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Wehren sorgen sich um Nachwuchs

FFW Weimar Wehren sorgen sich um Nachwuchs

Derzeit gibt es in Weimar nur noch 60 Mitglieder in den Jugendwehren. Mit Werbung und Aktionen wollen die Kameraden das ändern.

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Zahlreiche Ehrungen und Beförderungen wurden bei der Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehren der Gemeinde Weimar ausgesprochen.

Quelle: Patricia Graehling

Niederwalgern. Oberflächlich sehen die Zahlen in den Weimarer Feuerwehren gut aus: Der Gemeindebrandinspektor Markus Herrmann sprach bei der Jahreshauptversammlung der Weimarer Wehren am Freitag in Niederwalgern von 31 Frauen und 178 Männern in zehn Ortsteilwehren. Allerdings seien in manchen Orten nur 12 Kameraden aktiv, während es anderswo bis zu 33 seien.

In den Jugendwehren seien nur noch 60 Kinder - so wenige wie seit 15 Jahren nicht mehr. „Ohne eine funktionierende Jugendarbeit sind wir eine Feuerwehr auf Zeit“, warnte Herrmann. Eine kleine Umfrage unter den anwesenden Kameraden zeigte: Mehr als 80 Prozent von ihnen kommen aus der Jugendfeuerwehr. „Der Quereinstieg ist eher selten“, verdeutlichte der Gemeindebrandinspektor. Er appellierte an die Ortsteilwehren, bei der Jugendarbeit zusammenzuarbeiten. Mit einem Tag der Jugendfeuerwehren im September wollen die Wehren neue Mitglieder gewinnen.

Herrmann berichtete von 40 Einsätzen im Jahr 2015. Darunter waren zehn Brandeinsätze und 26 technische Hilfeleistungen. „Seit 11 Jahren haben wir erstmals keinen Verkehrstoten auf den Verkehrswegen unserer Gemeinde zu verzeichnen“, gab es einen kleinen Grund zur Freude. Neben den Einsätzen gab es zahlreiche Seminare und Lehrgänge sowie gemeinsame Übungen. Vorbildlich arbeiten laut Herrmann etwa Nesselbrunn, Weiershausen und Allna zusammen.

Trotz aller Zusammenarbeit wollten im vergangenen Jahr nur drei Wehren am Gemeindepokal teilnehmen. Daher fiel der Wettkampf aus. Herrmann berichtete von einem neuen Konzept. So wünschten sich die meisten Aktiven einen Wettkampf ohne Fragebogen-Teil.

Kritik: Vereine übernehmen Kosten der Gemeinde

Der Gemeindebrandinspektor sprach auch an, dass die aktuelle Flüchtlingsproblematik und damit verbundene Einsätze außerhalb der Gefahrenabwehr Thema im Wehrführerausschuss gewesen seien. Er betonte: „Werden wir zu einem Einsatz alarmiert, haben wir diesen Auftrag auszuführen, egal für wie wichtig und richtig wir ihn halten.“ Das sprach auch Bürgermeister Peter Eidam an: „Sobald humanitäre Hilfe nötig wird, müssen wir auch in den Einsatz gehen“. Es müsse aber klar geregelt sein, dass die Wehren eine Gegenleistung bekämen, wenn sie nur zugunsten des Profits Dritter helfen sollen. Eidam kritisierte, dass er oft von einer Unzufriedenheit in den Wehren höre, die er sich nicht erklären könne. Er bat um gegenseitigen Respekt und offene Gespräche, wenn es Probleme gebe. Für die Mitgliederwerbung der Jugendfeuerwehr habe die Gemeinde 2000 Euro bereitgestellt.

Kreisbrandmeister Sascha Köhler sah die Weimarer mit den geplanten Aktionen auf einem guten Weg in ihrer Jugendarbeit. Martina Klein vertrat die Gemeindevertretung. Sie zeigte sich beeindruckt über die Einsatzbereitschaft der Feuerwehrkameraden.

Es gab aber auch kritische Worte: So wurde bemängelt, dass die Taxirechnung einer Kameradin von der Verwaltung zunächst nicht erstattet werden sollte. Die Feuerwehrfrau hatte sich bei einem Einsatz verletzt und fuhr mit dem Rettungswagen mit in die Klinik. Für die Rückfahrt rief sie ein Taxi. Auch wurde bemängelt, dass die neuen Kameraden zu ihrer Übernahme in die Einsatzabteilung in Jeans erscheinen mussten. Es sei inakzeptabel, dass neue Mitglieder über Monate nicht ausgestattet wurden. Auch habe es sich eingebürgert, dass die Feuerwehrvereine immer mehr für die Ausrüstung der Mitglieder zahlen - und nicht die Gemeinde. Die Vertreter der Gemeinde sollten nicht mit Worten glänzen, sondern mit Taten, lautete die Forderung, die mit Applaus unterstützt wurde.

Ehrungen und Beförderungen
  • In die Einsatzabteilungen übernommen wurden Lukas Ortmüller in Allna, Timo Hoos, Karoline Zech und Leon Mahner in Argenstein, Jochen Möller in Roth und Armin Sauer, Christoph Balzer und Wiebke Reinert in Wolfshausen.
  • Vereidigt wurden Christian Wenz als Wehrführer in Roth sowie Markus Tarkowski als sein Stellvertreter. Melanie Stein ist neue Wehrführerin in Wenkbach, Robin Zimmermann ihr Stellvertreter.
  • Befördert zu Feuerwehrmann und Feuerwehrfrau wurden David Völk aus Argenstein, Marvin Schacherl (Niederwalgern), Kai-Uwe Koch (Roth), Nico Hinkelmann, Christoph Haupt und Jasmin Lichtenberg (Wenkbach). Oberfeuerwehrmänner sind Nico Eidam (Niederwalgern), Christian Tratzik, Niklas Gombert (Niederweimar), Wolfram Rauch und Dominik Haupt (Wenkbach). Hauptfeuerwehrmänner wurden Tobias Hach (Niederwalgern), Maximilian Veldkamp und Daniel Dasbach (Niederweimar). Löschmeister sind Jens Eidam (Nesselbrunn), Denis Becker, Roland Teuber (Niederwalgern), Hans-Jürgen Heck (Oberweimar) und Christian Wenz (Roth).
  • Das Eiserne Feuerwehrleistungsabzeichen erhielt Matthis Winski aus Niederwalgern. Das Silberne Leistungsabzeichen ging an Joachim Deichmann, Maria Bornmann und Andre Hoß (Niederwalgern).
  • Das Silberne Brandschutzehrenzeichen ging an Jörg Völk (Allna), Thorsten Wagner (Argenstein), Jens Ruge (Niederwalgern), Daniel Leinweber, Kai Börger (Roth) und Markus Ammenhäuser (Weiershausen).
  • Das Goldene Brandschutzehrenzeichen für 40 Jahre aktiven Dienst erhielten Werner Löwer (Argenstein), Dirk Grebe-Grotefend (Niederweimar), Anton Ruppert (Weiershausen) und Rainer Beimborn (Wolfshausen).
  • Die Anerkennungsprämie für zehn Jahre in der Feuerwehr erhielten Florian Menche, Michael Grosch, Andreas Hahn, Tobias Merte, Jochen Rink, Thomas Bamberger und Julia Rauch. Eine Anerkennung für 20 Jahre ging an Dirk Böckler. Für 30 Jahre aktiven Dienst erhielten Gunter Krantz, Andreas Gabauer, Horst Schindler, Frank Boerger, Peter Agel, Eckard Bierau, Hubert Leonhard und Harald Marx eine Anerkennungsprämie des Landes.

von Patricia Grähling

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