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Verein „Kinder im Grund“ wird sich auflösen

Krippe Verein „Kinder im Grund“ wird sich auflösen

18 Jahre gab es die Elterninitiative „Kinder im Grund“, die in Eigenregie, jedoch mit festangestellten Fachkräften, eine Kinderkrippe betrieb. Jetzt ist damit Schluss.

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Die Kita Fliegenpilz in Dreihausen. Innerhalb dieser Kita hat auch die Kindergruppe Bullerbü ihre Räume. Zuvor war sie auch schon in Beltershausen und in Wittelsberg beheimatet.Foto: Götz Schaub

Dreihausen. Sie sind definitiv der letzte gleichberechtigte Vorstand: Christina Schmidt, Daniela Thomas und Karen Dettmering. Mit der einstimmigen Entscheidung der Vereinsmitglieder, den Verein „Kinder im Grund“ aufzulösen und die Kinderkrippe Bullerbü in Gemeindehand zu übergeben, können sie sehr gut leben. Nach 18 Jahren haben sich die äußeren Voraussetzungen grundlegend verändert. Mittlerweile gibt es gemeindlich geführte Kinderkrippen, die praktisch eine Elterninitiative überflüssig machen. Und: Welches Elternteil will bei einem solchen Angebot, sich dann selbst wieder knebeln mit der Übernahme eines Vorstandspostens?

„Wir sind ja nicht nur Vorstandsmitglieder wie in einem normalen Verein, wir sind zugleich Arbeitgeber und damit für alles verantwortlich, was sich auf diesem Gebiet ergibt und was es dort zu beachten gibt“, sagt Christina Schmidt. Viele Mütter geben ihre kleinen Kinder in eine Krippe, um selbst wieder arbeiten gehen zu können. Das könne man als Vorstandsmitglied kaum miteinander vereinbaren und so sei es zuletzt immer sehr schwierig gewesen, einen arbeitsfähigen Vorstand zu finden.

„In der Regel bleiben dann die Eltern auch nur ein, zwei, drei Jahre im Vorstand, sprich so lange, wie ihr eigenes Kind betreut wird. Dann kommen wieder neue, die sich wieder neu in diese besondere Vorstandsarbeit einarbeiten müssen“, erläutert Daniela Thomas. Zuletzt wurde auch nur noch die Mindestzahl von drei Vorstandsmitgliedern erreicht. Die Zukunft ließ keine besseren Ergebnisse mehr erwarten. Da aber die Kinderkrippe sowieso räumlich schon in der Dreihäuser Kindertagesstätte angesiedelt ist, lag es förmlich auf der Hand, sie in die Obhut der Gemeinde Ebsdorfergrund zu geben.

Bürgermeister Andreas Schulz und Heike Schick, Ansprechpartnerin und Koordinatorin der Kinderbetreuung im Ebsdorfergrund, sehen keine Gründe, die dagegen sprechen könnten. Das Vereinsvermögen soll komplett in die Gemeindekasse fließen und zweckgebunden der Krippe zugute kommen. „Letztendlich muss noch die Gemeindevertretung zustimmen, da wir ja auch das Personal übernehmen wollen, das dann weiterhin für die Kinder der Bullerbü-Gruppe zuständig ist“, sagt der Bürgermeister.

Er kann sich auch hier keinen Grund denken, warum die Gemeindevertreter dagegen sein könnten. Für die Eltern der jetzigen Gruppenkinder ändert sich dann nicht viel. Im Gegenteil, alle Sonderregelungen sollen in Kraft bleiben, bis ihr Kind diese Einrichtung verlässt und in den Kindergarten wechselt. Für Heike Schick war die Krippengruppe seit ihrem Einzug in den Dreihäuser Kindergarten stets eine Bereicherung. „Sie war, ist und wird immer Teil der Kita sein“, sagt sie.

Der Verein nahm vor 18 Jahren seine Arbeit auf, weil es damals noch keine ausreichenden Betreuungsangebote für Kinder unter drei Jahren gab.

von Götz Schaub

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