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Das Werk von "Heinzelmännchen" Heinz Heuser Verdienstkreuz

Heinz Heuser ist seit fast einem halben Jahrhundert ehrenamtlich engagiert. Als Anerkennung seines unermüdlichen Engagements bekommt er heute das Bundesverdienstkreuz am Bande.

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Ortsvorsteher Heinz Heuser (links und kleines Foto) ist stolz darauf, dass die Bewertungskommission seinem Heimatdorf beim Wettbewerb „Unser Dorf“ gute Noten verpasst hat: „Das ist etwas, das wir im Team erreicht haben“. Niederwalgern wurde Zweiter beim Landesentscheid.Fotos: Grähling/Schaub

Niederwalgern. „Ehrenamt geht nur im Team mit vielen Mitstreitern und mit der Familie als Fundament“, betont Heinz Heuser immer wieder. Der 66-Jährige bekommt heute das Bundesverdienstkreuz am Bande. Ihm ist es aber wichtig, dass es keine Auszeichnung für seine Leistungen ist - sondern für Team-Leistungen. In erster Linie nennt er da die „Bürger helfen Bürgern“, eine Gruppe Ehrenamtlicher, die das soziale Leben im Dorf mitgestaltet. Etabliert als feste Größe im Dorf haben sich auch die „Heinzelmännchen“, die handwerkliche Aufgaben in Niederwalgern übernehmen und so das Ortsbild und die Lebensqualität mitbestimmen. „Zusammen sind wir etwa 50 Niederwälger, die sich in den beiden Gruppen engagieren“, sagt Heuser. „Wir sind alle Leistungsträger und bei uns gibt es keine Rangfolge.“

Der gebürtige Niederwalgener packt aber nicht nur in den beiden Gruppen mit an: Heuser ist seit 14 Jahren Ortsvorsteher, seit der Gebietsreform ist er im Ortsbeirat aktiv. Auch saß er viele Jahre für die CDU in der Gemeindevertretung. „Als ich 2004 gegen die Fraktion für eine Vollzeitstelle in der Jugendpflege gestimmt habe, fand ich in der CDU keine Beachtung mehr“, sagt er. Es habe ihn enttäuscht, dass er für eine Gewissensentscheidung so abgestraft worden sei. „Der Erfolg der Jugendpflege gibt mir ja heute recht.“ Die Liste der Ehrenämter ist bei Heuser lang: Schon in jungen Jahren wurde er Jugendwart der Feuerwehr und stellvertretender Ortsbrandmeister.

Mehr als 20 Jahre war er im Vorstand der SG Niederwalgern/Wenkbach, 18 Jahre davon Vorsitzender. Seit der Gründung des Förderkreises „Kultur in der Region“ im Mai 2003 ist er dort im Vorstand aktiv, ebenso wie im „Förderverein für Kinder und Jugendliche in Weimar“. Von 1994 bis 2004 war er Vorsitzender des Arbeitskreises Dorferneuerung. In dieser Zeit entstanden etwa das Musik- und Kulturhaus und der naturwissenschaftliche Spielplatz. „Anfangs war es ein normales Engagement im Verein“, sagt Heuser heute. „In den vergangenen 30 Jahren ist es aber immer intensiver geworden. Ich habe versucht, den Ort gemeinsam mit meinen Mitmenschen zu gestalten.“ Es habe ihn einfach gepackt: „Wir kamen gut voran und dann will man auch nicht aufhören“.

„Vielleicht habe ich mich ja auch angesteckt“

In die Verantwortung sei er irgendwie reingewachsen. „Vielleicht habe ich mich auch angesteckt“, sagt Heuser. Schließlich sei sein Großvater 21 Jahre Bürgermeister im Ort gewesen. „Da habe ich alles live mitbekommen. Viele politische Gespräche sind bei uns in der guten Stube geführt worden.“

Neben seinem Engagement ist Heuser Landwirt, hat den Betrieb seiner Eltern übernommen und kürzlich an seinen ältesten Sohn weitergegeben. Heuser arbeitet aber weiter tatkräftig mit, „schließlich mache ich das schon ein Leben lang mit Spaß und Freude“. Das bringt er auch in die Gruppe der „Landtechnikfreunde“ mit ein, die den Menschen alte Traditionen und Arbeitsweisen zeigen.

Der 66-Jährige hat drei Kinder und sieben Enkelkinder, die ihm „viel Freude schenken“. Heuser hat das Laufen für sich entdeckt, beendete drei Mal den Marathon in New York. Heute reist er sehr gerne, hält darüber Vorträge in den Seniorentreffpunkten des Kreises. „Im Januar geht es nach Südafrika und ab Februar erzähle ich in sieben Treffpunkten davon“, verrät er.

Seine ehrenamtliche Arbeit will Heuser nach und nach zurückschrauben. „Ich hoffe, dass ich die Wahlperiode noch zu Ende bringen kann.“ Danach werde er sich nicht mehr zur Wahl stellen. „Dann bin ich 70 und dann mag es auch mal gut sein.“ Spaß habe er nach wie vor an seiner Arbeit, aber „man muss auch mal loslassen“. Zuvor brennen ihm für 2017 aber noch einige Projekte unter den Nägeln: „Wir wollen unsere Grillhütte neu bauen und einen Unterstand für die Wasserbüffel an den Martinsweihern.“ Zu tun gibt es für den Landwirt und seine Heinzelmännchen also noch genug.

von Patricia Grähling

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