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Benzinduft in der Luft? Muss nicht immer sein

MSV Lahnberge Benzinduft in der Luft? Muss nicht immer sein

Wenn auch die Motocross-Motorräder noch alle betankt werden müssen, setzt der MSV Lahnberge auf seinem Gelände bei Wolfshausen wo immer er kann auf saubere Energie, gewonnen über eigenen Solarstrom.

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Gabriel Gatzen zeigt die Anlage, die für eine autarke Stromversorgung auf dem Gelände des MSV Lahnberge sorgt. Quelle sind Solaranlagen auf dem Dach der Werkhalle.

Quelle: Götz Schaub

Wolfshausen. Der bis auf 2,2 Kilometer erweiterbare Rundkurs des MSV Lahnberge oberhalb der Bundesstraße 3 bei Wolfshausen fügt sich gut in die Landschaft ein. Nur zwei künstlich aufgeschüttete und entsprechend modellierte Sprunghügel auf dem weitläufigen Plateau, auf dem die für die Infrastruktur des Vereins nötigen Gebäude stehen, fallen besonders auf. Die weitläufigen Aussichten vom Plateau sind grandios, ein echt schönes Fleckchen Erde.

Und dort verbringt Gabriel Gatzen, Vorsitzender des MSV, sehr gerne seine Zeit. Mitnichten ausschließlich mit dem Thema Motocross, auch wenn das natürlich seine Leidenschaft ist. Gatzen hat auch einen „grünen Blick“ für die Gesamtanlage, achtet darauf, dass sie einen gepflegten Eindruck macht und sich so naturnah oder naturbelassen präsentiert wie möglich.

MSV wünscht sich Fortschritte bei Elektro-Motorrädern

Und ja, er liebt die Umwelt und  möchte sie so wenig wie möglich belasten. Sein Traum sind deshalb Motocross-Maschinen, die nicht mehr betankt werden müssen, die viel mehr mit Akkus fahren. „So etwas ist bereits möglich, steckt aber noch tief in der Entwicklung“, sagt Gatzen. Zum einen sind die Akku-leistungen zeitlich gesehen zu schwach, sie machen zudem die Maschinen wieder schwerer und generell sind Elektro-Motorräder noch viel zu teuer. Da sind die Entwickler wohl noch sehr gefragt.

Der Verein hat aber auf einem anderen Gebiet schon umgestellt. Auf dem Dach der Werkhalle ist eine Solaranlage installiert. „Die liefert uns den Strom für viele Arbeiten, die hier anfallen“, sagt Gatzen und zeigt nicht ohne Stolz die technische Anlage, die die Sonnenenergie in Strom umwandelt, der das ganze Jahr über verfügbar ist und für alle Maschinen, die genutzt werden, ausreicht. „So können wir für die gesamten Pflegearbeiten Akku betriebene Elekromaschinen einsetzen, etwa für den Heckenschnitt“, so der Vereinsvorsitzende. Die Zeiten, in denen für alles gleich ein Stromaggregat herhalten musste, sind vorbei. Der MSV Lahnberge ist ein ADAC-Ortsclub. Einmal im Jahr finden auf der Anlage Rennen statt. Das von diesem Jahr erst am vergangenen Wochenende. Insbesondere hat es sich der Verein auf die Fahnen geschrieben, Kinder und Jugendliche zu fördern.

Am Wochenende gab es auch entsprechende Wettbewerbe, zu denen Nachwuchsfahrer unter anderem aus Mainz, Siegen und Griesheim anreisten. Es waren aber auch Talente aus dem Verein mit dabei. Vielleicht fahren die ja später alle mal emissions- und lärmfrei Elektro Motocross.  Gatzen wäre der Letzte, der sich dagegen verschließen würde. Früher gab es zwei Rennen pro Saison. Doch das ist personell einfach nicht mehr zu stemmen. Für jedes Rennen werden beispielsweise schon allein 26 Streckenposten benötigt.

Naturstrecke: „Die Würze liegt in einem Steilstück"

Generell dient die Strecke bei Wolfshausen in der Saison dreimal in der Woche dem Trainingsbetrieb. „Es handelt sich bei der Strecke größtenteils um eine Naturstrecke. Bei den Rennen liegt die Würze in einem Steilstück. Die Sprunghügel drosseln hingegen das Tempo.“ Es geht eben auch um viel Geschicklichkeit, damit gute Zeiten herausgefahren werden können, nicht einfach nur um „Speed“.

Gatzen ist es wichtig, dass der Verein und seine Anlage nicht als Fremdkörper in der Natur wahrgenommen werden, sondern auch als Naturraum. „Es gibt viele Tiere, die sich an den Betrieb gewöhnt haben“, weiß Gatzen aus zahlreichen eigenen Begegnungen und Beobachtungen.

Und auch die Menschen, die in den umliegenden Dörfern leben sollen nicht gestresst werden. So verfügt der Verein beispielsweise über einen eigenen Wasserwagen, mit dem die Strecke bewässert werden kann, wenn es zu trocken ist und eine große Staubentwicklung durch die Motorräder drohen könnte.

von Götz Schaub

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