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Weber verzichtet auf dritte Kandidatur

Bürgermeister-Direktwahl am 27. September Weber verzichtet auf dritte Kandidatur

Nun ist es offiziell. Bürgermeister Reinhold Weber wird nach seiner zweiten Amtszeit aufhören. Dies teilt er allen Fronhäusern in der aktuellen Ausgabe des Mitteilungsblatts der Gemeinde mit.

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In der heute erschienenen Ausgabe des Fronhäuser Mitteilungsblatts kündigt Bürgermeister Reinhold Weber an, nicht mehr kandidieren zu wollen. Damit wird ab 2016 in der Gemeindeverwaltung ein neuer Chef einziehen.

Quelle: Tobias Hirsch

Fronhausen. „Ich habe es mir reiflich überlegt“, sagt Bürgermeister Reinhold Weber im Gespräch mit der OP. Und dann: „Sicher hätte ich noch gerne mehr erreicht, aber bei dieser Boykotthaltung innerhalb des Parlaments macht es keinen Sinn mehr für mich.“

Die „Umgestaltung“ des Haushaltes 2015 habe ihm noch deutlicher als 2014 aufgezeigt, dass mit der CDU und auch mit der Initiative Fronhausen, die sich aus Teilen der BfF-Fraktion inmitten der Legislaturperiode gebildet hat, keine Politik mehr für die Gemeinde zu machen sei.

„Ich lasse mir meine Erfolge aus elfeinhalb Jahren nicht nehmen und auch nicht kaputt reden. Doch habe ich in den letzten Jahren immer mehr gespürt, dass es einigen Parlamentariern nicht mehr um die Sache ging, sondern um reine Blockade beziehungsweise Verhinderung.

Mit Kritik müsse er als Bürgermeister umgehen. Hier gehe es aber nur noch um Gängeleien und Schikanen. Das müsse er als geradliniger Mensch, der zu dem steht, was er sagt, nicht mitmachen. Zur Entscheidung, nicht mehr zu kandidieren, haben verschiedene Menschen gegenüber der OP Stellung genommen.

Stellungnahmen

  •  Andreas Schulz, Bürgermeister der Nachbargemeinde Ebsdorfergrund, ist mit Reinhold Weber auch privat befreundet. Er sagt: „Mir tut es leid, dass er nicht mehr kandidiert. Ich habe ihn als guten und verlässlichen Kollegen kennengelernt. Wir haben immer gut zusammengearbeitet.“
  • Peter Kelch, Kandidat der SPD für die Bürgermeisterwahl: „Für mich spielt es keine Rolle, ob Reinhold Weber antritt oder nicht. Allerdings finde ich es sehr schade, dass er offenbar mit einer persönlichen Enttäuschung abtritt.“
  • Werner Speier, parteiloser Bürgermeister-Kandidat, der von der CDU gestützt wird: „Ich habe es zur Kenntnis genommen. Ich konzentriere mich aber weiterhin nur auf mich und meinen Weg. Sein Kandidaturverzicht verändert nichts an meiner Ausrichtung.“
  • Claudia Schnabel, Bürgermeister-Kandidatin der Initiative Fronhausen: „Ich persönlich finde, dass mit dem Verzicht Webers Fronhausen die Chance auf einen echten Neubeginn hat. Auch wenn das der Bürgermeister anders sieht, stehen wir für ein Miteinander aller Fraktionen und deshalb sehe ich auch nach der Abspaltung von der BfF-Fraktion, dass wir unseren Wählerauftrag sehr wohl erfüllt haben.Der Bürgermeister vergisst zu erwähnen, dass auch Teile der SPD-Fraktion und gar einer der eigenen BfF-Fraktion, den Haushalt 2015 so umgestaltet haben, wie er sich jetzt darstellt. Ich werde natürlich Kandidatin bleiben und möchte zum Neuanfang beitragen.“
  • Lothar Mücke (SPD), Erster Beigeordneter und damit stellvertretender Bürgermeister: „Seine Entscheidung ist die logische Konsequenz der jüngsten Entwicklungen. Die Mehrheitsverhältnisse sind für ihn schwierig geworden und unter dieser Konstellation kann ich verstehen, dass er für sich die Reißleine zieht.“
  • Günter Majewski, Fraktionsvorsitzender der SPD: „Wir sind 2011 mit der Fraktion ,Bürger für Fronhausen‘ in diese Legislaturperiode gegangen, das heißt, der Bürgermeister hatte eine Mehrheit hinter sich. Der Knackpunkt kam dann mit der Spaltung der BfF-Fraktion. Damit war die Mehrheit dahin und es fanden auch keine konstruktiven Abstimmungsgespräche mehr zwischen den Fraktionen statt. Hinzu kam, dass sich dann doch mehr als die Hälfte der SPD-Fraktion auch gegen den Bürgermeister stellte, nicht zuletzt durch solche Reizthemen wie die Lahnbrücke bei Sichertshausen. Im Ganzen hat Weber sicher auch große Erfolge vorzuweisen, ich gönne ihm nach zwei Amtsperioden den Ruhestand. Für uns gilt nach wie vor, unseren Kandidaten Peter Kelch zu unterstützen.“
  • Steffen Weber, Fraktionsvorsitzender der BfF: „Der Bürgermeister, der bekanntlich auch mein Vater ist, hat unsere Mitglieder in der letzten Vereinssitzung von seinem Entschluss unterrichtet, was von allen mit großem Bedauern aufgenommen wurde. Aber seine Gründe sind für uns nachvollziehbar. Ich weiß, mit wie viel Energie er sein Amt ausübt und wenn man dann mit reiner Blockadepolitik konfrontiert wird, wie sie die CDU und die Initiative Fronhausen betreiben, kann man verstehen, dass es nichts mehr bringt. Der Verein Bürger für Fronhausen wird sich noch überlegen, ob es etwas bringt, einen anderen Kandidaten zu nominieren. Eine entsprechende Entscheidung wird dann sicher mitgeteilt.“
  • Inge Lettermann-Nass, Fraktionsvorsitzende der Initiative Fronhausen: „Wir nehmen es jetzt mal so hin, dass wir vom Bürgermeister als Grund genannt werden. In der Tat ist es schon so, dass wir einen Wandel wollten und uns deshalb abgespalten haben. Dabei ging es uns aber nicht um Blockade, sondern nur um eine Umverteilung bei den zur Verfügung stehenden Mitteln.“
  • Kathrin Wenner, stellvertretende Vorsitzende CDU-Fraktion: „Für uns ist die Entscheidung eine gute Entscheidung. Der Bürgermeister zieht zurück, weil er einsieht, keine Chance mehr für die Durchsetzung seiner Politik zu haben.“

von Götz Schaub

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WIlll nicht mehr: Reinhold Weber verzichtet auf eine weitere Kandidatur für das Amt des Fronhäuser Rathaus-Chefs.

Fronhausens Bürgermeister Reinhold Weber (Bürger für Fronhausen) verzichtet auf eine dritte Amtszeit. Er wird sich nicht mehr am 27. September zur Wahl stellen.

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