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Umschlossen von Allna und Wassergräben

Niederweimar Umschlossen von Allna und Wassergräben

Weiter geht es mit der 875-Jahr-Feier in Niederweimar: Am Donnerstagabend wurde eine historische Bilderausstellung in der voll besetzten „Alten Kirche“ eröffnet.

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Hans Schneider war dicht umringt: Geduldig erläuterte er anhand einer Karte, wie sich Niederweimar entwickelt hat.Foto: A. Schmidt

Quelle: Andreas Schmidt

Niederweimar. Bis zum 5. Mai lässt sich dort anhand zahlreicher Fotos und einiger Karten die Geschichte des Dorfs von der „Insel“ innerhalb von Wassergräben bis zur heutigen Zeit nachvollziehen.

Flankiert wird die Ausstellung von zwei Pendants: Im evangelischen Gemeindezentrum sind historische Fotos des Umzugs aus der alten Kirche ins neue Gemeindezentrum und über das kirchliche Leben zu sehen. Und eine Ausstellung im Rathaus beschäftigt sich mit dem Thema „Gebietsreform“.

Ulla Vaupel, Vorsitzende des Kultur- und Fördervereins „Alte Kirche Niederweimar“, verdeutlichte, warum die Ausstellung in der Alten Kirche stattfindet: „Gibt es in Niederweimar einen schöneren, einen passenderen oder einen atmosphärischeren Raum? Genau hier hängen die Bilder richtig“, betonte sie. Gleichzeitig dankte sie Hans Schneider vom Geschichtsverein Weimar, der auch das Gemeindearchiv betreut: „Er hat sich viel Mühe gemacht und unglaublich gekümmert“.

Ulla Vaupel verdeutlichte indes, dass nicht nur Niederweimar einen Grund zum Feiern habe: Auch der Förderverein werde in diesem Jahr 25 Jahre alt. Dies schlage sich auch im Jahresprogramm nieder, das von aktuellen oder ehemaligen Weimarern bestritten wird. „Damit werden wir zeigen, wie jung, wie dynamisch, wie kreativ und wie musisch die Mitbürger sind.“

Den Auftakt machte prompt Christian Gömpel aus Niederwalgern: Er eröffnete die Ausstellung musikalisch und hatte eine „kleine Hymne für unsere Gemeinde“ dabei. Dieses eigens zum Dorfjubiläum komponierte Lied gipfelte in den Zeilen „Weimar, dich gibt es zweimal - jedoch nur einmal an der Lahn.“ Zwar machte er im Text die Gemeinde 90 Jahre jünger - doch diese Verwechslung von 785 mit 875 werde noch korrigiert, versprach er.

Einst war Dorf eine Insel

„Ich bin sehr erleichtert, dass ich heute keine künstlerischen Stile erläutern muss, denn da trifft man oft nicht den Punkt“, sagte Bürgermeister Peter Eidam. Vielmehr freue er sich, dass das Werk sich aus Fotografien zusammensetze, die das Leben im alten Dorf zeigten. „Niederweimar wird kartografisch um 1720 und 1780 dargestellt. Wir waren damals ein Runddorf - umschlossen von Wassergräben und der Allna“, verdeutlichte er. Das Dorf war quasi eine Insel. Eine weitere Karte nach einer Vermessung zeigt Weimar im Jahr 1873 - dort sind bereits Ansiedlungen außerhalb der „Insel“ erfolgt. Es hatten sich neben Kleinbauern auch Handwerker und Gewerbetreibende im Areal der heutigen Herborner Straße niedergelassen. „Da haben wir heute noch Gewerbe“, so Eidam, der ebenfalls „Liese Hans“ dankte, wie der Archivar mit Dorfnamen heißt - dafür, dass er die Geschichte Weimars „mit seinen Beiträgen immer wieder zugänglich gemacht hat.“ Die weiteren Bilder zeigen Gebäude, Porträts und zahlreiche Begebenheiten im Dorf und sollen einen Einblick in das dörfliche Leben geben. Im Anschluss standen die Besucher dicht gedrängt um die Bilder, tauschten Erinnerungen aus oder suchten sich auf alten Konfirmations- und Schulfotos.

von Andreas Schmidt

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