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3, 2, 1, meins: Weimar kauft Freizeitheim

Aus dem Parlament 3, 2, 1, meins: Weimar kauft Freizeitheim

Einstimmig und guten Mutes votierten SPD, CDU, Grüne, die Freie Bürgerliste und die FDP für die Aufhebung des Sperrvermerks im Haushalt. Das bedeutet grünes Licht für den Kauf des Freizeitheims Nesselbrunn.

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Bei der Ortsbesichtigung am 14. März wurde neben dem Freizeitheim auch das dazugehörige Blockhaus in Augenschein genommen.

Quelle: Götz Schaub

Niederweimar. Die Jugendpflege Weimar beziehungsweise der Verein Umweltpiraten als künftiger Träger können sich freuen. Das Parlament Weimar machte am Donnerstag mit der einstimmig beschlossenen Aufhebung des Sperrvermerks im Haushalt den Weg für den Gemeindevorstand frei, mit der evangelischen Kirche die Übernahme des Freizeitheims Nesselbrunn abzuwickeln.

Standpunkt

Eine sehr gute Entscheidung

In Zeiten, in denen Kommunen eher eigene Liegenschaften veräußern, um den Haushalt zu entlasten, bindet sich Weimar eine weitere Einrichtung ans Bein. Das ist mutig, aber auch ein klares Signal: In Weimar wird nicht nur tolle Jugendarbeit angeboten, es wird auch alles dafür getan, dass sie sich auch richtig gut entfalten kann. Und wenn man dann noch das Glück hat,  engagierte Menschen zu haben, die sich im Verein Umweltpiraten zusammengefunden haben, um allen Kindern Erlebnisse in der Natur zu bieten, muss man einfach mal sagen: „Jawohl, das machen wir jetzt.“ – Sehr gut. So wird in Weimar der Mut zum Außergewöhnlichen fortgesetzt. Man denke nur an die Beschlüsse, die mit dazu beitrugen, dass das Freilichtmuseum Zeiteninsel möglich wurde. Das Freizeitheim Nesselbrunn wird sicher ein neues Aushängeschild, weil es sowohl touristisch als auch als außerschulischer Lernort genutzt werden soll.

von Götz Schaub

War das wirklich so zu erwarten? Ein Sperrvermerk im Haushalt bedeutet zunächst einmal, dass die Gemeindevertreter noch zu überzeugen sind, ob die Sache finanziell betrachtet zu verantworten ist. Jedenfalls gaben alle Fraktionen der „Sache“ Freizeitheim Nesselbrunn eine faire Chance. Sie nahmen sich die Zeit und informierten sich – auch während einer Ausschuss-Sitzung direkt vor Ort in Nesselbrunn (die OP berichtete). Sie gingen weder blauäugig noch  voreingenommen an das Thema. Letztendlich entstand am 14. März im Bau- und Planungsausschuss ein Auftragskatalog, um zu einer Entscheidung kommen zu können. Denn bei ­allem guten Willen müssen die Gemeindevertreter natürlich­ auch aufs Geld schauen. Mit ­einem Ansatz von gedeckelten 30.000 Euro für den Erwerb und für diverse Sanierungsarbeiten, konnten sie alle gut leben. „Aber in der Ausschuss-Sitzung gab es eben auch noch ein paar Unbekannte“, sagte Lars Plitt (CDU), der als Ausschuss-Vorsitzender berichtete.

Die Abarbeitung der Themen Elektro-Check, Nutzung der Küche, Zustand und Unterhaltung der Sickergrube, Zustand Dach und Schornstein sowie eine Begehung mit der Unfallkasse Hessen und eine Begehung mit Fachkräften des Landkreises zum Thema Brandschutz brachten insgesamt das Ergebnis, dass  die Voraussetzungen­ gegeben sind, im Kostenrahmen zu bleiben. „Hier wurde mit Herzblut daran gearbeitet, die Antworten zu bringen. Das stärkt auch das Vertrauen in die Jugendpflege und den künftigen Trägerverein“, fasste CDU-Fraktionschef Jost Kisslinger zusammen. Sein Kollege Stefan Wenz von der SPD-Fraktion hielt fest: „Wenn die Verwaltung sich ein Ziel setzt, bekommt man als ­Gemeindevertreter auch was an die Hand.“ Er sieht für die Jugendarbeit jetzt eine große­ Chance, „Kindern in besonderer Weise den Wald näherzubringen“.  

Sicherheit im Freizeitheim

Gerade beim Thema Brandschutz war allen klar, dass die Fluchtwegesituation nicht dem heutigen Stand entspricht. So sollen die beiden flachen Dachfenster durch Schleppgauben ersetzt werden, die dann im Notfall als Fluchtweg genutzt werden können. Vor diese Fenstern soll dann eine Außentreppe aus Stahl gebaut werden. Eine Begehung mit der Unfallkasse war gar nicht notwendig, weil es sich bei der Einrichtung nicht um eine Schule oder einen Kindergarten handelt.

Nichtsdestoweniger traf sich die Jugendpflege mit einem Mitarbeiter einer Beratungsgesellschaft für Arbeitssicherheit und Unfallverhütung im Freizeitheim, der eigentlich nur drei Treppenstufen und das Geländer am neben dem Haupthaus stehenden Blockhaus zu bemängeln hatte. Und erfreulich auch die Mitteilung zur Küche. Da sie weiterhin als Küche betrieben werden soll, genießt sie trotz einer relativ niedrigen Decke Bestandsschutz.

von Götz Schaub 

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