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Von damals und aus dieser Zeit

Volkskunstgilde live Von damals und aus dieser Zeit

Mit der richtigen Mischung aus Mundart, Tanz, Gesang und Schauspiel begeisterte die Tanzgruppe der Hessischen Volkskunstgilde auf dem „Udersbacher Hof“ in Rauischholzhausen.

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Passend zum Verlauf des Sonntagnachmittags wurde nach der Melodie von „The Lion sleeps tonight“ das Lied „Wai eas der Doag doch so schiee“ mehrstimmig auf die Bühne gebracht.

Quelle: Bernhard Hermann

Rauischholzhausen. Nachdem am Samstagabend die „Glasbowstones“ mit Rock`n Roll aus Mardorf die Bauernhofbühne gerockt hatten, war am Sonntag bäuerliche Unterhaltung angesagt. Unter dem Thema „Kultur im Storchennest“ wurden Szenen des bäuerlichen Lebens von früher in einem Singspiel in drei Akten gekonnt auf die Bühne gebracht. Beinahe wäre die Veranstaltung aufgrund der anhaltenden Regenschauer am Sonntagmorgen ins Wasser gefallen, doch pünktlich vor dem geplanten ersten Auftritt wurde es trocken und die Sonne kam zaghaft hervor, so dass sich der Hof so nach und nach füllte.

Wie an einem roten Faden reihten sich auf der Bühne die Geschehnisse bei der „Feldarbeit“, „dem Tratsch an der Milchbank“ und „dem Tanz unter der Linde“ aneinander. Köstlich mit anzuhören waren die Dialoge zwischen der Bäuerin (Katja Bender) und dem Gesinde, das die Arbeitszeit auf dem Feld, allem Anschein nach, hauptsächlich mit Frühstücken verbringen wollte. Oder die immer wieder eingespielten kleinen Rivalitäten der evangelischen oder katholischen Bauersfrauen, die nur zu „Schauzwecken“ die rote Wurst zuoberst in den Frühstückskorb gelegt hatten.

Die noch täglich ihre originale katholische Tracht tragende Christine Luzius aus Roßdorf hatte sichtlichen Spaß an den kleinen konfessionellen Reibereien und freute sich, als im zweiten Akt die katholischen „Bodderweiber“ mit den „Luthersche Trochteweiber“ gemeinsam auf der Bühne standen und mit den Knechten und Bauern tanzten. Die Themen passten hervorragend zu dem bäuerlichen Anwesen in Rauischholzhausen, war immer wieder vom begeisterten Publikum zu hören, das auch nicht mit gelegentlichem Szenebeifall sparte.

Vielleicht war es auch die besondere Bauernhofatmosphäre und die guten akustischen Verhältnisse des Hofes, die dem Schauspiel und Gesang eine positive Note verliehen. Ohne elektronische Verstärkung konnten Lieder wie „Doas met dem rure Rock“ , „Die rure Roiwe Robbmaschin“, „Ihr Herren schweigt ein wenig still“, „De Melchhenner“ oder „Wenn alle Brünnlein fließen“ dem Publikum präsentiert werden.

Für Besucher, die aufgrund der widrigen Witterungsverhältnisse, den Weg ins Storchennest verspätet gefunden hatten, wurde die „Feldarbeit“ noch einmal als Zugabe wiederholt. Dass mit Britta Fischer, Peter Keller, Manfred Pohl und Herbert von Thaden gleich vier Musiker auf dem Akkordeon spielten, gab den Auftritten eine besondere Note. Umrahmt wurde die Veranstaltung mit einem kleinen Bauernmarkt, wo es selbst hergestellte Produkte zu kaufen gab.

Den Abschluss der Veranstaltungsreihe „Kultur im Storchennest“ gibt es am autofreien Sonntag, 15. September, bei freiem Eintritt, mit der Kapelle „Die Appenkrainer“.

von Bernhard Hermann

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