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Thema Solarwärme spaltet das Dorf

Aus dem Ortsbeirat Thema Solarwärme spaltet das Dorf

Ein neues Nahwärmenetz zur Quartierversorgung, Sanierung maroder Bordsteine und ein neues Baugebiet – viel zu besprechen gab es für den Ortsbeirat am vergangenen Dienstag.

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Anwohnerbeschwerde: Zerrissen und holprig präsentiert sich der Gehweg der Straße „Am Schwarzacker“ in weiten Teilen. Das soll sich im kommenden Jahr ändern.

Quelle: Ina Tannert

Hachborn. Die Planung für ein mögliches Nahwärmenetz für die Hachborner Bürger ist in vollem Gange, Ziel ist eine Versorgung von 50 Prozent durch Solarenergie. Die Meinungen der Bürger sind derzeit gespalten.

Bislang teilte die gebildete Steuerungsgruppe den Ort in verschiedene Quartiere auf, befragte im Rahmen der laufenden Machbarkeitsstudie die Bewohner über Wechselmöglichkeiten und Energieverbrauch, teilte Michael Riehl dem Gremium mit. Das Interesse an einer neuen Energieversorgung ist dabei gemischt, einige wollen nicht ans Netz, andere sind unschlüssig. Während sich der Großteil im Ortskern für einen Solaranschluss ausspricht, nehme das Interesse zum Ortsrand hin ab.

Wechsel von Öl zu Solar

Ein zentraler Punkt dabei ist der Zustand der aktuellen Heizsysteme, vermutet Riehl. Der Großteil der Hachborner, etwa 90 Prozent, heizt mit Öl, bei einigen stehe in naher Zukunft ein teurer Austausch der Öltanks an – der perfekte Zeitpunkt, vielleicht doch zu wechseln und auf Solar umzusteigen. Doch nicht nur für die Kunden, bei denen der alte Kessel raus muss, sei ein neues Nahwärmenetz „wirtschaftlich interessant“, betonte Riehl. Einen Grund der noch mäßigen Teilnahme sieht er zudem im niedrigen Ölpreis. Gerade jetzt im Sommer erhalte das Thema nicht die erhoffte Resonanz. Riehl hofft, dass die Studie bis zum Winter abgeschlossen werden kann und geht von einem steigenden Ölpreis aus, was dem Projekt neuen Aufschwung geben könnte.

Für die weitere Entwicklung soll ein Planungsbüro mit ins Boot geholt werden, das die Sache weiter voranbringe und ermittelt, was technisch und wirtschaftlich machbar ist. Die Steuerungsgruppe hofft auf eine Finanzierung durch kommunale Leader-Mittel. Die Gemeinde befürwortet das Vorhaben: „Wir unterstützen das sehr“, betonte Bürgermeister Andreas Schulz.

Eigenleistung der Bürger statt Straßenbeitrag

Er informierte über einen weiteren Tagesordnungspunkt: die Sanierung der Gehwege und Bordsteine der Gemeinde. Diese sollen mithilfe des bundesweit laufenden kommunalen Investitionsprogramms (KIP) erneuert werden. Das Konzept bündelt Mittel von Bund, Land und teils der Gemeinden für den Ausbau der Infrastruktur.

Auch Ebsdorfergrund ruft Mittel aus dem Fördertopf ab, investiert somit selber im kommenden Jahr 400 000 Euro, erhält dadurch 240 000 Euro aus KIP-Mitteln dazu. „In allen Ortsteilen gibt es marode Bordsteine – die werden jetzt in Angriff genommen“, so Schulz. Die Erneuerung der Gehwege soll dabei mit Beteiligung der Bürger erfolgen, die Gemeinde stellt das Material.
Der Hauptgrund dafür: Die Straßenbeiträge von bis zu 75 Prozent für die Anlieger fallen dann weg. Die Gemeinde sei eine der wenigen, die nicht auf Beiträge der Anwohner bestehe, hob Schulz hervor. Nur mit deren Beteiligung könne das auch so bleiben.

An dem Vorhaben beteiligt sich ebenfalls der Kreis mit über 100 000 Euro, der einige Bauarbeiten übernimmt, wie etwa an Kreisstraßen und Ortsdurchfahrten. Für Hachborn ist dies allerdings eine schlechte Nachricht: Da der Ort nur zu einem kleinen Teil an der Kreisstraße liegt, daher im Vergleich zu anderen Ortsteilen weniger betroffen sei, fällt Hachborn aus dem aktuellen Plan heraus.

Gehwege werden erneuert

Die maroden Gehwege sollen trotzdem erneuert werden, und zwar durch das parallel laufende Sanierungsprogramm der Gemeinde. Hier gilt ebenfalls: Die Gemeinde stellt das Baumaterial und setzt die wichtigen Randsteine, die Bewohner übernehmen den Rest in Eigenleistung.

Erfahrungsgemäß klappe dies gut, erklärt Schulz. Jeder Anlieger beteilige sich nach seinen Möglichkeiten, spare dadurch bares Geld und werde „spätestens durch den sozialen Druck der Straßengemeinschaft“ überzeugt. Nun ist der Ortsbeirat gefragt, der eine Liste betroffener Bordsteine erstellt, diese sollen dann im kommenden Jahr saniert werden.

Das Thema lädierte Gehwege erregt so manche Gemüter – so beschwerte sich eine Bewohnerin noch während der Sitzung, dass die Bürgersteige „Am Schwarzacker“ durch den Lkw-Verkehr stark mitgenommen sind. Nicht nur diese Straße sei ein dringender Kandidat für eine zügige Sanierung der teils gerissenen Steine und Asphaltdecke.

Davon abgesehen erfreut sich Hachborn steigender Anwohnerzahlen – die letzten Baugebiete sind verkauft, weitere Plätze gibt es derzeit nicht. Aus diesem Grund soll ein weiteres Neubaugebiet erschlossen werden. Im Blick liegt vor allem das Areal „Am Nußbaum“. Die Gemeinde verlässt sich dabei auf potentielle Investoren, die als private Erschließungsträger das Vorhaben auf den Weg bringen sollen. „In den nächsten zwei bis drei Jahren sollte das machbar sein“, schätzt Schulz.

von Ina Tannert

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