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Trachtentänzer hoffen auf frischen Wind

Hassenhausen Trachtentänzer hoffen auf frischen Wind

Mit einem rauschenden, musikalischen Fest feierte die Tanz- und Trachtengruppe Hassenhausen ihr Jubiläum und blickte auf 50 Jahre Vereinsgeschichte, internationale Aktivitäten und viele Wettkampf­erfolge zurück.

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Die Trachtengruppe Emsdorf präsentierte traditionelle Volkstänze zusammen mit den Hassenhäuser Kollegen. Zum Jubiläum überreichte der stellvertretende Landesvorsitzende Günter Putz (von links) Auszeichnungen an Gründungs- und Vorstandsmitglieder des Vereins, darunter Dirk Lölkes, der zweite Vorsitzende Reiner Sauer, Vereinsvorsitzende Natalie Adler, Herbert Bodenbender und Reinhard Bender.Fotos: Ina Tannert

Hassenhausen. Mit großem Grillbuffet, einem ausgiebigen Festakt, zahllosen Ehrungen und natürlich traditionellen Volkstänzen im vollbesetzten Festzelt feierte die Tanz- und Trachtengruppe Hassenhausen ihr 50-jähriges Bestehen.

Als Gastverein sorgte die Tanz- und Trachtengruppe Emsdorf für abwechslungsreiche Volkstanz-Vorführungen auf der Bühne und demonstrierte mit „Schwedentanz“, „Nagelschmied“ und „Insterburger Viergespann“ ihr tänzerisches Können.

Zum Jubiläum gab es die goldene Ehrenmedaille von der hessischen Vereinigung für Tanz- und Trachtenpflege und viel Lob für ein bewegtes Vereinsleben - national und international wohlgemerkt.

„Trachtler sind eben global“, lobte der stellvertretende Landesvorsitzende Günter Putz. Mit dem erfolgreichen Erhalt traditionellen Brauchtums habe der Verein eine große gesellschaftliche Aufgabe übernommen, „sie bringen uns die Vergangenheit zurück“, gratulierte auch Bürgermeister Reinhold Weber.

In all der Zeit, mal in „guten, mageren und mal fetten Jahren“, zeigte die Gruppe stets ihr tänzerisches Können, repräsentierte die Region erfolgreich bei zahlreichen Hessentagen wie auch im Ausland, lobte Kreisbeigeordneter Bernd Klingelhöfer. Gegründet wurde der spätere Tanzverein am 20. Juni 1965 als Jugendgruppe Hassenhausen. Die Mitgliedschaft in dem Verbund war damals schon so etwas wie Ehrensache und gehörte fest ins Gemeinschaftsleben, war „einfach ein Muss und prägende Institution“, erinnerte Ortsvorsteher Ernst Breitstadt.

Eng verbunden mit Brasilien

In regelmäßigen Gruppenstunden beschäftigten sich die Jugendlichen mit Gesellschaftsspielen, Sing- und Tanzveranstaltungen und nahmen an Zeltfreizeiten im In- und Ausland teil. Der Volkstanz rückte schon früh in den Mittelpunkt, bereits ein Jahr nach der Gründung trat die Gruppierung der Hessischen Vereinigung für Tanz- und Trachtenpflege bei.

Seitdem nahm der Verein regelmäßig an Hessentagen teil, immer mit dabei war der bekannte Motivwagen „Hassenhäuser Spinnstube“. Zum ersten Mal mit eigener Kapelle tanzte die Gruppe im Jahr 1967 zur Einweihung ihres neuen Jugendheims, begleitete seitdem zahlreiche öffentliche Veranstaltungen, Feiern anderer Vereine und hielt das traditionelle Brauchtum lebendig.

Während der langen Geschichte des Verein galt es auch immer wieder, Stolpersteine und Mitgliedereinbußen zu überwinden, berichtete Vorsitzende Natalie Adler. Im Jahr 1972 stand das Vereinsleben mangels ausreichender Tänzerzahl nahezu still.

Einen Aufschwung erfuhr die Organisation durch die Mitgründung des Arbeitskreises internationales Folklorefestival, wodurch im Verlauf der folgenden Jahrzehnte zahlreiche neue Kontakte zu in- und ausländischen Tanzgruppen entstanden. Gegenseitige Festival-Besuche, regelmäßige Zeltlager und Auslandsauftritte unter anderem in Brasilien, England und den Niederlanden folgten. Zum 25-jährigen Bestehen richtete die Truppe 1990 „eine der größten Veranstaltungen aus, die Hassenhausen je erlebt hat“, berichtete die Vorsitzende.

Im Jahr 1994 wurde eine Kindergruppe für den tänzerischen Nachwuchs gegründet, ein Jahr später kam die Erwachsenengruppe „die Noachtoin Hossehause“ hinzu. Mit neuem Programm und weiteren Gastspielreisen nach Brasilien erhielten die Hassenhäuser neuen Auftrieb, sind mit Partnergruppen in dem südamerikanischen Land bis heute eng verbunden. „Es waren immer schöne Zeiten“, sagte Reiner Sauer, zweiter Vorsitzender und Landesgeschäftsführer der hessischen Vereinigung für Tanz- und Trachtenpflege.

Derzeit besteht der Verein aus rund 140 Mitgliedern. Trotz allem hat die Tanzgruppe mit Nachwuchsproblemen zu kämpfen. Nach altersbedingten Ausfällen, Verletzungen oder Elternpausen verfügt die Truppe derzeit nur noch über knapp zehn aktive Tänzer - zu wenig für die meisten traditionellen Gruppentänze, erklärte die Vorsitzende. Auch die Kindergruppe steht mangels Betreuer momentan still. Der Vorstand hofft auf einen Neustart, „einen weiteren Ruck“ wie in den 1970ern und frischen Wind im Verein.

von Ina Tannert

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