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Mit Herz und großem Gemeinschaftssinn

Dorf-Wettbewerb Mit Herz und großem Gemeinschaftssinn

Zum Schluss half nur noch der Schnelldurchgang. Niederwalgern hatte seine zweistündige Präsentationszeit etwas überzogen. Kein Wunder: Im „Dorf mit Herz“ - so das Motto - gibt es unglaublich viel zu entdecken.

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Bunt und beeindruckend: Niederwalgern präsentierte sich der Bewertungskommission insektenfreundlich mit Wildblumenwiesen am Bürgerhaus.

Quelle: Thorsten Richter

Niederwalgern. „Niederwalgern, Niederwalgern!“ 13 Kinder skandieren am Dienstagmorgen den Namen ihres Dorf und hüpfen, jeder von ihnen einen Buchstaben des Ortsnamens über den Kopf gereckt, vorm Bürgerhaus auf und ab. „Das geht mir unter die Haut“, singt der „N-Joy“-Chor unter Leitung von Matthias Heuser. Sollte das dynamische Niederwalgern der neunköpfigen Bewertungs-Jury nicht schon bei diesem Auftakt unter die Haut gegangen sein, dann doch mit Sicherheit zum Ende der Dorfpräsentation im Natur- und Erlebnispark.

Zum Schluss half nur noch der Schnelldurchgang beim Wettbewerb "Unser Dorf hat ZUkunft" . Niederwalgern hatte seine zweistündige Präsentationszeit etwas überzogen. Kein Wunder: Im „Dorf mit Herz“ - so das Motto - gibt es unglaublich viel zu entdecken.

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Dort laufen den Besuchern von dem baumbestandenen, schattigen Gelände mit Märchenwald zehn Kindergartenkinder mit bunten Schmetterlingsflügeln auf dem Rücken, in zarten gelben Tüllröckchen und mit Blumenranken im Haar entgegen. Mit ihren Erzieherinnen führen die Kinder zur romantischen Musik des französischen Komponisten Yann Tiersen einen elfengleichen Tanz auf. Das ist der wohl ruhigste Moment der gesamten Rundreise - die Zuschauer lauschen und schauen wie gebannt.

Zuvor heißt es zwei Stunden lang: Tempo! Schließlich ist Niederwalgern nicht nur „Ein Dorf mit Herz“, wie es sich die Mitglieder des Präsentations-­Komitees auf ihre feuerroten T-Shirts haben drucken lassen. Niederwalgern ist auch ein Dorf mit vielen Sehenswürdigkeiten und Attraktionen. Vom Bürgerhaus geht‘s über die Alte Schule zur Kirche, von dort weiter zum Lern- und Experimentierfeld, wo ein Bus und ein Traktor gezogener Planwagen die gut 30 Rundreisenden aufsammeln, um sie raus an den Ortsrand zu chauffieren: Dort beeindrucken das Vogelschutzgebiet Martinsweiher mit großer Artenvielfalt und der Fun-Park mit Grillplatz und hügeliger Geländestrecke für Biker die Gäste.

Unterwegs erläutern fachkundige Bürger rund um den Ortsvorsteher Hans-Heinrich Heuser unermüdlich und detailreich die Geschichte des Orts und ­Besonderheiten. Schnell wird deutlich: Niederwalgern beweist an allen Ecken und Enden, welch enormen Gemeinschaftssinn mit den Initiativen „Heinzelmännchen“, „Bürger helfen­ Bürgern“ und vielen spendenbereiten Geschäftsleuten in ­diesem Dorf steckt. Beispielhaft mag dafür die Alte Schule, ein schmuckes Fachwerkgebäude, stehen: 136000 Euro waren einst für die Vollsanierung veranschlagt, 56000 Euro hat diese letztlich gekostet, weil viele angepackt haben.

Typisch Niederwalgern ist auch, dass Bewertungskommission und Gefolge an diesem Vormittag ausschließlich auf belebte Plätze stoßen. Überall sind die Bürger auf den Beinen, Kinder demonstrieren auf dem Experimentierfeld und im Fun-Park, wie gut diese Freizeitangebote ankommen.

Niederwalgern ist im Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ schon so etwas wie ein „alter Hase“. Es ist die nunmehr achte Teilnahme. „Das Dorf hat viele Anregungen aus den früheren Besuchen der Bewertungskommission umgesetzt“, freut sich Margot Schneider, Mitarbeiterin des Fachbereichs Ländlicher Raum beim Landkreis, die die Kommission leitet.

Das Ergebnis des Regionalentscheids wird Mitte Juli bekannt gegeben. Das Land Hessen prämiert das erstplatzierte Dorf mit 4000 Euro.

von Carina Becker-Werner

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