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Wenig Hoffnung für den Kiebitz

NABU Wenig Hoffnung für den Kiebitz

Wolf, Biber und sogar der Vogel mit den Namen Bienenfresser haben sich im Kreisgebiet blicken lassen. Die Störche gehören in der Region fast schon wieder zum Alltag. Der heimische Kiebitz-Bestand scheint indes gefährdet.

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Früher brüteten hunderte von Kiebitzen im Landkreis. Inzwischen hat der Vogel aus der Familie der Regenpfeifer schlechte Karten. Diese Brutvogelart wird dem Nabu zufolge hierzulande wohl ob kurz oder lang von der Bildfläche verschwinden. Foto: Thorsten Krüger

Marburg. Erster und zweiter Mann tauschen die Plätze: Im Kreisverband Marburg Biedenkopf des Naturschutzbundes (Nabu) hat dessen Vorsitzender Erich Sänger (Angelburg) das Amt in jüngere Hände übergeben. Der Biologe Andreas Trepte, bisher Sängers Stellvertreter, steht seit der Jahreshauptversammlung an der Spitze des Verbandes. Sänger bleibt als zweiter Vorsitzender aktiv.

Gleiches gilt für die weiteren Vorstandsposten. So wird sich Manfred Schäfer (Schröck) weiter um die Finanzen kümmern, während Irmela Dörries (Dautphetal) für die Schriftführung zuständig ist. Zwei Beisitzer unterstützen die Vorstandsarbeit. Hier bleibt Helmut Hahn (Schweinsberg) im Amt während Joachim Backhaus (Lahntal) den ausscheidenden Hartmut Becker (Breidenbach) ablöst. Um die Jugendarbeit kümmert sich künftig Dana Schabe (Lahntal), ihre Vorgängerin Viola Wege (Gladenbach) stand nicht mehr zur Wahl.

In seinem naturkundlichen Jahresbericht hatte Trepte an die „Neubürger“ in der Tierwelt des Landkreises erinnert. So war an der alten Ohm für kurze Zeit ein Biber aufgetaucht und hatte unverwechselbare Spuren hinterlassen. Der Totfund eines Wolfes auf den Lahnbergen hatte bewiesen, dass das Kreisgebiet zumindest auch „Streifgebiet“ ist. Die farbenprächtigen Bienenfresser, eine von Süden vordringende Vogelart, hatten an zwei Stellen im Ostkreis gebrütet.

Sie ließen sich in diesem Jahr, wie die örtlichen Experten feststellen konnten, nicht wieder blicken. Mehr Durchsetzungskraft zeigen die Weißstörche, wie Nabu-Storchenbeauftragter Winfried Kräling sagte. 16 Brutpaare hatten im Kreisgebiet 45 Jungvögel erbrütet. Seit zehn Jahren sind die Weißstörche in den Landkreis zurückgekehrt. Rund um die Radenhäuser Lache besteht inzwischen regelrechter Wohnungsmangel, so dass die brutwilligen Störche bereits auf Hochspannungsmasten ausweichen. Ein gefährlicher Brutplatz, war man sich einig. Eingreifen jedoch - so lautet die Ansage aus der Unteren Naturschutzbehörde - solle man derzeit nicht, berichtete Stefan Wagner. Kritisch sieht es der Nabu, wenn während der Brutzeit Wartungsarbeiten an den Stromleitungen erfolgen. Nach Rücksprache mit dem Energieversorger sollen an Stellen, wo Wanderfalken brüten, die Arbeiten auf den Herbst verschoben werden.

Nicht viel Hoffnung gibt es indes für den Fortbestand des ehemals verbreiteten Kiebitzes im Landkreis. Andreas Trepte ist mit dem Kiebitzmonitoring befasst. Er stellte im Amöneburger Becken zwar 24 Brutpaare fest, die jedoch sehr wenige Jungvögel bis zum Ausfliegen großzogen.

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