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Regen sorgt für große Schäden

Peru-Projekt Chosica Regen sorgt für große Schäden

Zum ersten Mal sind in diesem Jahr gleich zwei Teams zum Helfen in Peru. Gunter und Ulla Hirt ­erlebten im März den ­großen Regen, der auch in ihrem Einsatzgebiet ­Schäden verursachte.

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Gunter und Ulla Hirt reisten im März zum vierten Mal nach Chosica, um die Hilfsarbeiten vor Ort mit zu übernehmen.

Quelle: Privatfoto

Niederwalgern. Im Januar 2016 gründete sich basierend auf das langjährige Hilfsprojekt der Gesamtschule Niederwalgern der Verein „Peru-Projekt Chosica“, in dem sich auch weiterhin Menschen engagieren, die aus dem aktiven Schuldienst ausgeschieden sind.

Einen breiten Raum der Vereinsarbeit nehmen Aufgaben direkt vor Ort ein. Ein Team, Gunter und Ulla Hirt, war schon im März dort, weil dann nach den peruanischen Sommerferien der Kindergarten und die ­Berufsausbildungen anfangen. Im August reisen dann Gudrun Werding und Christoph Rube nach Peru, die dort für die soziale Hilfe zuständig sind.

 
Bei der letzten Reise nach Peru erlebten die Hirts eine Naturkatastrophe, die große Schäden hinterließ. Privatfoto

Die Hirts waren jetzt bereits das vierte Mal in Chosica, und auf sie wartete eine Menge ­Arbeit: „Ein Großteil der Kinder des Kindergartens wird von deutschen Paten unterstützt, die jedes Jahr für die Kosten aufkommen. Dafür werden die Familien, die einen Paten beantragt haben, besucht, fotografiert und ihre Bedürftigkeit festgestellt“, erläutert Gunter Hirt.

Zu Beginn des Schuljahrs werden Schulutensilien an 170 Schulkinder verteilt. Dies wird von der Partnergemeinde Müllheim aus Baden-Württemberg bezahlt, aber vom Peru-Verein organisiert.

Nachdem eine junge Frau ihre Ausbildung zur Kosmetikerin erfolgreich abgeschlossen und sich mittlerweile eine stattliche Zahl von Kundinnen erarbeitet hat, konnten wieder zwei Mädchen im Ausbildungsgang Schneiderei unterstützt werden. Da im letzten Ausbildungsjahr die Materialkosten sehr hoch sind und die Schülerinnen nicht mehr von ihrer Familie finanziert werden konnten, bestand die Gefahr, dass die Ausbildung nicht abgeschlossen werden konnte.

Dies konnte mit entsprechendem Zuschuss verhindert werden. Auch einer vierten jungen Frau, die im letzten Ausbildungsjahr zur Krankenschwester ist, konnte der Verein die weitere Finanzierung garantieren. Auf diese Weise erhalten die jungen Frauen eine nachhaltige Hilfe, die ihnen eine solide Grundlage zum Lebensunterhalt zusichert. Wie jeden Monat wurden auch im März Pakete mit haltbaren Lebensmitteln („Canastas“) an Bedürftige verteilt – wer nicht schreiben kann, quittiert mit ­einem Fingerabdruck.

Hilfseinsatz im März bei den Schäden der Naturgewalt

Im März sorgten schwere Regenfälle in Peru für so große Schäden, dass darüber auch in Deutschen Medien berichtet wurde. „Chosica liegt in einem tiefen Tal, umgeben von hohen Bergen aus porösem Boden und gewaltigen Felsbrocken. Wenn wie in diesem Jahr die Regengüsse besonders stark sind, lösen sich breite Erdmassen und rutschen ins Tal. Dabei nehmen sie Hütten, Menschen, Brücken und Straßen mit“, sagt Hirt. Der Fluss Rimac, der durch Chosica fließt, hatte sein Volumen verfünffacht und für katastrophale Überschwemmungen gesorgt.

Die Verbindungsstraße nach Lima wurde immer wieder gesperrt, weil sie überschwemmt oder verschüttet war, die Versorgung der Millionenstadt mit Obst und Gemüse war lange unterbrochen. Im Stadtteil Quirio, in dem der Verein arbeitet, wurden verschiedene Häuser von den Wassermassen weggerissen, Autos und Busse waren umgestürzt und Versorgungsleitungen beschädigt. „In diesem Bezirk waren glücklicherweise keine Toten zu beklagen, in anderen Stadtteilen sehr wohl.“ Am meisten betroffen waren die Menschen allerdings von dem anschließenden Wasser- teilweise­ auch Stromausfall. Der Kindergarten und die Schulen mussten geschlossen werden. Um den Armen eine Grundversorgung zukommen zu lassen, musste Wasser in großen Behältern zur Küche gefahren werden, damit wenigstens ein einfaches Essen zubereitet werden konnte. Aufgrund einzelner Spontanspenden konnten die Köchinnen zumindest an einigen Tagen auch frisches Gemüse einkaufen, das mittlerweile fast unerschwinglich geworden ist.

Inzwischen ist das Ehepaar Hirt wieder sicher in Marburg gelandet, eine geplante Reise in den Norden Perus im Anschluss an den Arbeitseinsatz mussten sie jedoch ausfallen lassen.

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