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Bürgermeisterwahl Fronhausen Vier Seiten für einen guten Eindruck

Im Internet wird eine Bürgermeisterwahl nicht gewonnen. Aber es gehört dazu, dass sich Bewerber auch online präsentieren. Die OP hat auf den Seiten der Fronhäuser Kandidaten nachgeschaut.

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Wer macht das Rennen um den Chefsessel in der Gemeindeverwaltung Fronhausen?

Quelle: Tobias Hirsch

Fronhausen. Natürlich ist vieles Geschmackssache und jeder Leser geht mit einer anderen Erwartung an eine solche Seite heran. Dennoch lässt sich an den Homepages der Bewerber einiges ablesen. Inwieweit die Kandidaten die Seiten selbst bestücken, wird hier nicht untersucht. Betreiber der Seiten ist bei Claudia Schnabel und Peter Kelch der Kandidat selbst. Bei Werner Speier ist es eine Kanzlei aus Gießen, bei Michael Esken eine Firma aus seiner Heimatgemeinde Jade.

Michael Esken

Pluspunkt der Seite ist die optische Umsetzung. Modern gestaltete Inhalte, die man über ein übersichtliches Scroll-Menü am Stück lesen kann und ein freundliches, gestochen scharfes bildschirmbestimmendes Foto machen einen guten Eindruck. Kritischer muss man die Inhalte bewerten, besser gesagt das, was fehlt: „30 Jahre Berufserfahrung in der freien Wirtschaft, in der Kommunalverwaltung und als selbständiger Geschäftsführer“ - das ist alles, was man auf der Seite des derzeitigen Bauamtsleiters über die Person Michael Esken erfährt. An einer Stelle kann man noch herauslesen, dass Esken Architekt und Stadtplaner ist.

Das ist für eine Persönlichkeitswahl einfach zu wenig. Es fehlen zumindest ein Lebenslauf und persönliche Angaben. Schließlich ist Esken erst seit drei Jahren in der Gemeinde. Eine Google-Suche bringt mehr Ertrag, wirft aber auch Fragen auf. Von seinem langjährigen kommunalpolitischen Engagement, unter anderem als Ratsherr und SPD-Vorsitzender in seiner Heimatgemeinde, liest man auf der Homepage nichts. Auch nichts davon, dass Esken Geschäftsführer eines Unternehmens („Esken Energie“) mit Büros in Jade und Fronhausen ist. Unverständlich, dass diese Qualifikationen in seiner Bewerbung nicht auftauchen. Eine mögliche Erklärung: In Fronhausen tritt Esken als parteiloser Kandidat an, die SPD-Ortsvereine der Gemeinde stützen einen anderen Kandidaten.

 

Werner Speier

Werner Speiers Auftritt im Netz wirkt sehr professionell, hat aber auch Schwächen. Zum einen überdeckt sein Porträtfoto teilweise Text auf der Seite, manche Abstände sind zu eng gewählt und es werden viele verschiedene Schriftarten verwendet, was die Ansicht unruhig macht. Zum anderen sind seine Texte offenbar nicht gut genug Korrektur gelesen, es finden sich reichlich Schreib- und Kommafehler.

Inhaltlich fehlt nichts, neben Lebenslauf und Berichten über seine Wahlkampfbesuche hat er die wichtigsten programmatischen Ziele skizziert. Er betont, dass er sein Programm aus den Gesprächen mit Bürgern und ihren Wünschen zusammengestellt hat und geht nicht mit einem klassischen eigenen Themenkatalog ins Rennen. Werner Speier verzichtet auf seiner Seite auch darauf, die CDU deutlich sichtbar als Unterstützer zu nennen.

 

Claudia Schnabel

Ein fast gegensätzliches Fazit gegenüber Eskens Seite lässt sich beim Internetauftritt von Claudia Schnabel von der Initiative Fronhausen ziehen. Hier ist die grafische Gestaltung etwas weniger gelungen, die Seite wirkt vor allem durch eine sogenannte Stichwortwolke im Seitenkopf etwas überladen und unruhig, die Farbgebung ist Geschmackssache. Dafür ist ihre Seite inhaltlich von allen Kandidaten am umfangreichsten.

Während die einzige Frau im Bewerberquartett bei den Programmstichpunkten noch abstrakt bleibt, wird sie unter dem Menüpunkt „Mehr“ dann ausführlicher und bringt auch eine persönliche Note und viel Wissen aus ihrer kommunalpolitischen Arbeit ein. Man sieht der Seite schon an, dass Schnabel nicht so viel Geld in die Erstellung gesteckt hat wie Esken und Werner Speier. Doch das muss im Werben um Wähler auch nicht zwangsläufig ein Nachteil sein.

 

Peter Kelch

Wie Claudia Schnabel hat Peter Kelch eine Internetseite wie aus einem Standard-Baukasten. Sie ist an die Optik der offiziellen SPD-Seiten angelehnt, der Auftritt lässt viel Weißraum und wirkt, positiv ausgedrückt, sehr übersichtlich und zurückhaltend. Eher unvorteilhaft ist das Kandidatenbild in Kreisform.

Kelch und Schnabel setzen im Übrigen beide auf kleine Fotos, für eine Persönlichkeitswahl dürfte es aber durchaus ein auf der Seite dominanteres Foto sein. Sein Programm hält Peter Kelch recht offen, neben ein paar konkreten Ideen wie der Familienkarte verweist er darauf, dass er noch nicht absehen könne, was er in der Parlamentskonstellation umsetzen könne. Dass er den thematischen Teil damit beginnt, ist vielleicht etwas unglücklich.

Peter Kelch ist der Einzige, der auf seine Facebook-Aktivitäten verweist und dort auch eine Diskussionsgruppe über Fronhausen unterhält. Bei Werner Speier gibt es einen „Gefällt-mir“-Button, aber keine Verbindung zu einer Seite im sozialen Netzwerk.

von Michael Agricola

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