darauf, bei der Ausstellung im Marburger Rathaus wieder dabei sein zu dürfen. „Die Atmosphäre dort ist sehr schön. Die Krippenausstellung im Erdgeschoss des Rathauses präsentieren wie gewohnt Horst Vigelahn aus Oberrosphe und sein Team sowie der Fachdienst Kultur. Die Ausstellung mit Krippen aus aller Welt ist ab 1. Advent täglich von 13 bis 19 Uhr geöffnet.

von Götz Schaub

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