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Wann ist noch nicht klar, aber wie

Flüchtlingsunterkunft in Wenkbach Wann ist noch nicht klar, aber wie

Wann der Kreis die angekündigten 1 000 Menschen aufnehmen wird, ist nicht bekannt. Wie 300 von ihnen in Wenkbach untergebracht werden sollen, erklärte Landrätin Kirsten Fründt gestern vor Ort.

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Landrätin Kirsten Fründt informierte gestern in Wenkbach über die geplante Flüchtlingsunterkunft. Die Arbeiten haben begonnen: Zunächst wird die Zufahrt angelegt. Für die Leichtbauhallen muss im hinteren Bereich der Boden abgetragen, planiert und geschottert werden.

Quelle: Foto: Nadine Weigel

Wenkbach. Ein Bagger hat gestern auf dem Acker gegenüber der hessischen Spezialitätenbrennerei im Gewerbegebiet Wenkbach damit begonnen, die Zufahrt für die zukünftige Flüchtlingsunterkunft zu ebnen. Während er eine Schneise in den Acker gräbt, wird klar, welche Aufgabe der Landkreis vor sich hat: Man soll sich vorbereiten, innerhalb von 48 Stunden rund 1 000 Flüchtlinge aufnehmen zu können.

„Ich habe die Landesregierung gebeten, dass wir erst belegt werden, wenn unser Konzept steht. Wir werden voraussichtlich 15 Tage dafür brauchen“, erklärt Landrätin Kirsten Fründt.

Unternehmer Carsten Prill hat Gelände angemietet

Das Konzept beinhaltet neben den Standorten in Dautphetal und Kirchhain auch eine Unterkunft für bis zu 300 Menschen in Wenkbach. „Wenn die Menschen schon früher kommen, müssen wir sie doch in Turnhallen, Bürgerhäusern und Gemeindehäusern unterbringen“, sagte Fründt bei der Ortsbesichtigung. Auch Bürgermeister Peter Eidam erhielt dort die ersten weiteren Informationen seit der Bekanntgabe des Standorts vor knapp zweieinhalb Wochen.

Das Gelände ist in Privatbesitz, Unternehmer Carsten Prill hat es angemietet. Er betreibt die in Stadtallendorf ansässige Malerfirma Back sowie die Firma Sonnenschein und ist nun für die Errichtung der drei Notunterkünfte beauftragt.

Kreis legt die 1,5 Millionen Euro Baukosten vor

Die Gesamtkosten für die drei Standorte schätzt Fründt auf 1,5 Millionen Euro. Zunächst trete der Kreis in Vorleistung, Fründt habe aber die mündliche Zusage des Innenministers, dass die Kosten übernommen werden.
In einem ersten Schritt müssen die Zufahrtswege vorbereitet und geteert oder gepflastert werden. Die Arbeiten werden so durchgeführt, dass alles wieder in den ursprünglichen Zustand versetzt werden kann, wenn die Unterkunft nicht mehr benötigt wird, erklärt Prill.

Die Unterkünfte selbst werden, im vom Bahnhofsweg betrachtet hinteren Bereich, aufgebaut. Dort muss zunächst Mutterboden abgetragen, planiert und mit Schotter aufgefüllt werden.

Die Unterkünfte werden im Kern aus zwei Leichtbauhallen mit den Maßen 60 mal 20 Meter (1 200 Quadratmeter) und 25 mal 10 (250 Quadratmeter) bestehen. Bei den Hallen handelt es sich um Festzelte mit festen, isolierten Wänden und Holzböden, sagt Prill.

Bürger werden am Dienstag informiert

In der größeren Halle soll die Küche untergebracht werden. In den Hallen sollen Sanitärcontainer aufgestellt werden. Für die Versorgung müssen noch Wasser-, Abwasser- und Stromleitungen von der Straße aus verlegt werden. Beheizt werden die Zelte mit Ölheizungen. In den Unterkünften werden kleinere Bereiche, „Boxen“ wie Prill sie nennt, abgetrennt. Zwischen acht und zehn Menschen sollen darin die „größtmögliche Privatsphäre“ haben. Zwischen den Hallen soll es einen Aufenthaltsbereich geben.

Die in Verwaltungskreisen „Überlaufeinrichtung“ genannte Unterkunft ist vorerst keine offizielle Außenstelle der hessischen Erstaufnahmeeinrichtung, erklärte Fründt. „Wenn die Unterkunft errichtet ist, geht die Betreiberschaft ans Regierungspräsidium über, das dann entscheidet, ob es eine Außenstelle wird.“

Für Dienstag hat der Landkreis zu einer Informationsveranstaltung ab 19 Uhr ins Bürgerhaus Niederwalgern eingeladen.

von Philipp Lauer

Fakten
In der Notunterkunft in Wenkbach wird Platz für 300 Menschen sein. Sie werden in zwei Leichtbauhallen untergebracht, in abgetrennten Bereichen für acht bis zehn Menschen. Für die sanitären Einrichtungen kommen Container. Die Arbeiten haben gestern begonnen. In spätestens 15 Tagen soll die Unterkunft fertig sein. Wann der Kreis Menschen aufnehmen muss, ist noch nicht bekannt.
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