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Mann geht nach fast fünf Jahren ins Netz

Versuchte Entführung Mann geht nach fast fünf Jahren ins Netz

Fast fünf Jahre nach der versuchten Entführung ­eines Kindes vermeldeten die Ermittler am Freitag einen Fahndungserfolg.

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Dieses Bild stammt aus dem Jahr 2012 und zeigt Polizeibeamte in der Nähe des Tatorts in Niederweimar.

Quelle: Archivbild Tobias Hirsch

Marburg. Ein dringend tatverdächtiger 34-Jähriger aus Nordrhein-Westfalen (NRW) befindet sich seit Mittwoch in Untersuchungshaft. Das vermeldeten die Polizeidirektion Marburg-Biedenkopf und die Staatsanwaltschaft Marburg am Freitagvormittag.

Vier Jahre und acht Monate sind vergangen seit jenem Montagnachmittag, an dem ein damals unbekannter Mann in Niederweimar versuchte, ein neunjähriges Mädchen zu entführen. Er hinderte es durch einen Klebestreifen auf dem Mund daran, nach Hilfe zu rufen.

Der Vorfall am 1. Oktober 2012 machte vielen Eltern in Niederweimar und darüber hinaus Angst. Am helllichten Tag hatte  der Unbekannte die Neunjährige in der Nähe des Spielplatzes „Am roten Weg“ im Neubaugebiet angesprochen und sie mit Gewalt in sein Auto gezerrt. Das Mädchen wehrte sich jedoch und nutzte den Moment, als der Mann um das Auto herum zur Fahrertür lief, geistesgegenwärtig zur Flucht.

Auf dem Spielplatz befanden sich damals zahlreiche Eltern, die von den Hilferufen aufgeschreckt wurden – das Mädchen hatte sich das Klebeband von den Lippen gerissen. Ein Motorradfahrer nahm zwar sofort die Verfolgung auf, verlor das Fahrzeug jedoch dabei kurzzeitig aus den Augen. Der wenig später als vermutlicher Täter ermittelte Autofahrer fuhr zwar einen von Zeugen beschriebenen älteren Kombi (laut Polizei silber- oder anthrazitfarben mit ortsfremden Kennzeichen), hatte aber mit der Tat nach jetzigem Stand nichts zu tun. „Trotz der intensiven Maßnahmen verliefen die Ermittlungen der speziell eingerichteten Arbeitsgruppe damals ohne Erfolg“, berichten Polizei und Staatsanwaltschaft rückblickend. Zwischenzeitlich wurde damals ein 53-jähriger Mann verhaftet, der dann durch einen Gentest entlastet wurde und wieder freikam, nachdem ihn das neunjährige Opfer auf einem Bild nicht wiedererkannt hatte.  

Die Collage zeigt verschiedene Zeitungsausschnitte der OP-Berichterstattung von vor fünf Jahren.

Bei der aktuellen Festnahme liegt der Fall anders. Dem nunmehr dringend tatverdächtigen 34-Jährigen aus NRW wurde ein Vorfall Anfang Mai in einem Schwimmbad in Witten im Ennepe-Ruhr-Kreis zum Verhängnis. Innerhalb eines dort anhängigen Verfahrens wurde der 34-Jährige erkennungsdienstlich behandelt. Ein automatischer Abgleich durch das Hessische Landeskriminalamt ergab, dass die gesicherten Fingerabdrücke des Mannes mit Fingerabdrücken auf dem im Oktober 2012 benutzten und sichergestellten Klebeband in Niederweimar übereinstimmen.

„Von der Staatsanwaltschaft Marburg wurde für den 34-jährigen Tatverdächtigen unverzüglich ein Untersuchungshaftbefehl, ein Durchsuchungsbeschluss sowie ein Antrag zur Entnahme von Körperzellen bei dem zuständigen Amtsgericht in Marburg beantragt und auch erlassen“, heißt es in der Pressemitteilung vom Freitag.

Kripo nahm den Mann am Dienstag in Lippstadt fest

Marburger Kriminalpolizisten­ nahmen den Verdächtigen mit Unterstützung der ortsansässigen Polizei am Dienstag in Lippstadt vorläufig fest. Zudem erfolgten Wohnungsdurchsuchungen an mehreren Orten­ in Nordrhein-Westfalen sowie­ Durchsuchungen von zwei Fahrzeugen des Mannes. Recherchen ergaben zudem, dass auf den Beschuldigten im Jahre 2012 ein grauer Opel Omega zugelassen war.

Der mutmaßliche Täter ­wurde am Mittwoch dem  Amtsrichter in Marburg vorgeführt, der den bereits bestehenden Haftbefehl bestätigte. Der 34-Jährige sitzt seither in einer Justizvollzugsanstalt, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Die Ermittlungen, vor allem zu Aufenthaltsorten und Reisen des Festgenommenen, dauerten an.

von Carina Becker-Werner

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