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Unerwartetes Geld für den Spielplatz

Dorferneuerung Wittelsberg Unerwartetes Geld für den Spielplatz

Die Dorferneuerung von Wittelsberg geht auf die Zielgerade. Nach dem Spielplatz in diesem Jahr sollen 2017 der Jugendclub und die Ortsbegrünung das Projekt abrunden. Dafür muss die Gemeinde an anderen Stellen sparen.

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Der Grundtreff als Highlight der Dorferneuerung von Wittelsberg erhält abschließend eine Sperre für Falschparker.

Quelle: Ina Tannert

Wittelsberg. „Grundtreff, Grün und Gartenarbeit“ – über bisherige, bereits abgeschlossene Projekte berichtete am vergangenen Donnerstag der Arbeitskreis und gab einen Ausblick auf die Zukunft der Dorfentwicklung.

Diese neigt sich langsam dem Ende zu und besteht noch aus drei abschließenden Programmpunkten – allen voran der Kinderspielplatz, für den es eine überraschende Wendung gibt: der wird nun nicht mehr nur aufgemöbelt, sondern gleich noch kostenintensiver erweitert. Ein Grund für den überraschenden Geldsegen, über den sich die Jüngsten freuen können, ist eine neue „Bagatellgrenze“ der Leader-Fördergelder – Projekte unter 10.000 Euro werden nicht mehr gefördert. Um sich trotzdem einen Teil vom Kuchen holen zu können, verdoppelte die Gemeinde kurzerhand die Summe für das Projekt, muss dafür auch selber mehr Eigenkapital locker machen, nämlich 12.000 Euro.

Gemeinde verdoppelt eingeplante Summe

„Das ist doppelt so viel wie ursprünglich geplant, dafür wird der Spielplatz komplett runderneuert“, berichtete Bürgermeister Andreas Schulz. Die zusätzlichen Kosten werden sich wiederum auf den nächsten Punkt der Agenda auswirken – die Ortsbegrünung von Wittelsberg samt Fahrbahnteiler am Ortsausgang in Richtung Heskem. Diese soll im kommenden Jahr folgen und war ursprünglich mit 80 000 Euro eingeplant. Ob diese Summe weiterhin zur Verfügung steht, ist ungewiss, derzeit beschäftigt sich noch das beauftragte Planungsbüro mit diesem Programmpunkt.

Auch eine gesunkene prozentuale Übernahme aus dem Fördertopf, mittlerweile von ehemals 75 Prozent auf 70 Prozent, könnte hierbei zu einigen Abschlägen führen. Dramatisch empfanden das die Anwesenden nicht, bereits im vergangenen Jahr hatten sich mehrere Bürger für eine gemäßigte Begrünung ausgesprochen, nach dem Motto „weniger ist mehr“.

Jugendclub ist das letzte Projekt in Wittelsberg

Das Ende der jahrelangen Dorferneuerung leitet schlussendlich die Einrichtung eines neuen Jugendclubs im kommenden Jahr ein. Damit wäre die Dorfentwicklung für ein neues Wittelsberg nahezu abgeschlossen und das fast schon in Rekordzeit, deutlich schneller als ursprünglich geplant.

Ein aktuelles Projekt ist dagegen die laufende Sanierung des Feuerwehrhauses für rund 65 000 Euro vom Feuerwehrverein – und die „geht voran, wir kommen gut hin“, teilte Vereinsvorsitzender Gerhard Staubitz mit. Die Außenfassade
ist fertig, Dämmung und Decken wurden bereits verbaut und die ersten roten Tore gesetzt. Im Oktober soll planmäßig Einweihung gefeiert werden.

Auch im Hinterstübchen des eigentlichen Grundtreffs wird gearbeitet. Der Gebäudeteil heißt nun offiziell Sporthalle – nicht mehr Mehrzweckhalle – und wird ausschließlich für Sportveranstaltungen zur Verfügung stehen. Alleine schon aus Brandschutzgründen ein Muss. Eine kleine Umgestaltung der Halle begann vor kurzem mit ersten Malerarbeiten an der Fassade, welche die Wittelsberger in Eigenarbeit übernehmen, die Gemeinde stellt das Material.

Ein allerletzter Einsatz am fertigen Grundtreff als Zugpferd des Programms steht noch an.  Der großzügige Platz soll mit zwei Pollern „als optische Bremse“ vor einfahrenden Fahrzeugen geschützt werden. Mehrere Bürger hatten sich über Falschparker beschwert, die das Außengelände widerrechtlich als Parkraum nutzen und bereits hässliche Reifenspuren auf dem hellen Pflaster hinterlassen haben.

Station beim autofreien Sonntag am Grundtreff

Der Grundtreff als „erfolgreiches Riesenprojekt“ soll in Zukunft auch am autofreien Sonntag als Publikumsmagnet dienen: Dafür wurden die verschiedenen Straßenstationen rund um Wittelsberg abgeschafft, teilnehmende Vereine versammeln sich nun an dem zentralen Platz, um die Radler zu verköstigen.

Auch die umfangreiche Neugestaltung der Hirtenwiesenstraße ist beendet und optisch gelungen. Ein Problem haben jedoch einige Anlieger nach wie vor: „Die Raserei ist nicht besser geworden“, teilten einige anwesende Bürger mit. An der überhöhten Geschwindigkeit des Verkehrs habe die gezielte Verengung samt Bepflanzung der Straße nur wenig geändert, zeigte sich so mancher enttäuscht. Neuen Ideen, dem „rasanten Verkehr“ entgegenzuwirken, schob Schulz einen schnellen Riegel vor: „Bauliche Änderungen wird es nicht mehr geben. Wir haben auch nicht Geld im Überfluss“, stellte er klar.

Die Umgestaltung der Straße sei abgeschlossen, mit der Errichtung von Schwellen zur Verkehrsberuhigung habe man zudem schlechte Erfahrungen gemacht. Als Alternative versprach er, das Geschwindigkeitsmessgerät der Gemeinde aufstellen zu lassen und stellte es den Anwohnern frei, in etwas in Eigenregie zu unternehmen, etwa ein Anti-Raser-Transparent über die Straße zu hängen.

Positive Ressonanz bei privaten Projekten

Neben der öffentlichen gab es ebenfalls von privater Projektebene viel zu berichten. „Alles läuft wie verabredet, es gibt viel positive Resonanz“, teilte Kreis-Sachbearbeiter Burkhard Kuhl mit. Im Rahmen der Dorferneuerung wurden bisher 23 private Bau-Sanierungsprogramme in der alten Ortslage gefördert, 16 sind davon bereits abgeschlossen – „ein super Schnitt“.

Kuhl rechnet am Ende mit rund 30 privaten Einzelprojekten mit einer Gesamtförderung in Höhe von einer Million Euro. Er rät weiteren Interessenten „so früh wie möglich“ weitere Anträge zu stellen. Die Dorfentwicklung läuft offiziell noch bis zum Jahr 2018. Die Antragsfrist für weitere kommunale oder private Projekte endet bereits am 30. September kommenden Jahres.

von Ina Tannert

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