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Technik ist in Ordnung, Motivation nicht

Feuerwehren Fronhausen Technik ist in Ordnung, Motivation nicht

Die Jahreshauptversammlung der Fronhäuser Feuerwehren dokumentierte eine deutliche technische Verbesserung. Dennoch fehlt es den Kameraden an Motivation. Vermisst wird das Vertrauen des Gemeindevorstandes.

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Diese Fronhäuser Feuerwehrkameraden wurden bei der Jahreshauptversammlung befördert, geehrt oder erhielten eine Anerkennungsprämie.

Quelle: Martina Becker

Fronhausen. Das Spektrum der Neuerungen ist vielfältig. Gemeindebrandinspektor Eric Schnabel gab am Freitagabend bei der Jahreshauptversammlung im Bürgerhaus den 58 Aktiven einen Überblick.

Erwartet wird in diesem Jahr noch ein von der Gemeinde finanziertes neues Einsatzleitfahrzeug. Die Kosten liegen hierfür bei 93000 Euro. Bestellt ist zudem ein moderner hydraulischer Rettungssatz, der bei Autounfällen deutlich besseres Arbeiten verspricht.

Die Raiffeisenbank ermöglichte die Anschaffung von zwei Wärmebildkameras, die Sparkasse Marburg Biedenkopf spendete einen Schlammsauger und die Sparkassenversicherung überreichte einen mobilen Rauchverschluss.

Alles wichtige Hilfsmittel, die die Arbeit der Rettungs- oder Hilfetrupps erleichtern helfen und die technische Ausrüstung deutlich verbessern. Dass sich die Wehr über all diese Zuwendungen freue, betonte Schnabel.

Besonderen Dank richtete er an den Brandschutzdezernenten Lothar Mücke, der sich im vergangenen Jahr mit „größtem“ persönlichen Einsatz für die Interessen der Feuerwehr verwandt habe. Mücke sagte in seinen Grußworten: „Wir sind ein kleines Stück weitergekommen, was die Ausrüstung der Feuerwehr angeht.“ In die Feuerwehr müsse investiert werden, so klamm die Gemeinde auch sei“, so Mücke im Weiteren.

Der Kreisbrandinspektor Lars Schäfer stützte diese Einstellung: „Rettung kostet halt Geld.“ Durch die ehrenamtliche Sicherung des Brandschutzes spare die Kommune jedes Jahr große Summen, so Schäfer. In Fronhausen summiere sich dies bereits auf vierzig Jahre freiwillige Feuerwehr, wie Schnabel zu Beginn der Versammlung feststellte.

Keine positive Stimmung

Positive Stimmung ließ die Versammlung trotz der vielen guten Nachrichten dennoch missen. Anlass dafür gab der Gemeindevorstand, von dem man sich in Sachen Feuerwehr übergangen und gegängelt fühlte.

So hatte diese für die Erstellung des Brandschutzbedarfsplanes eine Firma aus Bayern beauftragt. Weder Mücke noch der Wehrführerausschuss seien darüber informiert worden, berichtete Schnabel. Auch hatte Bürgermeister Reinhold Weber ohne den Brandschutzbeauftragten dort einen Antrittsbesuch gemacht. Alle Belange des Brandschutzes laufen seitdem über den Tisch dieser Firma.

„Obwohl die Anschaffung einer Schlauchkomponente zur Sicherung der Löschwasserversorgung aus dem mit dem Landkreis abgestimmten Löschwasserkonzept deutlich hervorgeht, wurde eine Prüfung in Auftrag gegeben“, bedauerte Schnabel.

Dass die Stimmung bei den Kameraden eher verhalten ist, ließ sich auch an mangelnder Teilnahme bei verschiedensten Angeboten festmachen. Schnabel beklagte beispielsweise, dass die Personalfragebögen, die zur Ermittlung von Personalbestand und Personalverfügbarkeit von zu wenig Kameraden ausgefüllt wurden. Er bat darum, dies dringend nachzuholen.

Zwei Alarmübungen hatten ebenfalls nicht den gewünschten Zuspruch. Auch bei der Belegung von Lehrgangsplätzen habe sich die „fehlende Motivation“ bemerkbar gemacht. „Während meiner ganzen Amtszeit gab es noch nie solche Probleme, die zur Verfügung stehenden Lehrgangsplätze zu besetzen“, meinte Schnabel.

Einen höchst interessanten Tag hatten vierzehn Kameraden bei der Werksfeuerwehr in Rüsselsheim erlebt. „Dort konnten wir einmal unsere Rettungstechniken an einem neuen Nutzfahrzeug ausprobieren“, sagte Schnabel. Rainer Gerhard, zuständig für die technische Unfallhilfe meinte: „Das war toll in Rüsselsheim.“

Dass der jetzige Rettungssatz nicht das Optimale ist, hatte das Arbeiten an den neuen Autos schnell aufgezeigt. Er dankte den politisch Verantwortlichen, dass noch in diesem Jahr der zweite Rettungssatz realisiert wird.

37 Einsätze

Die Alarmierungen der Einsatzabteilung, die 102 Feuerwehrfrauen und -männer umfasst, waren im zurückliegenden Jahr nicht besonders auffällig. Zu 37 Einsätzen wurde die Wehr gerufen. Sie zählte 11 Brände, 21 technische Hilfeleistungen, einen Fehlalarm und 6 Brandsicherheitsdienste.

In den Kindergruppen sind dreizehn Kinder organisiert und in den Jugendfeuerwehren werden 34 Jugendliche ausgebildet. Sie erlebte ein abwechslungsreiches Jahr mit vielen gemeinsamen Aktivitäten, wie Jugendfeuerwehrwart Stephan Lemmer berichtete.

Auch die Brandschutzerziehung kam gut an. Sie wurde von rund 200 Grundschul- und Kindergartenkindern besucht, so der Bericht.

von Martina Becker

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