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Wahrzeichen erstrahlt in neuem Glanz

Ebsdorfer Kirche Wahrzeichen erstrahlt in neuem Glanz

Mit einem kleinen Festakt in 30 Metern Höhe feierten Bürger, Gemeinde- und Kirchenvertreter den Abschluss der Renovierungsarbeiten am Turm der evangelischen Kirche Ebsdorf.

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Feierlich wurde gestern der Abschluss der Sanierungsarbeiten am Turm der evangelischen Kirche in Ebsdorf mit dem Setzen der kupfernen Turmzier zelebriert. Dachdecker Steffen Neupert baute für die Kirchengemeinde eine Zeitkapsel mit Infos über die Gemeinde mit ein.

Quelle: Ina Tannert

Ebsdorf. Eine Zeitkapsel innerhalb der frisch sanierten Turmspitze wird künftige Generationen an diesen Moment erinnern. Nach rund fünf Monaten Bauzeit sind die Sanierungsarbeiten an Fassade und Turm der evangelischen Kirche Ebsdorf nahezu abgeschlossen - dies wurde gestern mit dem Setzen der Turmzier samt eingebauter Zeitkapsel gefeiert.

Rund 30 Meter ging es mit dem Bauaufzug am Gerüst entlang bis hinauf zur Kirchturmspitze. Unter dem Applaus der Anwesenden wurde die kupferne Kugel samt Manschette als Turmzier auf dem höchsten Punkt der Kirche angebracht. Nur etwas höher sitzt noch der metallene Hahn als „Krönung“ auf dem Kirchdach.

Anlässlich der Sanierungsarbeiten wurde in die Kuppel eine Dokumentenrolle aus Kupfer mit eingebaut. Die Zeitkapsel enthält ein versiegeltes und datiertes Dokument, das neben der biblischen Losung des Tages aus Psalm 107,9 auch über die Sanierung sowie aktuelle politische, kirchliche und gesellschaftliche Begebenheiten der Gemeinde samt den Namen öffentlicher Amtspersonen informiert. Eben alles, was die Gemeinde aktuell ausmacht, „als kleiner Einblick in das Zeitgeschehen des heutigen Tages“, sagte Pfarrerin Margret Ortmann, die die Sanierungsarbeiten für die Kirchengemeinde begleitet hatte. „Heute ist ein besonderer Tag für uns“, befand Konrad Bender, Vorsitzender des Gesamtkirchenvorstands, und freute sich über die abgeschlossene Sanierung.

Zur Feier des Tages spielte der Ebsdorfer Ralf Mink ein „Loblied für das gute Gelingen“ auf der Trompete, welches deutlich hörbar aus 30 Metern Höhe über dem Ort erschallte.

An der Sanierung waren zehn Baufirmen und Unternehmer beteiligt. Bereits im Jahr 2004 wurde eine erste Bestandsaufnahme der sanierungsbedürftigen Kirche erstellt. Drei Jahre später wurde in einem ersten Bauabschnitt das Treppenhaus im Innern der Kirche renoviert. Kurz darauf folgte eine Erneuerung des Chors, im Jahr 2011 wurde das Dach des Kirchenschiffes abgesichert.

Die Sanierung des Kirchturms begann im Juni dieses Jahres. Der ursprünglich romanische Turm der Kirche wurde in frühgotischer Zeit als Wehrturm ausgebaut und erhielt während der Spätgotik einen Spitzhelm mit vier Wichhäuschen für die Wachtposten. Das hölzerne Tragewerk des Daches geht zurück auf eine grundlegende Erneuerung im 17. Jahrhundert. Es wies teils witterungsbedingte Schäden auf und wurde durch massives Eichenholz ersetzt. So erklärte es Bauleiter Walter Dörr.

Soweit es möglich war, haben die Handwerker während der Bauarbeiten die alten, tragenden Holzteile erhalten. Der Turm bekam eine neu Verschalung und eine schützende Dichtungsschicht, auf die die Handwerker eine neue Schieferverkleidung nagelten. Auf den neu beschichteten stählernen Mittelstiel wurde als krönender Abschluss eine auffällige Kugel samt Manschette aus Kupfer gesetzt. Der Turm ist zudem mit einem neuen Blitzschutz ausgestattet.

Die Sanierung kostete rund 330000 Euro, teilte Pfarrerin Ortmann mit. Einen Großteil der Kosten trägt die Landeskirche, ebenfalls beteiligten sich der Kirchenkreis sowie die Kirchengemeinde.

Als allerletzter Bauschritt wird in den kommenden Tagen das Mauerwerk mit einer schützenden Mineralfarbe bestrichen. Die Verantwortlichen gehen davon aus, dass das Gerüst Ende kommender Woche abgebaut werden wird. Dann kann die Kirche wieder sichtbar in neuem Glanz erstrahlen, „als Wahrzeichen von Ebsdorf“, sagte Bürgermeister Andreas Schulz und stellte die große Verbundenheit und rege Zusammenarbeit zwischen der politischen und der kirchlichen Gemeinde in Ebsdorf heraus.

von Ina Tannert

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