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„Was gut war, erzählt weiter“

Niederwalgern „Was gut war, erzählt weiter“

Nach mehr als zehn Jahren nahm Pfarrer Martin Drusel während einesmusikalischen Abendgottesdienstes am Sonntag Abschied von seiner Kirchengemeinde Niederwalgern und Oberwalgern.

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Verabschiedungen in Niederwalgern (von links): Küsterin Sabine Rehlich, Pfarrer Martin Drusel und Erna Burck erhielten vom Kirchenvorstand als Dank Geschenke.Fotos: Ingrid Lang

Niederwalgern. Pfarrer Martin Drusel wirkt seit dem 1. Oktober als evangelischer Seelsorger bei der Bundespolizeidirektion am Flughafen in Frankfurt. Zudem ist der 46-Jährige zur Zeit zuständig für die Bundespolizeidirektion in Koblenz.

Der scheidende Pfarrer verabschiedete zugleich am Sonntag nach zehn Jahren Dienst als Küsterin Sabine Rehlich und über 43 Jahren als Organistin Erna Burck. Drusel zeigte sich zu Beginn des Gottesdienstes überwältigt von den vielen Besuchern, denn in dem Gotteshaus gab es keinen freien Platz mehr.

Ein langer Weg seines Wirkens gehe nun zu Ende, sagte Drusel. Der Pfarrer ging in seinen Abschiedsworten auf die Bedeutung der Wahrheit und des Glaubens ein. Der Glaube hat mit der Wahrheit zu tun und er kenne nur ein einziges Ziel: nach Gott zu fragen, dass niemand verloren ist. „Seht nach vorne, denn der Glaube bedeutet nach vorne zu schauen“, sagte Drusel. Hier in der Kirchengemeinde habe er gestalten und die Distanzierten einladen können, „das war mir sehr wichtig“.

Er habe das Kinderabendmahl eingeführt und die Kinder- und Jugendarbeit zu stärken versucht und sie finanziell, aber auch personell unterstützt. Bei seiner Einführung habe Dekan Voss ihn damals gemahnt und gesagt: „Der Garten ist bereits bestellt.“ Aber, so Drusel, er habe sich an diese Worte nicht gehalten, „ich war wohl eher der Baumeister“.

Es bleibe die Liebe und die Sehnsucht, das Geheimnis Gottes zu spüren und zur Ruhe zu kommen. Dazu brauche es in der Kirche vor allem Menschen wie die Organistin und Küsterin, aber auch Mitarbeiter, die bei allen Arbeiten unterstützend wirken. Dies, so die Hoffnung, könne in Niederwalgern gelingen. Den beiden scheidenden ehrenamtlichen Mitarbeitern dankten Pfarrer und Kirchenvorstand für ihre Tätigkeit.

Dekan Burkhard zur Nieden dankte Martin Drusel für seinen Einsatz, seine Liebe und Treue. In den Jahren seines Wirkens habe sich in den beiden Orten sehr viel getan. „Schaue dankbar zurück, auch wenn du den Pflug aus der Hand gibst. Du hast Gottes Wort auf unterschiedliche Weise verkündet und warst offen für die Menschen und gabst ihnen Zuwendung“, so zur Nieden. Das Gemeindehaus sei sehr schön geworden, den Haushalt habe er konsolidiert, die Lektorenausbildung begleitet und den Neujahrsempfang als Erster in der Region eingeführt. „Du bist ein einzigartiger Kollege und für deine Kollegialität weit über die Grenzen hinaus bekannt. Hast Sinn für Strukturen, übernimmst Verantwortung“, lobte der Dekan den Pfarrer, der künftig „zur kirchlichen Avantgarde der Bundespolizei“ zählen werde.

Umrahmt wurde der Gottesdienst mit Liedern vom Kirchenchor Nieder- und Oberwalgern um Dirigentin Anita Magdanz. Für eine Überraschung sorgten die Konfirmanden, die für ihren Pfarrer den Chor bei zwei Liedern verstärkten. Zudem begeisterte der Gospelchor, der am Ende des Gottesdienstes gemeinsam mit dem Kirchenchor um Leiter Manuel Heim „Verleih uns Frieden gnädiglich“ erklingen ließ.

Danach lud der Kirchenvorstand zu einem Empfang ins Gemeindehaus ein. Dicht gedrängt standen Jung und Alt bis zum Foyer um den Grußworten zu lauschen. Hans Walter Fritsch vom Kirchenvorstand betonte, dass der Pfarrer das Gemeindeleben bereichert habe. Auch wenn der Weg nicht immer einfach gewesen sei, denn im Kirchenvorstand habe es auch Dickköpfe gegeben.

„Auch wenn Sie jetzt gehen, werden wir täglich durch die Fassadenbeleuchtung der Kirche an Sie erinnert“, sagte Fritsch. Bürgermeister Peter Eidam (Weimar), der auch die Wünsche von seinem Kollegen Reinhold Weber (Fronhausen) überbrachte, betonte, dass es viele Begegnungen gegeben habe, bei denen gute Verbindungen erwachsen seien. Drusel habe Akzente gesetzt und sichtliche Spuren hinterlassen. Lobende Worte fand Annette Hof, die nach neun Jahren im Mai die Leitung des Kinderchors aufgab. Sie habe immer und jeder Zeit ein offenes Ohr bei Pfarrer Martin Drusel gefunden.

Zum Schluss riet der Pfarrer seiner Gemeinde: „Was gut war, bewahrt und erzählt‘s weiter. Was schlecht war, vergesst einfach.“

von Ingrid Lang

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