Volltextsuche über das Angebot:

26 ° / 13 ° Regenschauer

Navigation:
Von der Handarbeit zur Setzmaschine

Rund um die Kartoffel Von der Handarbeit zur Setzmaschine

Am Samstag drehte sich in Niederwalgern alles „Rund um die Kartoffel“. Und am Sonntag standen historische Schlepper und Landmaschinen im Mittelpunkt. Ein Programm, das viele Besucher anzog.

Voriger Artikel
Polizei sucht Zeugen
Nächster Artikel
Kein Bier mehr: Festbesucher schlägt zu

Sortieren wie damals: Diese alte Maschine erleichterte den Kartoffelbauern einst die Arbeit, wie Marco Lang demonstriert (Mitte, rechts).

Quelle: Heiko Krause

Niederwalgern. Regen Zuspruch der Besucher fanden am Wochenende der Feldtag und das Traktorentreffen der Landmaschinenfreunde Nieder­walgern. Ortsvorsteher Hans-Heinrich Heuser, der die Moderation übernahm, erinnerte während der Präsentation mit „Livearbeit“ daran, dass die Produktion der Kartoffel heute im großen industriellen Stil betrieben werde, kaum ein kleiner Bauer baue sie noch an.

Mit ihren zwei Kaltblütern zeigten Frank Immel und Tochter Christine mit historischen Gerätschaften, wie in alten Zeiten zunächst nur die Furche gezogen wurde, in die jede einzelne Saatkartoffel per Hand eingebracht wurde. In den 1950er Jahren gab es dann schon Geräte, die für die Löcher sorgten. Und als langsam der Schlepper das Pferd ablöste, setzten sich, wie Häuser erläuterte, zunächst halbautoma­tische und dann vollautomatische Setzmaschinen durch.

Am Feldrand hatten die Landmaschinenfreunde eine Vielzahl an Geräten aufgestellt - die Besucher erfuhren, wie früher der Erdapfel mittels Sieb und manuellem Antrieb nach Größe sortiert wurde.

Am Sonntag war der Andrang in Niederwalgern noch größer als tags zuvor. Etwa 60 historische Traktoren waren zu sehen. Wie Reinhold Deutsch von den Landmaschinenfreunden Niederwalgern berichtete, bildeten in diesem Jahr die so genannten Bulldogs der Firma Lanz den Schwerpunkt.

Diese bis 1958 gebauten Schlepper seien heute selten. In Niederwalgern habe es bis zu zehn davon gegeben, „leider sind die alle verschrottet worden“, bedauerte der Traktorfreund, der sich umso mehr freute, dass 15 Besitzer ihre Schätze mitgebracht hatten. „Das sind selten so viele.“

Wie Deutsch betonte, kosteten die Oldtimer gute zwischen 15 000 und 20 000 Euro, einzelne, besonders gut erhaltene bis zu 60 000 Euro. Bei den Bulldogs stand „Lanz-Doktor“ Werner Lange aus Gießen Rede und Antwort zu allen technischen Fragen. Ihren Namen haben die robusten Traktoren von ihrem Motor, der einem Bulldog ähnelt. Aber auch die zahlreichen anderen Modelle der alten Schlepper stießen bei den Besuchern auf großes Interesse.

Vorgeführt wurden von den Veranstaltern auch historische Pfluggeräte, die von den historischen Traktoren gezogen wurden. Die Palette reichte von Gerätschaften aus der Mitte des 19. Jahrhunderts, als sich laut Deutsch der Eisenpflug durchsetzte, bis hin zu modernen Pflügen. Zum Einsatz kam auch die alte Dreschmaschine aus der Nachkriegszeit, die Lothar Theis aus Gontershausen mitgebracht hatte. Auch ganz moderne große landwirtschaftliche Geräte verdeutlichten neben den alten landwirtschaftlichen Maschinen, dass der Ackerbau heute eine ganz andere Dimension hat.

von Heiko Krause

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr