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Wehren brauchen die Gemeindehäuser

Beförderungen, Übernahmen und Ehrungen Wehren brauchen die Gemeindehäuser

Auf ihrer Jahreshauptversammlung ließen die Feuerwehrkameraden ein ereignisreiches Jahr Revue passieren. Es gab jedoch auch nachdenkliche Töne.

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Oben: Die anwesenden beförderten Feuerwehrleute mit Gemeindebrandinspektor Markus Herrmann (links) sowie Bürgermeister
Peter Eidam (rechts). Unteres Foto: Die anwesenden Geehrten der Weimarer Feuerwehren.Fotos: Lisa Rösser

Niederwalgern. Zum Abschluss seiner zehnjährigen Amtszeit bedankte sich Gemeindebrandinspektor Markus Herrmann bei den Feuerwehrkameraden aus Weimar für ihre kontinuierlich starken Leistungen. Seit Jahren ist die Anzahl der Einsatzkräfte mit etwas über 200 vor allem dank funktionierender und priorisierter Jugendarbeit konstant geblieben, was sich an den aktuell 76 Jugendlichen zeigt, die in den Jugendfeuerwehren der Gemeinde aktiv sind.

Besonders stark zeigten sich die Feuerwehrkameraden aus Weimar in den Fortbildungen: sie besuchten insgesamt 78 Lehrgänge und Seminare. Auch um den Gemeindepokal streiten die Ortswehren nach wie vor im eifrigen Wettbewerb. Ebenso sind Feuerwehrsport und Öffentlichkeitsarbeit stärker in den Fokus gerückt.

Um die Ausstattung der Wehren ist es dank zahlreicher Investitionen der Gemeinde gut bestellt. Als letzte Kommune wird auch die Feuerwehr in Weimar im kommenden Jahr alle Fahrzeuge mit Digitalfunk ausgerüstet haben.

Die Feuerwehrkräfte rückten im vergangenen Jahr zu insgesamt 45 Einsätzen aus, was zwar zunächst wie ein durchschnittliches Jahr wirken mag, bei näherer Betrachtung aber deutliche Einsatzschwerpunkte erkennen lässt. Allein zu Hilfseinsätzen rückten die Wehren 27 Mal aus, wobei die stark frequentierten Straßen der Gemeinde, allen voran die B3, häufig betroffen waren. Gerade Unfalleinsätze waren dabei mitunter schreckliche und bestürzende Erlebnisse für die Helfer, und nicht alle Leben konnten gerettet werden - in vielen Fällen waren sie durch ihren beherzten und professionellen Einsatz jedoch Retter in der Not.

Angst um Gemeindehäuser

„Wo andere weglaufen, da lauft ihr hin, um zu helfen“, fand Kreisbrandinspektor Lars Schäfer treffende Worte. Auch bei Unwettern half die Gemeindefeuerwehr tatkräftig. Zu acht Brandeinsätzen rückten die Feuerwehrleute aus; zweimal gab es Fehlalarme.

Bedenken äußerte der Gemeindebrandinspektor jedoch bezüglich des Fortbestehens von Gemeindehäusern, welche vielen Wehren als Standorte dienen. „Die Gemeinde Weimar hat ein Gutachten über die künftige Nutzung von Gemeinschaftshäusern in den Ortsteilen in Auftrag gegeben“, informierte er zunächst die Zuhörer. Obwohl das für die Prüfung zuständige Ingenieurbüro mit der Gemeindewehrführung nicht über das Vorhaben gesprochen habe, vermutete er: „Was war denn die Intention, ein solches Gutachten in Auftrag zu geben? Mittel und Wege zu finden, unrentable Gemeinschaftshäuser ausfindig zu machen und zu schließen.“

Besorgt fragt er daher: „Stehen die Standorte der Feuerwehren zur Disposition oder gar das Fortbestehen von Feuerwehren? Sollen die Wehren von oben herab zum Zusammenschluss getrieben werden?“ Von Seiten der Gemeinde heiße es zwar, die Feuerwehren stünden nicht zur Disposition, jedoch sieht Markus Herrmann hierin nur Absichtserklärungen, keinesfalls aber zieht er daraus Gewissheit.

Er verwies in diesem Zusammenhang noch einmal auf die große Bedeutung des Zusammenspiels aller Ortswehren: Durch die Alarmierung mehrerer Standorte kann eine größere Zahl an Einsatzkräften erreicht und rasch geholfen werden, wohingegen eine Zusammenlegung verschiedener Ortswehren zwangsläufig Lücken in die Bemannung und Standortabdeckung reißen würde.

Für die Betrachtung wichtig ist dabei nicht zuletzt Kehna, dessen Hofgemeinschaft nicht nur besonders schutzbedürftig, sondern auch bereits jetzt für viele Brandmeldungen verantwortlich ist. „Wir stehen dazu - unsere Feuerwehr ist stark, weil sie wie unsere Gemeinde in der Fläche gut verteilt ist. Für den Erhalt aller Feuerwehren und Standorte werden wir kämpfen.“

Ortswehr Kehna erwünscht

In seiner Ansprache nahm Bürgermeister Peter Eidam anschließend Stellung. Er lobte die Zusammenarbeit, Verlässlichkeit und Leistung der Wehren und das doppelte Engagement am Arbeitsplatz und im Ehrenamt. Die Bedeutung der Ortsfeuerwehren sei für das dörfliche Leben in der Gemeinde von großer Bedeutung, aber auch für die Bürger, die sie durch ihre fortgesetzte Einsatzfähigkeit sichern.

Zur Erhaltung der Ortswehren meinte er: „Wie kann man die Tagesausrückfähigkeit aufrechterhalten? Auf jeden Fall nicht durch eine Zusammenlegung der Wehren.“ Er fand noch deutlichere Worte: „Die Ortswehren stehen nicht zur Disposition“, konstatierte er und fügte hinzu: „Eine elfte Ortswehr in Kehna wäre förderlich.“

Er dankte abschließend noch spezifisch dem anschließend in sein Amt als Gemeindebrandinspektor einstimmig wiedergewählten Markus Herrmann sowie allen Feuerwehrkameraden für ihren Einsatz zum Schutz von Gemeinde und Bürgern.

von Lisa Rösser

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