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„Wege entstehen, indem man sie geht“

Gesamtschule Niederwalgern „Wege entstehen, indem man sie geht“

Es war ein emotionales Fest, mit dem Dr. Horst Tritschler, Leiter der Gesamtschule Niederwalgern, sich von seinen Schülern und Kollegen verabschiedete. Die dankten ihm mit einem abwechslungsreichen Programm.

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Niederwalgern. Das Musik- und Kulturhaus in Niederwalgern machte am 20. Dezember seinem Namen alle Ehre. Die örtliche Gesamtschule veranstaltete einen festlichen Abend und verabschiedete in diesem Rahmen ihren Schulleiter Dr. Horst Tritschler.

„Du bist der geistige Vater unserer flexiblen Unterstufe“, sagte Sabine Schäfer Jarosz, stellvertretende Schulleiterin der Gesamtschule Niederwalgern. Sie betonte das große Engagement Tritschlers, der sich für neue Schulstrukturen, -projekte und Veranstaltungen stark gemacht und diese tatkräftig mitorganisiert habe.

Mehr als 100 Schüler und deren Lehrer gestalteten den Abend mit einem abwechslungsreichen, klang- und farbenfrohen Programm. Die Kinder und Jugendliche der unterschiedlichen Arbeitsgemeinschaften der Gesamtschule gaben ihr Können zum Besten.

Mehrere hundert Besucher verfolgten den Wechsel zwischen sanften Klängen von Flügel und Flöten, über rhythmische Einlagen von Trommeln und Gitarren, bis hin zum rockigen Auftritt der Schulband.

Auch Dr. Karsten McGovern, Erster Kreisbeigeordneter des Landkreises Marburg-Biedenkopf, lobte die bildungspolitischen Ziele und Visionen des 61-jährigen Tritschler. „Sie können stolz darauf sein, was sie erreicht haben“, sagte der Schuldezernent des Kreises. Die Projekte und Lösungen wie die flexible Unterstufe könnten beispielhaft für andere Schulen sein, gäben sie doch Schülern die Chance, sich individuell positiv zu entwickeln.

„Das Kulturhaus mit Leben zu füllen, hat funktioniert“

Das umfangreiche Wirken des Schulleiters erkenne man auch in den getätigten Investitionen. Während dieser Zeit seien mehr als sechs Millionen Euro in Aufbau, Struktur und Projekte der Schule geflossen, so McGovern. Eines davon war der Umbau der alten Sporthalle in das Kunst- und Kulturhaus, in dem der festliche Abend stattfand.

Hans Heinrich Heuser, Ortsvorsteher von Niederwalgern, besann sich auf die Anfänge dieses Projektes. „Sie sagten einmal, wir wollen dieses Haus mit Leben füllen, das hat funktioniert, wie man heute Abend sieht“, so Heuser. Die Schüler der Gesamtschule wechselten sich mit musikalischen Auftritten und ganzem Körpereinsatz ab. Neben dem Ehemaligenchor, der Schulband, dem Projektchor und einzelnen Gesangsvorführungen, gestalteten verschiedene Praxisgruppen und Musik- und Theater-AGs das Programm.

Der Verkaufserlös von Essen und Getränken fließen dem schulischen Kooperationsprojekt Peru zu. Bereits seit Mitte der 90er Jahre unterstützt die Gesamtschule Niederwalgern ein soziales Projekt für bedürftige Menschen in Chosica in Peru. Im Verlauf diesen Jahres seien schon wieder mehr als 13000 Euro an Spenden zusammen gekommen.

Auch der scheidende Schulleiter hatte betont, er wünsche sich für seine Verabschiedung keine materiellen Geschenke, sondern weitere Hilfe für das Projekt. Daher bekam er an diesem Abend auch einige Spendenbescheinigungen von Vertretern der Gemeinde, der Stadt, des Kreises und der beteiligten Arbeitskreise.

Nachfolger für Tritschler steht noch nicht fest

Schulleiter Tritschler nahm diese gerne entgegen und freute sich über das gelungene Fest der Schule. Es sei ihm besonders wichtig, sich von seinen Schülern zu verabschieden. Er sei ein Schulleiter, der für die Kinder und Jugendlichen tätig sei und nicht einfach einer Arbeit nachgehe.

Er berief sich auf eines seiner Lieblingszitate von Franz Kafka: „Wege entstehen dadurch, dass man sie geht“. Die besondere Struktur seiner Schule habe für ihn dahingehend ein nachhaltiges Zeugnis abgelegt und im Laufe der Zeit eine beispielhafte Markierung hinterlassen.

Schon immer sei ihm die Förderung der Integration, unter anderem durch Schüleraustausche wichtig gewesen, ebenso die Erinnerung und Lehre an die Schrecken des 2. Weltkriegs. Dazu betonte er die erfolgreiche Zusammenarbeit mit dem Arbeitskreis Landsynagoge Roth und anderen Partnern der Schule sowie deren Förderern.

„Ich wünsche der Schule einen guten Weg und engagierte Kollegen, aber auch so nette und lernbereite Schüler, wie ich es erlebt habe“, sagte Tritschler. Offiziell tritt er am 1. Februar die zweite Phase der Altersteilzeit an. Seine Nachfolge ist noch offen.

Den emotionalen Abschluss des Abends begleitete das von Schülern vorgetragene Gedicht „Stufen“ von Hermann Hesse. Dieses endet mit den Worten: „Des Lebens Ruf an uns wird niemals enden... Wohlan denn, Herz, nimm Abschied und gesunde!“.

von Ina Tannert

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