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Versuchte Kindesentführung vor Gericht

Mädchen entkam aus dem Auto Versuchte Kindesentführung vor Gericht

Am Donnerstag startet um 9 Uhr vor dem Marburger Landgericht der Prozess gegen einen Mann aus dem westfälischen Hamm. Vor fünf Jahren soll er in Niederweimar versucht haben, ein Kind zu entführen.

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Am Tag der versuchten Entführung untersuchen Polizeibeamte in Niederweimar den Tatort.

Quelle: Tobias Hirsch

Niederweimar. Zudem ist der Mann angeklagt, Ende April dieses Jahres in einem Schwimmbad in Hamm ein Kind sexuell belästigt zu haben. Die Polizei hatte den 34-Jährigen im Mai in Lippstadt in Nordrhein-Westfalen verhaftet. Zum Verhängnis wurde dem Angeklagten ein anderer Vorfall: Anfang Mai hatte er in einem Schwimmbad in Witten im Ennepe-Ruhr-Kreis ein Mädchen angefasst. Der Bademeister rief die Polizei und die Beamten nahmen Fingerabdrücke des Mannes.

Diese Fingerabdrücke stimmen mit welchen überein, die im Zusammenhang mit der versuchten Entführung in Niederweimar gefunden worden waren. Zunächst hatte die Hammer Polizei unter Federführung der Dortmunder Staatsanwaltschaft in dem Wittener Fall ermittelt. Im Juli hatten sie die Akten aber dann nach Marburg weitergegeben.

An hellichtem Tag

Der Fall in Niederweimar hatte großes Aufsehen erregt, weil die versuchte Entführung des damals neunjährigen Kindes auf offener Straße und bei helllichtem Tag geschah. „Ich kann mich an keinen vergleichbaren Fall erinnern“, sagte Polizeisprecher Jürgen Schlick.

Der Täter hatte das Mädchen in einem Neubaugebiet in der Nähe des Spielplatzes „Am roten Weg“ angesprochen. Dann hatte er ihr Klebeband über den Mund geklebt und sie in ein ­Auto gezerrt. Als er selbst in das Auto einsteigen wollte, befreite­ sich das Opfer und rannte davon.

Das Mädchen riss sich das Klebeband von den Lippen und schrie  nach Hilfe. Das schreckte einige Eltern auf dem Spielplatz in der Nähe auf. Der Täter floh vom Tatort, und ein Motorradfahrer versuchte vergeblich, ihn zu verfolgen. Zeugen beschriebenen das Fluchtfahrzeug als älteren, silber- oder anthrazitfarbenen Kombi mit einem Kennzeichen, das nicht aus der Region­ stammt.

Gentest entlastet 53-jährigen Verdächtigen

Die Polizei richtete eine ­Arbeitsgruppe für den Fall ein – ohne Erfolg. Zwischenzeitlich wurde ein damals 53-jähriger Mann verhaftet. Dieser Mann wurde dann aber durch einen Gentest entlastet. Die Polizei ließ ihn schließlich wieder frei, nachdem ihn das neunjährige Opfer auf einem Bild nicht wiedererkannt hatte. Erst durch den Vorfall in dem Schwimmbad in Witten gelang den ­Ermittlern der Durchbruch bei der Fahndung.

Der Angeklagte hat seinen ersten Wohnsitz in Hamm, einen zweiten in Bettinghausen im Kreis Soest. Dort besitzt er ein einfaches Fachwerkhaus. Nach seiner Festnahme hatten die Ermittler dieses Haus untersucht. Nach Angaben der Polizei soll sich in dem Fachwerkhaus ein Raum befunden haben, der an die Grundzüge eines Verlieses erinnert.

Verdächtiger wollte Kinderkrankenpfleger werden

Nach Informationen des Westfälischen Anzeigers wurden aber in dem Haus keine Hinweise auf mögliche Straftaten ­gefunden. Auch der Porsche des Angeklagten wurde untersucht. Zudem ergaben Recherchen, dass auf den Beschuldigten im Jahre 2012 ein grauer Opel Omega zugelassen war.

Der 34-Jährige machte zum Zeitpunkt seiner Verhaftung ­eine Ausbildung zum Kinderkrankenpfleger in Lippstadt. Seit seiner Verhaftung sitzt der Mann in Untersuchungshaft.
Zwischen den Opfern scheint es keinerlei Berührungspunkte­ zu geben, weshalb die Polizei derzeit davon ausgeht, dass der Täter die jungen Mädchen zufällig auswählte.

von Dominic Heitz

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