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Umweltpiraten entern Zirkuswagen

Roth Umweltpiraten entern Zirkuswagen

Ausgerechnet im großen Weimar, also das in Thüringen, wurde Weimars Jugendpfleger Marcus Ott fündig. Von einem Zirkus-Familienunternehmen erstand er dort zwei alte Zirkuswagen.

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Stolz präsentieren Mitglieder der Umweltpiraten und Schüler der Gesamtschule Niederwalgern einen der beiden renovierten und umgebauten Zirkuswagen. Im Inneren (kleines Foto) befinden sich jeweils zehn Betten.

Quelle: Götz Schaub

Roth. Direkt in der Nachbarschaft der Kanu-Einstiegsstelle an der Lahn in Roth stehen jetzt drei große Wagen. Zwei frisch renovierte ehemalige Zirkuswagen, die nun insgesamt 20 Personen als Schlafstätte dienen können, und ein größerer Wagen mit Toilettenanlagen für männliche und weibliche Gäste.

Betreiber der neuen Stätte ist der Verein Umweltpiraten Weimar. In diesem Verein sind unter anderem Kommunalpolitiker, auch aus dem aktuellen Weimarer Gemeindevorstand, Ortsvorsteher und Mitarbeiter der Gemeindeverwaltung, unter anderem Jugendpfleger Marcus Ott, aktiv. Der Vorsitzende Kersten Rusch hat zudem berufsbedingt einen ganz kurzen Draht zu Lahntours. Ideale Voraussetzungen für eine erfolgreiche Umsetzung der Aufgabenstellung, etwas für benachteiligte Kinder und junge Erwachsene anzubieten.

Unterstützung fand der Verein bei Schülern der Gesamtschule Niederwalgern, die im Fach Arbeitslehre gerne Ausflüge ins benachbarte Roth unternahmen, um dort bei der Renovierung und den Umbauarbeiten der Zirkuswagen zu helfen. Reinhard Karber, Mitglied des Gemeindevorstandes, kniete sich mächtig in das Projekt und half den Schülern und Schülerinnen dabei, sich mit den entsprechenden Werkzeugen vertraut zu machen. Lehrer Arndt Jacob ist voll des Lobes: „Man hat förmlich gesehen, dass es den Schülern Spaß macht, etwas zu schaffen, was letztendlich auch ihnen selbst zugute kommt.“

Zum einen möchte Jugendpfleger Marcus Ott die Zirkuswagen in die Ferienspiele der Gemeinde integrieren, zum anderen können nach den Ferien auch Schulklassen oder Konfirmandengruppen oder andere Jugendgruppen die Zirkuswagen als Basislager für Naturerlebnistage nutzen.

Kersten Rusch, Vorsitzender der Umweltpiraten, möchte, dass insbesondere Hauptschulklassen und Förderstufenschüler von dieser neuen Einrichtung als außerschulischem Lernort profitieren sollen. Weimars Bürgermeister Peter Eidam lobte bei der Einweihung der renovierten Wagen das Engagement der Vereinsmitglieder und der Schüler und versicherte dem Verein, dass die Gemeinde voll und ganz hinter dem Projekt stehe.

Auch Jürgen Wenz von der Sparkasse war gekommen und konnte sich davon überzeugen, dass die Finanzhilfe gut angelegt wurde. „Wir unterstützen gemeinnützige Vereine, die nachhaltige und zukunftsorientierte Projekte planen”, sagt er. Das Projekt in Roth ist eines von 52, die dieses Mal gefördert wurden. Insgesamt hatten sich 300 Vereine um eine Förderung beworben.

Arbeit bleibt übrigens noch zu verteilen. Denn der Toilettenwagen soll auch noch umgebaut werden und dann unter anderem gute Waschmöglichkeiten bieten. Auch der Standplatz muss noch hergerichtet und eingegrünt werden. Erste Absprachen und Arbeitsaufträge wurden bereits beim Würstchenessen erteilt.

von Götz Schaub

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