Volltextsuche über das Angebot:

5 ° / 3 ° Regenschauer

Navigation:
Wortmalerei macht Thesen zu Porträt

„Handgeschriebener“ Martin Luther Wortmalerei macht Thesen zu Porträt

Der Kultur- und Förderverein Alte Kirche Niederweimar lädt den Kölner Künstler „Saxa“ mit seinem Werk „Der große Luther“ zur Vernissage am Freitag in der Kirche ein.

Voriger Artikel
Gemütliche Räume für offene Gespräche
Nächster Artikel
Traditionskirmes mit neuen Akzenten

Aus Luthers 95 Thesen hat Künstler Dr. Sascha Lehmann sein Porträtbild geschrieben. Er will zur Auseinandersetzung über deren Bedeutung heute anregen.

Quelle: Veranstalter

Niederweimar. „Wortmalerei“ nennt der Kölner Künstler Dr. Sascha Lehmann, der unter dem Pseudonym „Saxa“ arbeitetet, seine Kunst. Auf Leinwänden zeichnet er sich seine Bilder vor, schreibt sie dann mit Worten nieder. An den aufgemalten Linien wechselt er die Stärke der Pinsel, mit denen er die Tusche aufträgt. Durch die Kontraste entsteht von weitem betrachtet eine Abbildung in Schwarz-Weiß, die sich aus unzähligen Buchstaben zusammensetzt.

Für sein neues Werk, den „großen Luther“, hat Lehmann auf vier Quadratmetern 2 650 Wörter geschrieben, die 95 Thesen des Kirchenmanns. Für den Künstler ist seine Vorgehensweise eine Art, sich mit der Persönlichkeit des Porträtierten auseinanderzusetzen. Sie zu verbildlichen ist das Ziel des Kölners.

Künstler setzt auf Wortmalerei und Gedichte

Vor mehr als 20 Jahren begann seine künstlerische Laufbahn in der Alten Kirche Niederweimar. Hier stellte er seine ersten Werke aus, nachdem er im Ort zur Schule gegangen und in Marburg sein Abitur gemacht hatte. Der gebürtige Siegener war nach seinem Zivildienst kurz in einem Gießener Architekturbüro tätig. Er absolvierte ein Studium der Humanmedizin in Köln, das er mit einer Promotion in der Kinder- und Jugendpsychiatrie abschloss. Im Anschluss machte er sich selbstständig, aber nicht als Psychiater, sondern als Weinhändler, Kommunikationsdesigner, Künstler und Autor.

So kommt er nach Niederweimar auch nicht nur mit seiner Wortmalerei, sondern bringt eigene Gedichte mit. Sie stammen aus dem Band „Wieviel Du erträgt mein Ich?“, den er 2015 im Bernstein-Verlag veröffentlicht hat. Darin geht es nach Information des Autors um ein „Miteinander, Auseinander, Durcheinander“. Zur Vernissage wird er daraus kurz vorlesen.

„Für mich sind Worte die wichtigsten Werkzeuge“

„Für mich sind Worte die wichtigsten Werkzeuge bei meiner künstlerischen Auseinandersetzung mit Menschen und deren Geschichten“, schreibt „Saxa“ auf seiner Webseite. Insofern gehen die Gedichte, die in den letzten 20 Jahren entstanden sind, Hand in Hand mit der Wortmalerei. Mit seinen Werken will er zum Dialog anregen, sie sollen nicht nur oberflächlich betrachtet werden, sondern zum Vertiefen anregen. Wer sich einliest erfährt Luthers Ansichten zum Ablass. In anderen Werken hat Lehmann Beethovens Worte an seine „unsterbliche Geliebte“ auf die Leinwand gebracht oder  einen angeblichen „Schriftwechsel“ zwischen Angela Merkel und dem amerikanischen Ex-Präsidenten Barack Obama. „Hi Angie, I‘m so sorry, cu Barack.“ – „Hallo Angie, es tut mir so leid. Bis bald, Barack.“ Ihre Antwort: „Hallo Barack, ni so schlimm. HDL Angela.“ Das Bild, das die Worte formen, zeigt die Kanzlerin, die auf das Handy in ihren Händen blickt. In zahlreichen Museen und Galerien, auch im europäischen Ausland, sind die Werke zu sehen.

Mit seiner neuesten Wortmalerei ist „Saxa“ derzeit auf Deutschlandtour, stellt nicht nur in Kirchen, sondern auch theologischen Fakultäten und anderen öffentlichen Räumen aus. In der Alten Kirche in Niederweimar ist er am Freitag ab 19 Uhr zu Gast. Auch am Sonntag kann sein Werk von 14 bis 18 Uhr besichtigt werden. Der Eintritt ist frei, Spenden sind willkommen.

von Freya Altmüller

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr