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Vier Generationen unter einem Dach

Erfolgsmodell Vier Generationen unter einem Dach

Um junge und ältere Sichertshäuser an einen Tisch zu holen, hat der SPD-Ortsverein zu einem Mehr-Generationen-Frühstück eingeladen.

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Alexander, Sandra und Jasmin Lauer (von links) wohnen nur 100 Meter von Uroma Christine Kraft und Oma Anita Majewski mit Ehemann ­Günther Majewski entfernt. Bis vor drei Jahren lebten sie noch alle unter einem Dach.

Quelle: Patricia Kutsch

Sichertshausen. Dabei kam der Vorsitzende Alexander Lauer selbst mit seiner Familie, die bis vor drei Jahren noch mit vier Generationen unter einem Dach gelebt hat.

Das besondere Frühstücks-Bonbon: Für jede Familie, die mit drei Generationen mitfrühstückt, spendete der Ortsverein der SPD 30 Euro an den Kindergarten in Bellnhausen. Drei solcher Großfamilien kamen. Weitere 50 Euro gab es für die Vier-Generationen-Familie des SPD-Vorsitzenden Alexander Lauer. Zusammen mit Spenden der 60 Frühstücksgäste kamen 350 Euro für den Kindergarten zusammen. Die Leiterin Elke Schwing freute sich darüber und berichtete, dass das Geld gelegen komme: Wegen neuer gesetzlicher Auflagen müssten die Sanitäranlagen und die Wickelstation erneuert werden.

Vorteil liegt im "Füreinander da sein"

Vom Kleinkind, das noch am Schnuller nuckelte, bis hin zur Uroma, waren alle Altersklassen bei dem Frühstück vertreten. Die größte Familie war die von Alexander Lauer. „Bis vor drei Jahren haben wir mit vier Generationen unter einem Dach gelebt“, erzählt er. Dann habe er in der Nachbarschaft ein Haus gekauft und sei dort mit seiner Frau und den beiden Kindern eingezogen. „Aber nicht, weil es nicht geklappt hätte mit den Großeltern und der Urgroßmutter“, betont Ehefrau Sandra Lauer. „So haben wir einfach alle mehr Platz.“ Uroma Christine Kraft hat so eine eigene Wohnung, ihre Schwiegertochter Anita Majewski und deren Ehemann Günther Majewski ebenso. „Trotzdem sind wir alle weiterhin füreinander da.“ Das „Füreinander da sein“ sei auch der große Vorteil der vorherigen Wohnsituation gewesen. „Die Uroma vermittelt Lebensweisheiten und freut sich, wenn die Kinder um sie herum sind“, sagt Alexander Lauer. „Außerdem bin ich so fit, weil ich immer auf die Enkel und die Urenkel aufgepasst habe“, sagte Christine Kraft. Vokabeln habe sie abgefragt und sei viel mit ihnen spazieren gegangen.

"Man ist nie alleine"

„Bei vier Generationen in einem Haus ist immer was los“, weiß Alexander Lauer. Seine Mutter Anita Majewski fügte hinzu: „Man ist nie alleine.“ Das habe ihr sehr geholfen, als ihr erster Mann verstorben sei - die Enkel hätten das Haus mit Leben erfüllt. Sie zog mit 17 Jahren in das Haus ihres Mannes und ihrer Schwiegermutter. Wenig später kam Alexander Lauer zur Welt. „Alexander wollte später unbedingt daheim bleiben“, erinnert sich Anita Majewski. Daher habe die Familie groß angebaut. Die ganze Familie in einem Haus: Vor einigen Jahrzehnten sei dies auf dem Dorf noch ganz üblich gewesen - heute wird es immer seltener. „Das Prinzip der Generationen, die füreinander da sind, ist dadurch verlorengegangen“, bedauert Alexander Lauer. Städtische Wohnprojekte versuchen heutzutage, es mit Mehr-Generationen-Häusern zurückzuholen.

von Patricia Kutsch

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