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Nächtliche Vorfahrt für Kröte und Molch

Amphibienwanderung Nächtliche Vorfahrt für Kröte und Molch

Für Kröten, Salamander und Frösche beginnt in diesen Tagen die gefährliche Reise von den Winterquartieren zu den Laichplätzen. Die Behörden mahnen zur Vorsicht auf den Straßen.

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Erste Konsequenzen aus der Ortsbegehung

Erdkröten benötigen bis zu 20 Minuten, um eine 15 Meter breite Straße zu überqueren. Die Straßensperrungen helfen den Bestand der Tiere im Kreis zu sichern.

Quelle: Landkreis

Argenstein. Voraussichtlich bis zum 23. April sind die Straße zwischen Marburg-Ronhausen und Weimar-Argenstein (ehemalige Kreisstraße 42) und die Kreisstraße 59 zwischen den Weimarer Ortsteilen Roth und Niederwalgern nachts gesperrt – immer von 19 Uhr abends bis um 6 Uhr am nächsten Morgen.

Wenn längere Zeit Temperaturen von mehr als fünf Grad herrschen, beginnen die Amphibien mit ihrer Laichwanderung. Molche, Feuersalamander, Gras- und Teichfrösche sowie Erdkröten überqueren die Straßen in großer Zahl.

Die Straßensperrungen dienten nicht nur dem Schutz der Tiere, sondern auch der Verkehrsteilnehmer, hebt der Landkreis in einer Pressemitteilung hervor. Wenn Kröten und Molche in großer Zahl überfahren werden, könnten die Straßen gefährlich rutschig werden. Um die hohe Zahl totgefahrener Amphibien zwischen Ronhausen und Argenstein zu verringern, haben die Gemeinde Weimar sowie die Naturschutzbehörden Marburgs und des Landkreises beschlossen, diese Straße mit zwei fest installierten Schranken zu sperren. Auf der Kreisstraße 59 zwischen Niederwalgern und Roth organisieren ehrenamtliche Mitglieder der Ortsgruppe Fronhausen des ­Naturschutzbunds (Nabu) und die Gemeinde Weimar die Sperrung mit mobilen Sperr­elementen.

Die Reise zu den Laichplätzen beginnt spätestens, wenn zu den milderen Temperaturen feuchtes, regnerisches Wetter hinzukommt. Bei einsetzender Dämmerung machen sich Erdkröte, Frösche und Molche auf den Weg, um sich an ihren Laichgewässern fortzupflanzen. Dabei benötige beispielsweise­ eine Erdkröte bis zu zwanzig Minuten, um eine 15 Meter breite Straße zu überqueren, informiert der Landkreis. „Wenn auf Schutzmaßnahmen wie die nächtliche Sperrung bestimmter Straßen verzichtet würde, wären die Amphibienvorkommen im Landkreis gefährdet“, sagt Monika Fett von der Naturschutzbehörde des Kreises. Alleine in Hessen würden jährlich rund eine Millionen Amphibien überfahre. Straßensperrungen lohnten sich. „Es hat sich gezeigt, dass solche im Grunde einfachen und auch kostengünstigen Schritte für den Natur- und ­Artenschutz sinnvoll und wirksam sind“, ergänzt Erster Kreisbeigeordnete Marian ­Zachow.

Bei der Fortpflanzung aufs Wasser angewiesen

Behörden und die Polizei appellieren an die Verkehrsteilnehmer, die Sperrungen zu beachten und damit auch die ehrenamtlich Tätigen vor Ort bei ihren Einsätzen zu unterstützen. Falls eine längere Kälteperiode die Amphibienwanderung unterbrechen sollte, ­heben die zuständigen Behörden die Straßensperrung für diesen Zeitraum auf, kündigte der Kreis an.

Der Grund für die Wanderlust vieler Amphibien-Arten liegt darin, dass die wechselwarmen Wirbeltiere, sobald sie ausgewachsen sind, zwar dauerhaft an Land leben könnten, aber bei der Fortpflanzung noch an das Wasser gebunden sind. Die Amphibien legen auf ihrem Wanderweg von den Winterquartieren zu den Laichgewässern zum Teil Entfernungen von mehreren Kilometern zurück.

 
Amphibienwanderung im Kreis
B 62 Ortsausgang Biedenkopf-Ludwigshütte – Wallau; B 62 zwischen Kirchhain und Bürgeln; B 253 zwischen Breidenstein und Breidenbach; B 253 zwischen Ludwigshütte und Eifa; B 255 zwischen Weidenhausen und Oberweidbach; B 453 bei Gladenbach; B 454 Ortsausgang Neustadt Richtung Wiera; L 3042 zwischen Niedereisenhausen und Gönnern; L 3048 zwischen Ebsdorf und Hachborn; L 3048 zwischen Heskem und Wittelsberg; L 3048 zwischen Kleinseelheim und Kirchhain, Höhe Radenhausen; L 3071 zwischen Hatzbach und Speckswinkel; L 3073 zwischen Kirchhain und Gemünden/Wohra Höhe der Heimbachteiche; L 3073 zwischen Kirchhain und Rauschenberg; L 3077 zwischen Bracht und Rosental; L 3089 zwischen Bortshausen und Ronhausen; L 3089 zwischen Ebsdorf und Bortshausen; L 3089 zwischen Leidenhofen und Winnen; L 3090 zwischen Oberasphe und Niederasphe; L 3092 Marburg Lahnberge; L 3125 zwischen Dreihausen und Roßberg; L 3125 zwischen Roßberg und Wermertshausen; L 3288 Ortsausgang Bottenhorn Richtung Frechenhausen; L 3289 zwischen Marburg-Lahnberge und Schröck; L 3290 zwischen Stadtallendorf und Niederklein; L 3387 zwischen Hermershausen und Nesselbrunn; L 3387 zwischen Niederweimar und Haddamshausen in Höhe der Allna-Teiche; K 1 zwischen Wetter-Mellnau und Simtshausen; K 9 zwischen Rauschenberg und Sindersfeld; K 11 zwischen Rauschenberg und Himmelsberg; K 15 Ortsausgang Momberg Richtung Wiera, Höhe Kläranlage; K 15 Momberg und Speckswinkel (Etzegeröder Hof); K 18 zwischen Neustadt und Willingshausen; K 19 L 3077/L 3087; K 20 Neustadt Richtung Arnshain; K 48 zwischen Kirchvers und Reimershausen, nördlich der Kreuzmühle; K 51 Ortsausgang Erdhausen Richtung Rodenhausen; K 59 zwischen Niederwalgern und Roth (Baggerseen); K 66 Ortsausgänge Fronhausen Richtung Friebertshausen / Sinkershausen; K 68 zwischen Ockershausen und Hermershausen; K 72 zwischen Elnhausen und Dilschhausen; K 73 zwischen Damshausen und Friedensdorf; K 78 zwischen Elnhausen und Dagobertshausen; K 84 zwischen Sterzhausen und Wetter; K 94 zwischen Niederklein und Rüdigheim; K 109 B 62 / Weifenbach; Straße zwischen Ronhausen und Argenstein; Dagobertshausen „Im Dorfe“; Straße bei Niederhörlen. Quelle: RP Gießen / Obere Naturschutzbehörde

von Carina Becker-Werner

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