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"Unser Dorf hat Zukunft": Kommission in Niederwalgern

Landesentscheid "Unser Dorf hat Zukunft": Kommission in Niederwalgern

Die elf Mitglieder der Kommission für den Landesentscheid des Wettbewerbs „Unser Dorf hat Zukunft“ zeigten sich sehr beeindruckt von der Dorfgemeinschaft in Niederwalgern.

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 Kirsten Fründt und Heinz Heuser bei der Enthüllung der Tafel für den Naturerlebnispfad vor dem Bürgerhaus.

Quelle: Götz Schaub

Niederwalgern. Sehenswert, liebenswert, lebenswert – das ist in drei Worten ausgedrückt Niederwalgern. Ganz sicher. Nun, die Mitglieder des Arbeitskreises „Unser Dorf hat Zukunft“ schmückten das für die „Jury“-Mitglieder natürlich noch etwas detaillierter aus. Nicht erschlagend, sondern durchschlagend.

Ja, die Präsentation gestern Nachmittag war ein durchschlagender Erfolg. Die Kommissionsmitglieder zeigten sich von der Projekt-Vielfalt und den vielen engagierten Menschen im Ort sehr beeindruckt. Und tatsächlich: Wo man geht oder steht, wird man mit Besonderheiten und Überraschungen konfrontiert.

Unterschiedliche Sport- und Spielmöglichkeiten

Allein der Naturerlebnispfad, der überdies gestern als „fertig“ offiziell eingeweiht wurde, birgt so viele Besonderheiten vom Tretbecken über den Erlebniswald für Kinder bis hin zum Funpark mit seinen je nach Jahreszeit unterschiedlichen Spiel- und Sportmöglichkeiten.
Die Vogelbeobachtungsstation am Martinsweiher, die dort vor Kurzem angesiedelten Wasserbüffel, hunderte Wasservögel und ein Storchenpaar ziehen immer wieder zahlreiche Besucher an, die übrigens nach ihrem Naturerlebnis gerne in Niederwalgern in die stilvolle Blockhaus-Pizzeria einkehren können. Nach einer Einführungsrunde im Bürgerhaus wurde die Kommission im Dorf umhergeführt, mitunter auch nach Sachthemen getrennt, um überhaupt alles schaffen zukönnen, denn die Zeit von zwei Stunden durfte nicht überschritten werden.

Beeindruckende Bepflanzung an Schulgebäuden

Obgleich der Ort schon von Natur umgeben ist, machte Heinz Heuser unter anderem auch darauf aufmerksam, wie viel Grün im Ort selbst existiert und auch willentlich so angepflanzt wurde, um die heimische Artenvielfalt von Pflanzen, Insekten und Tieren zu erhalten. Besonders beeindruckend etwas, was die Niederwalgerner wohl selbst gar nicht mehr als etwas Besonderes wahrnehmen, weil es mit dem Bau der Gesamtschule (GSN) einherging und seither so aussieht: die Bepflanzung direkt an den Schulgebäuden und auf dem Schulareal. So haben die Schüler ein naturwissenschaftliches Lernfeld direkt vor der Nase.

Schutzbunker ist Quartier für Fledermäuse

Natürlich können sie auch etwas weiter weg gehen, nämlich an den Walgerbach, wo gestern Schüler der sechsten Jahrgangsstufe Wasserproben nahmen und allerlei Kleinstlebewesen im Wasser fanden und bestimmten. Schülergruppen gehören in Niederwalgern durchaus zum gewohnten Ortsbild, denn die GSN legt viel Wert auf außerschulische Lernorte.

Auch für Fledermäuse schlagen in Niederwalgern Herzen. So wurden alte Schutzbunker aus dem Zweiten Weltkrieg wieder so weit sichtbar gemacht, dass dort Fledermäuse Quartier beziehen können. Neben der Kommission begleiteten auch Weimars Bürgermeister Peter Eidam und Landrätin Kirsten Fründt die Präsentatoren. Und sie waren voll des Lobes. Eidam, weil er weiß, dass jeder Liter Farbe, jeder Cent, der von der Gemeinde losgeeist wird, in Niederwalgern eine sinnvolle Verwendung findet. Die Landrätin, weil sie in Niederwalgern ein tolles Beispiel für eine funktionierende Dorfgemeinschaft vorfindet und ihre Ideale von
einem lebendigen Dorf, das generationsübergreifend zum Wohle aller im Ort arbeitet, verwirklicht sieht.

Konzept zur Integration wird schon angewandt

Und ja, in Niederwalgern wird nicht nur handwerklich viel gemacht. Auch auf dem sozialen Sektor bewegt sich was. Während andere Orte noch zaudern und theoretisch diskutieren, gibt es in Niederwalgern schon eine klare Linie, ein echtes Konzept für erfolgreiche Integrationen von ausländischen Mitbürgern. „Wir suchen den Kontakt und gehen direkt in die Familien“, erklärt Helke Schmermund. So werde eine Vertrauensbasis aufgebaut, die Barrieren überwindet, auch wenn es durchaus auch mal zu dem einen oder anderen Missverständnis komme. Man müsse den unterschiedlichen Kulturkreis schon etwas berücksichtigen.

31 Vereine und Gruppen bieten für jeden etwas

Ganz frisch: Es ist gelungen, dass ein rumänischer Mitbürger eine Festanstellung bei einem Betrieb in Niederwalgern erhalten hat. Mehr als 40 Gewerbetreibende, 31 Vereine und Gruppen bieten praktisch für jeden Einwohner etwas, manchmal einen Arbeitsplatz, manchmal nur Unterhaltung oder aber neue soziale Kontakte. Neben den Schülern der Gesamtschule wird in Niederwalgern auch an die kleineren Kinder gedacht.

Jüngst durften sie auf dem Kindergartengelände ein tolles Spielhaus in Besitz nehmen, das die Heinzelmännchen, ein Zusammenschluss handwerklich begabter Menschen aus Niederwalgern, gezimmert hatten. Kinder der dritten Grundschulklasse, die aus Niederwalgern kommen, steuerten übrigens zur visuellen Präsentation des Ortes im Bürgerhaus ein Plakat bei, auf dem sie ihre Sicht auf Niederwalgern darlegten – eine einfache, aber sehr charmante Idee.

Dorfbegehung wird positiv bewertet

Nach zwei Stunden Infos pur und Sight-Seeing durften die Niederwälger die Anspannung lockern. Die Dorfbegehung, zum Teil mit einem Mini-Bus absolviert, wurde durch und durch positiv bewertet. Zudem hatten die zahlreichen Helferinnen und Helfer auch an alles gedacht: Erfrischungsgetränke, Kaffee und selbst gebackenen Kuchen zwischendurch zur Stärkung und zum guten Ende noch ein gemütliches Beisammensein im Bürgerhaus.

Zuvor weihte die Leiterin der Kommission, Hiltrud Schwarze vom Regierungspräsidium Kassel, mit Landrätin Kirsten Fründt den Naturerlebnispfad ein, indem sie das neue Schild vor dem Bürgerhaus enthüllten. Schwarze zog schließlich auch ein Fazit für die Kommission und sprach von einem wahren „Feuerwerk“ an Ideen und Projekten, die sie in Niederwalgern vorgestellt bekommen habe.

Landrätin setzt auf Einzigartigkeit des Dorfes

Landrätin Fründt setzt darauf, dass diese Einzigartigkeit, die Niederwalgern auszeichne, ausreicht, um sich bei der Siegesfeier am 11. Oktober in Melsungen wiederzusehen. Sie setzt auch heute auf Großseelheim, schließlich machen sich Niederwalgern und Großseelheim keine Konkurrenz um den Sieg, weil sie in verschiedenen Klassen starten. Niederwalgern gehört zur Gruppe jener Orte, die bereits ein Dorferneuerungsprogramm durchlaufen
haben.

von Götz Schaub

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