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Strecke für Radfahrer soll nicht kürzer werden

Autofreier Sonntag Strecke für Radfahrer soll nicht kürzer werden

Der 11. autofreie Sonntag auf der L 3048 am 21. September soll sich den weit mehr als 30000 Teilnehmern wieder so darstellen wie in den Jahren zuvor - auf Amöneburger Gebiet jedenfalls, was die Länge der Strecke angeht.

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Am 21. September heißt es wieder freie Strecke für Fahrradfahrer, Fußgänger und Inliner auf der
L 3048 zwischen Amöneburg und Fronhausen.

Quelle: Thorsten Richter

Ebsdorfergrund. Die Ankündigung von Amöneburgs Bürgermeister Michael Richter-Plettenberg, das die Stadt sich nicht mehr aktiv am autofreien Sonntag beteiligen werde, sorgte für Irritationen. Viele Menschen, die in den vergangenen Jahren dieses außergewöhnliche Event im Landkreis Marburg-Biedenkopf immer fest eingeplant haben, fürchten nun, diese Entscheidung könne der Anfang vom Ende sein. Denn wie schnell eine Veranstaltung diesen Ausmaßes auch verschwinden kann, hat man nicht zuletzt beim nördlichen Gegenstück „Lahntal total“ gesehen.

Ebsdorfergrunds Bürgermeister, von der OP damit konfrontiert, bleibt gelassen. „Natürlich haben wir uns auch unsere Gedanken gemacht. Als erstes wollen wir dafür sorgen, dass sich an der Länge der Strecke nichts ändert, damit die Teilnehmer aus dem Ostkreis, aus Kirchhain und natürlich aus Amöneburg wie gewohnt auf der gesamten L 3048 freie Fahrt haben.“

Um das zu leisten, müssten die Veranstalter nicht mehr leisten, sondern nur die Kosten der Stadt Amöneburg übernehmen, die sich im überschaubaren Rahmen halten würden. „Es geht da um nicht mal 5000 Euro“, sagt Schulz. Angesichts der Bedeutung der Veranstaltung, Jahr für Jahr werden weit mehr als 30000 Teilnehmer gezählt, sei es klar, dass Wege gefunden werden müssen, die Veranstaltung zu erhalten. „Eine Gemeinde kann natürlich nicht ständig als alleiniger Geldgeber auftreten“, gewährt Schulz einen Einblick in die Organisationsstrukturen in seiner Gemeinde. Die Vereine, die sich am Streckenrand mit Ständen engagieren, tragen auch ihren Anteil zur Deckung der Kosten bei. So bringt ein Stand eines Gewerbetreibenden 100 Euro, eines Vereins 60 Euro und einer karikativen Einrichtung 10 Euro. „In der Summe ist das wiederum viel, weil sich viele beteiligen, aber die einzelnen trifft es nicht hart, weil sie ein Vielfaches von dem an diesem Tag einnehmen. Ich habe noch von keinem Verein in der Gemeinde Ebsdorfergrund gehört, der dieses System nicht mittragen will“, so Schulz. Als Beispiel nennt er den TSV Dreihausen, der am Kreisel vor Heskem in den vergangenen Jahren immer Kuchen und Waffeln anbietet.

„Da kommen schnell 1000 Euro zusammen.“ Schulz kann sich vorstellen, dass die Strecke des autofreien Sonntags künftig auch nach Lohra oder nach Weimar ausgeweitet wird. Aber das müsse genau durchdacht werden, zunächst einmal gehe es darum, eine so stark nachgefragte Veranstaltung, die Menschen aus ganz Hessen anzieht, verlässlich anzubieten.

Eidam sieht Weimar noch nicht als neuen Partner

Weimars Bürgermeister Peter Eidam hat aus der OP erfahren, dass die Stadt Amöneburg nicht mehr mitmachen will. „Das hat mich auch sehr gewundert und überrascht.“ Ob Weimar nun einsteigt? Eidam reagiert zurückhaltend. Nicht weil er die Veranstaltung nicht schätzen würde, doch ist er ganz Realist: „Die sicher in Frage kommende Strecke von Fronhausen nach Niederwalgern ist derzeit ein wichtige Umleitungsstrecke am autofreien Sonntag auf der L 3048.“

Und die Amöneburger? Aus den Vereinen kam wohl kein Widerstand gegen einen Ausstieg.Auch politisch blieb es in dieser Angelegenheit ruhig. Also machen sie am 21. September einfach mal was anderes: In einem offensichtlich mit sich selbst geführten Interview im Mitteilungsblatt der Stadt sagt Richter-Plettenberg, dass man rein zufällig an diesem Tag den hessenweiten Tag des Geotops begehen möchte. Darin sieht Richter-Plettenberg auch touristische Entwicklungsmöglichkeiten, zumal er Vorstandsmitglied des Geoparks Vulkanregion Vogelsberg ist.

von Götz Schaub

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