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Anlieger sehen doppelt rot

Am roten Weg und Roter Weg Anlieger sehen doppelt rot

Wie soll da noch einer durchblicken? In Niederweimar wäre die Straße „Am roten Weg“ in ihrem Weiterbau beinahe als „Roter Weg“ fortgesetzt worden. Hintergrund ist ein Übermittlungsfehler.

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Die Straße „Am roten Weg“ führt durchs Neubaugebiet Niederweimar, das die Gemeinde derzeit erweitern lässt. Die Straße wird dann verlängert – und behält auch im hinteren Teil ihren ursprünglichen Namen.

Quelle: Nadine Weigel

Niederweimar. Zunächst glaubten einige Bewohner des Baugebiets „Am roten Weg“ in Niederweimar, sie müssten sich verhört haben. Ihre Straße, die die Gemeinde für das künftig angrenzende Neubaugebiet weiterbauen lässt, sollte dann in dem verlängerten Teil nicht mehr „Am roten Weg“, sondern „Roter Weg“ heißen. „Das ist schon ein Kuriosum, jeder, der das hört, schüttelt erst mal den Kopf“, sagt Anlieger Christof Drescher, der gemeinsam mit seiner Frau Caroline Drescher in der Straße „Am roten Weg“ zu Hause ist und dort auch einen Laden unterhält. „Wie soll das funktionieren?“, fragt Drescher und malt sich aus, wie Post und Paketdienste zwischen „Am ­roten Weg“ und „Roter Weg“ in unmittelbarer Nachbarschaft ­korrekt unterscheiden müssten. „Das muss ja zu Problemen ­führen“, befürchtet er.

Gemeinde führte beinahe zwei fast gleiche Straßennamen ein

Unter den Neubaugebiets-Anliegern machte das Thema­ in den vergangenen Tagen die Runde. „Notfalls bekämen­ wir auch eine Liste mit etwa­ 50 ­Unterschriften zusammen, ­alles Leute, die diese Entscheidung nicht nachvollziehen können“, sagt Drescher. Bei der Gemeinde habe man nachgefragt und dort die Antwort erhalten, dass der neue Straßenname nun schon eingetragen sei.

Auf einen Anruf der OP hin macht sich Weimars Bürgermeister Peter Eidam erst einmal in der Sache schlau und vermeldet dann, dass sich der Gemeinde­vorstand gleich abends mit der ­Angelegenheit noch einmal ­befassen werde. „Wir prüfen das, es gab ja tatsächlich von ­einem Anlieger Kritik – und wir sind auch immer bemüht, solche Anregungen aufzunehmen. Bürgerbeteiligung wird bei uns großgeschrieben.“ Am nächsten Tag gibt Eidam dann gegenüber der OP Entwarnung: „Am roten Weg“ bleibt nun doch „Am roten Weg“, auch im neuen Teil der Straße.

Eidam: „Es war ja noch nichts Entscheidendes passiert“

Durch ein Versehen in der Kommunikation mit dem Ortsbeirat habe die Bezeichnung „Roter Weg“ es überhaupt erst in die Unterlagen der Gemeinde geschafft, hat Eidam recherchiert und trägt aus dem Schriftverkehr vor. Die Gemeinde schlug dem Ortsbeirat den Straßennamen „Am roten Weg“ vor, der Ortsbeirat schrieb zurück, er folge dem Vorschlag, die Straße „Roter Weg“ zu nennen. Im Rathaus fiel die kleine Unstimmigkeit nicht auf. Und schon war‘s passiert. So landete die Bezeichnung „Roter­ Weg“ anstatt von „Am roten Weg“ auch beim Katasteramt.

„Das wird jetzt ­behoben“, versichert Eidam, „es muss ja nur ein Eintrag geändert werden, weiter nichts“. Ob das Kosten verursacht? „Ja, aber nur marginal“, betont der Bürgermeister. Gegenüber den Anliegern, die wegen der unglücklichen, nun aber abgewendeten Namenskonstellation in Aufregung waren, beschwichtigt er. „Es war ja noch nichts Entscheidendes passiert. Und selbst, wenn es schon ein Straßenschild gegeben hätte, auch das hätte man noch beheben können.“

von Carina Becker-Werner

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