Volltextsuche über das Angebot:

5 ° / 3 ° Regen

Navigation:
Von Ortsrivalität zum sonnigen Image

Chronik Ebsdorfergrund Von Ortsrivalität zum sonnigen Image

Mit einer neuen Chronik erinnert die Großgemeinde Ebsdorfergrund ihren Anfängen und einen nicht ganz reibungslosen Zusammenschluss von elf selbständigen Ortsteilen.

Voriger Artikel
Claudia Schnabel nimmt ihre Arbeit auf
Nächster Artikel
Ziele sind nicht immer Spanien und Afrika

Seit über 40 Jahren besteht die selbst ernannte „Sonnenscheingemeinde“ Ebsdorfergrund. Nun konnte Bürgermeister Andreas Schulz die neue Gemeindechronik vorstellen.

Quelle: Ina Tannert

Dreihausen. Im Verlauf der 1970er Jahre wuchs das Gemeindegebiet Ebsdorfergrund um ein Vielfaches – um aus 13 geschichtsträchtigen und stolzen Dörfern eine starke Kommune zu bilden, war jedoch einiges an Arbeit nötig. Im Juli vergangenen Jahres feierten die Bürger das 40-jährige Bestehen der Gemeinde – ein guter Grund, um an die holprigen Anfänge der heute finanzstarken Kommune mit sonnigem Image zu erinnern.

Dabei war es gar nicht so einfach die Entstehung der Gemeinde genau zu terminieren. Deren Ursprung bildete bereits im Jahr 1971 der Zusammenschluss von Dreihausen und Heskem samt Mölln. Im Jahr darauf folgten Wittelsberg, Roßberg und Wermertshausen. Im Zuge der hessischen Gebietsreform wurden schließlich die verbleibenden sechs Dörfer per Landesgesetz im Jahr 1974 nicht ganz freiwillig eingemeindet.

Widerstand un Zusammenhalt

Der Zusammenschluss verlief dabei nicht ohne Widerstand, Ortsrivalitäten und einigem „Hauen und Stechen“, berichtete Bürgermeister Andreas Schulz. Doch auch wenn sich vor 40 Jahren so einige Bewohner und Bürgermeister der ehemals selbständigen Kommunen gegen den Reformzwang stellten – die neue Gemeinde wuchs zusammen und bilde heute „einen starken, gelebten Zusammenschluss“, so Schulz.

Da Heskem-Mölln sowie Beltershausen-Frauenberg jeweils als ein Ortsteil gelten, besteht der kommunale Verband der elf Ortsteile eigentlich aus 13 Dörfern. Die Landschaftsbezeichnung „Ebsdorfer Grund“ gab es übrigens lange vor der Entstehung der gleichnamigen Gemeinde. Auch wenn die Dörfer ihre Eigenständigkeit verloren, ihre Identität konnten sich die Ortsteile bis heute erhalten, „wir haben eine große dörfliche Vielfalt“, lobt das Gemeindeoberhaupt.

Die individuelle Entwicklung, spezifische Besonderheiten und historische Bedeutung der einzelnen Ortsteile fassten die jeweiligen Ortsvorsteher zu einer bunten Chronik zusammen. Ein weiterer Teil widmet sich der Besiedlungsgeschichte der Region, die von dem ansässigen Historiker Dr. Peter Heidtmann-Unglaube erforscht und per historischem Zeitraffer zusammengefasst wurde. Daneben werden die finanzielle und kommunalpolitische Entwicklung sowie zahlreiche identitätsstiftende Bau- und Fördermaßnahmen der vergangenen Jahre dokumentiert.

Blick in die Vergangenheit

Als bekanntes „Urgestein der Gemeinde“ und langjährige Mitarbeiterin der Verwaltung beteiligte sich unter anderem auch Bewohnerin Elfriede Wagner und ergänzt die Broschüre mit Erinnerungen an eine Zeit, als die Dörfer keine Straßennamen, sondern lediglich Hausnummern trugen und die Gemeindeverwaltung noch mit nur drei Mitarbeitern auskam. „Die Chronik besteht aus einem Rückblick, einer Beschreibung des Heute und einem Ausblick“, fasst Schulz zusammen.

Die Broschüre wurde bereits an sämtliche Haushalte der Gemeinde sowie an die Schulen verschickt. Erhältlich ist die kostenlose Chronik in der Verwaltung, sämtlichen Bürgerbüros, dem Grundbad und demnächst online auf der Homepage der Gemeinde Ebsdorfergrund.

von Ina Tannert

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr