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U-3-Betreuung zentral oder dezentral?

Diskussion in Weimar U-3-Betreuung zentral oder dezentral?

Wie sollen künftig unter Dreijährige in Weimar betreut werden? Verteilt auf die vorhandenen Kindergärten, in einem zentralen Neubau oder in einem bestehenden Haus, das dafür umgebaut werden müsste?

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Die Gemeinde Weimar unterhält in Roth (Foto), Oberweimar und Niederwalgern in Eigenregie Kindergärten.

Quelle: Thorsten Richter

Weimar. Ausgehend von einem gemeinsamen Antrag der SPD- und FBW-Fraktion hat der Gemeindevorstand Informationen mit Varianten-Darstellungen für eine Entscheidungsfindung erarbeitet.

Derzeit gibt es im evangelischen Kindergarten Niederweimar 15 Plätze für Kinder, die zwischen zwei und drei Jahre alt sind. Dann ist im selben Gebäude die Kindergruppe Fliegenpilz untergebracht, die als Verein maximal 15 Kinder ab ein bis drei Jahren betreut. Darüber hinaus gibt es noch Tagesmütter, die mehrere Kinder betreuen dürfen. In den drei gemeindlichen Kindergärten in Niederwalgern, Roth und Oberweimar gibt es keine U-3-Gruppen. Gleichwohl können frei werdende Plätze in Oberweimar, die nicht mehr von über Dreijährigen besetzt werden mit Kindern zwischen zwei und drei Jahren besetzt werden.

Die SPD und die Freie Bürgerliste Weimar fordern per Antrag einheitliche Rahmenbedingungen, die die Gemeinde konkurrenzfähig im Kampf um junge Familien machen sollen. Sie weisen dabei speziell auf ganztägige Öffnungszeiten und einen Mittagstisch in allen drei gemeindlichen Kindergärten hin. In Roth und Oberweimar sind die Kindergärten von 7.30 bis 13.30 Uhr geöffnet. Das heißt, dort wird derzeit kein Mittagstisch angeboten. Anders in Niederwalgern. Dort reicht die Betreuungszeit von 7.30 Uhr bis 16.30 Uhr und beinhaltet zwangsläufig auch einen Mittagstisch. Die beiden Fraktionen können es sich gut vorstellen, dass die Öffnungszeiten einheitlich auf die Zeit von 7 bis 17 Uhr festgelegt wird. Zudem bringen sie ein Gedankenspiel mit in die Diskussion, nämlich eine zentrale U-3-Betreuung im Lehrerhaus in Wenkbach. Des weiteren geht es um die Möglichkeiten der Beförderung von Kindern ab 3 Jahren.

Die Gesamtkonzeption soll bis zum neuen Kindergartenjahr fertig sein und somit ab 1. August gelten.

Entsprechend bereitet sich der zuständige Ausschuss für Soziales, Jugend, Familie und Sport vor. In seiner ersten Sitzung in diesem Jahr soll es zunächst um die Entscheidung über die Einrichtung von Betreuungsplätzen für Kinder unter drei Jahren gehen. Der Gemeindevorstand schlägt dazu vor, auf die von SPD und FBW ins Spiel gebrachte zentrale Einrichtung in Wenkbach zu verzichten. Unter anderem würde eine kindgerechter Umbau inklusive brandschutzrechtlicher Aspekte rund 250000 Euro kosten. Dabei biete das Anwesen keinen Platz für einen Außenspielbereich. Zudem würde die Landesförderung für den Ausbau des Betreuungsangebotes sehr gering ausfallen, weil nur die zusätzlich geschaffenen Plätze gefördert werden, nicht die bereits in andere Einrichtungen vorhandenen, die nur „umziehen“ würden.

Kindergärten in Roth und Oberweimar bieten Platz

Bürgermeister Peter Eidam sieht der Diskussion um die U-3-Betreuung gelassen entgegen. „Wir haben bereits ein gutes Angebot und können in zwei unserer eigenen Kindergärten ohne großen Aufwand weitere Plätze schaffen.“ So schlägt er auch vor, im Kindergarten Roth eine der beiden bestehenden Regelgruppen in eine altersgemischte Gruppe mit dann sechs Plätzen für Kinder im Alter ab zwei Jahren umzuwandeln und im Kindergarten Oberweimar die bestehende altersgemischte Gruppe in eine reine U-3-Gruppe für Kinder ab dem vollendeten ersten Lebensjahr umzuwandeln.

Eine komplette Auslagerung des bestehenden U-3-Angebots würde aus Sicht des Gemeindevorstandes eher eine Bestandsgefährdung für die Kindergärten in Oberweimar, der erst Ende der 90er Jahre gebaut wurde, und Roth bedeuten und unnötige Geldausgaben nach sich ziehen. Ein Neubau sei völlig indiskutabel. Aktuell ist der Kindergarten in Roth mit 33 Kindern belegt. 17 Plätze sind unbesetzt. Von den 33 Kindern wechseln 16 im Sommer in die Grundschule. Ein Blick auf die Geburtenzahlen zeigt auf, dass keinesfalls mit so vielen nachrückenden Kindern zu rechnen ist. „Wir beobachten natürlich die Geburtenzahlen, um unsere Planungen auszurichten. Und die Geburtenzahlen sind rückläufig“, sagt Uwe Hahn von der Weimarer Gemeindeverwaltung. Will man daraus etwas Positives mitnehmen, dann nur die Erkenntnis, dass dadurch in den Kindergärten Roth und Oberweimar automatisch Platz für U-3-Kinder vorhanden ist.

Von der Belegungszahl besser sieht es hingegen in Niederwalgern aus. Dort sind von derzeit 70 zulässigen Plätzen 66 belegt. „Ab März werden wir dort auch eine Vollbelegung haben“, informiert Hahn auf Anfrage der OP.

Der Ausschuss für Soziales, Jugend, Familie und Sport kommt am Mittwoch, 30. Januar, ab 20 Uhr im Sitzungszimmer der Gemeindeverwaltung in Niederweimar zusammen.

HINTERGRUND:

Grüne enttäuscht über Ablehnung ihrer Anträge

von Götz Schaub

Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen im Weimarer Gemeindeparlament haben die Abstimmungsniederlagen im Parlament mit ihren Anträgen zur U-3-Betreuung noch nicht verdaut beziehungsweise akzeptiert. „Wir haben versucht, mit unseren Anträgen die U-3-Betreuung in Weimar voranzubringen“, sagt Fraktionsvorsitzende Lydia Schneider. Besonders enttäuscht ist sie darüber, dass es die Kollegen im Parlament noch nicht einmal möglich machten, dass die Anträge in den Ausschuss verwiesen werden konnten, um sie dort zu diskutieren. „Dort hätte man unter Hinzuziehung der Fachberatung des Landkreises alle Optionen auf Tragfähigkeit durchleuchten und mit dem vom Gemeindevorstand angeforderten Konzept abgleichen könne“, sagt Schneider. Der Ortsverband hat am Freitag auch eine entsprechende Erklärung mit Erläuterungen öffentlich gemacht.

Warum kommen die Grünen jetzt einige Wochen nach der letzten Parlamentssitzung mit dieser Erklärung? Weil Ihnen zur Vorbereitung der am Mittwoch stattfindenden Ausschuss-Sitzung die Antworten des Gemeindevorstandes zum Antrag der SPD- und der FBW-Fraktion zur Kenntnis gebracht wurde. Darin fanden sie Variantenvorschläge, Antworten und Schlussfolgerungen, auf die sie selbst schon hingewiesen haben. Abgesehen davon, dass Weimar schon vor vier Jahren 35 Plätze für Kinder unter drei Jahren vorweisen konnte, habe es für jeden ersichtlich auf der Hand gelegen, dass durch den Geburtenrückgang in den Kindergärten Roth und Oberwalgern Plätze frei werden, die leicht von Kindern unter drei Jahren genutzt werden könnten. „Wir hätten in dieser Sache schon weiter sein können. Wie man Eltern in ihrer Sorge um die Betreuung ihres Nachwuchses so unnötig im Unklaren lässt, ist völlig unverständlich“, so Schneider.

von Götz Schaub

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