Volltextsuche über das Angebot:

13 ° / 1 ° Regenschauer

Navigation:
USA interessieren sich für „Nutella-Truck“

USA interessieren sich für „Nutella-Truck“

Der dreiste Diebstahl ­eines Sattelzug-Aufliegers mit 20 Tonnen Schokolade zieht weite Kreise.
Foto: Salih Ucar / pixelio.de

Voriger Artikel
Bau gelingt trotz Regen und Sturm
Nächster Artikel
Feuerwehr sucht vergebens nach brennendem Auto

Niederweimar. Die schlechte Nachricht zuerst: Von der gestohlenen Lkw-Ladung Schokolade fehlt auch knapp eine Woche nach dem spektakulären Diebstahl jede Spur. „Truck und Anhänger sind nach wie vor weg“, sagte am Freitag Polizeisprecher Martin Ahlich.

Weiterhin sind die genaueren Tatumstände und -zusammenhänge unbekannt, festzustehen scheint nur so viel: Ein erster Sattelzug wurde am Niederweimarer Kieswerk gestohlen, dessen Auflieger in Kirchhain abgekoppelt, und an die Zugmaschine wurde im Neustädter Gewerbegebiet dann der Kühlanhänger mit der süßen Schokoladenlast angehängt. Danach verliert sich die Spur. Ein Husarenstück, das schnell auch auf internationales Interesse stieß.

Radiosender auf der Suche nach Informationen

Bereits am Wochenenanfang nahm der US-amerikanische Journalist Colin Dwyer vom Radionetzwerk „National Public Radio“ (NPR) die Fährte auf und verfasste einen ersten Beitrag über den Schokoladen-Klau. Und die Radiomacher beließen es nicht bei der einmaligen Meldung:

Am Donnerstagabend meldete sich NPR-Mann Connor Donovan telefonisch in der OP-Redaktion mit der Bitte, für eine Folge­berichterstattung ein Interview führen zu können – wenig später sagte Donovans Kollege Art Silverman: „Three, two, one: Wir sind auf Sendung.“ Der Beitrag sollte noch in der Nacht ausgestrahlt werden, doch auch die Journalisten aus Washington D.C. änderten ihr Programm, als die Meldungen über den Terroranschlag von Barcelona um die Welt gingen.

Launiges transatlantisches Zwiegespräch

„Wir haben die Nutella-Geschichte um einen Tag geschoben“, erklärte Donovan im Gespräch mit der OP. Die Story bietet den amerikanischen Radiohörerinnen und -hörern zwar wenig neue Erkenntnisse über den Verbleib des Diebesgutes, dafür aber ein launiges transatlantisches Zwiegespräch zweier Kollegen.

Dabei ging es um persönliche Frühstücksvorlieben, aber auch um die Erinnerung an das längste Nutella-Frühstück der Welt und die Frage, ob bei dem Truck-Klau ein Dummer-Jungen-Streich ausgeschlossen werden kann.
„Wir haben im Moment so viele ernsthafte Nachrichtenthemen“, sagte Connor Donovan über das Konzept von NPR, in die Nachrichtensendungen auch „leichte Kost“ einzustreuen.

Das Radionetzwerk ist eine Art Dach für unabhängige Sender in den gesamten Vereinigten Staaten – nicht über Rundfunk- und Fernsehgebühren ­finanziert, sondern über Werbung. „Am ehesten könnte man uns noch mit der ARD vergleichen sagte der US-Kollege: „Wir produzieren die Beiträge in ­Washington und stellen sie den Sendern im ganzen Land zur Verfügung.

Polizei-Aufruf an die NPR-Nutzer weitergeleitet

Sachdienliche Hinweise aus den USA kann die deutsche ­Polizei sicherlich nicht erwarten, doch vorsichtshalber gab auch Colin Dwyer den Aufruf der Polizei an die NPR-Nutzer weiter: „Anyone offered large quantities [of chocolate] via unconventional channels should report it to the police immediately.“ (Jeder, dem große Mengen Schokolade auf unkonventionellem Weg angeboten werden, sollte sofort die Polizei verständigen.) Man kann nie wissen...

von Carsten Beckmann

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr