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Radfahrer kommt mit dem Schreck davon

Greifvogel-Attacke Radfahrer kommt mit dem Schreck davon

War es ein Bussard oder ein Habicht? „Auf jeden Fall ein Greifvogel“, sagt Christian Zeman. Der 35-Jährige war am Dienstag auf der Kreisstraße 66 unterwegs, als er von hinten angeflogen wurde.

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Am Styropor-Rand von Christian Zemans Helm gibt es zwei Einkerbungen, die der Radfahrer auf die Greifvogel-Attacke zurückführt.

Quelle: Carina Becker-Werner

Allna. Ernsthaft verletzt hat sich der aus Marburg stammende Elektrotechniker dabei nicht. „Zum Glück hatte ich ja den Helm auf dem Kopf, sonst hätte das anders ausgehen können“, vermutet Zeman und zeigt seinen Kopfschutz. Im unteren Teil des Helms, an der Styroporschicht, gibt es zwei tiefe Einkerbungen, „da hat sich der Vogel reingekrallt“.

Einen kleinen Kratzer auf der Kopfhaut, dort, wo der Helm keinen Schutz bietet, trug der Radfahrer davon - mehr nicht. Trotzdem ist Zeman beunruhigt. Allabendlich legt er auf seinem Rad rund 120 Kilometer im Marburger Land und Hinterland zurück, die Strecke bei Allna will er dabei vorerst meiden. „Ich hab den Vogel nur noch aus der Entfernung sehen können. Nach dem Schlag war ich erst mal erschrocken“, berichtet er und rät auch anderen Radfahrern derzeit von der Kreisstraße 66 ab.

Der Vorfall bei Allna, den Christian Zeman schildert, war in diesem Jahr der erste, von dem die Gemeinde Weimar erfahren hat. „Wir werden die Straßenmeisterei bitten, wieder Warnschilder aufzustellen“, kündigte Bürgermeister Peter Eidam gegenüber der OP an. Diese Schilder wurden in den vergangenen Jahren zur Brutzeit schon häufiger aufgestellt. Denn Radfahrer und Jogger erlebten bei Allna, das zur Gemeinde Weimar gehört, und auch rund ums benachbarte Friebertshausen, dann schon Gladenbacher Stadtgebiet, immer wieder einmal Angriffe von einem Mäusebussard.

Auch auf der K66, wo Zeman sein Erlebnis hatte, kam dies schon öfter vor. „Das liegt an der Brutzeit“, sagt der heimische Ornithologe Professor Martin Kraft. Wenn Radfahrer oder Jogger dann in der Nähe eines Greifvogel-Horstes unterwegs seien, werteten die Vögel dies mitunter als Bedrohung. „Wenn Menschen so angeflogen werden, dann sind es in 90 Prozent der Fälle Mäusebussarde“, sagt Kraft und berichtet, dass Bussard und Habicht vorwiegend im Wald brüteten und ihre Jungtiere aufzögen, „aber vor allem Bussarde manchmal auch im Feldgehölz“.

Das passt zur Situation an der K66, die sich parallel zur Allna durchs Tal schlängelt. Dort gibt es viele Bäume - und Christian Zeman sah den Greifvogel in einem von ihnen verschwinden, nachdem das Tier von hin-ten gegen seinen Helm geflogen war. Eine Sache bleibt bei der ganzen Geschichte mysteriös, nämlich die Kratzspuren an Zemans Helm. „Die stammen von keinem Vogel - man müsste drei oder vier Krallen sehen, und auch die Abstände stimmen nicht“, befindet Ornithologe Kraft. Indes ist sich Christian Zeman sicher, dass die Einkerbungen erst bei dem Angriff durch den Greifvogel auf den Helm entstanden und vorher noch nicht vorhanden waren.

von Carina Becker-Werner

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