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Stammbaum ist über 16 Meter lang

Nachfahren von Michael Diefenbach Stammbaum ist über 16 Meter lang

Beim Familientreffen der Nachfahren des Michael Diefenbach, der 1610 als Gerichtsschreiber der Adelsfamilie Schenck zu Schweinsberg diente, zog ein Objekt die Blicke auf sich: der 16,40 Meter lange Stammbaum.

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Hinter Marie-José Le Carpentier (von links), Adelheit Tauchert, Christel Meißner und Dr. Otto Diefenbach ist der vorläufige Schlussteil des 16,40 Meter langen Stammbaums der Familie Diefenbach zu sehen.

Quelle: Manfred Schubert

Oberweimar. Der Stammbaum hing an der Wand der Scheune des Gutsstübchens, wo die Begegnung der etwa 70 verwandten Menschen, die beispielsweise aus dem Münsterland, Darmstadt, Konstanz und München angereist waren, stattfand.

Auch Melsungens Bürgermeister Dieter Runzheimer, ein geborener Oberweimarer, dessen Mutter aus der Familie Diefenbach stammt, war gekommen.

Das an einem Stück ausgedruckte Papier hatte die weitestgereiste Teilnehmerin, Marie-José Le Carpentier aus Aix-en-Provence, ihrer ebenfalls nach den Familienwurzeln forschenden Verwandten und Organisatorin des Treffens vor Ort, Christel Meißner, vorab per Post zugesandt.

In elektronischer Form zum Mitnehmen gab es den Stammbaum, von dem ohnehin nur die Hauptlinien gedruckt werden konnten und der mittlerweile mehrere tausend Namen bis aus Kanada, Brasilien und den USA umfasst, auf DVD, ebenso eine Kopie einer Unterschrift des Michael Diefenbach aus dem Jahre 1620.

Auf einem Tisch lagen Ordner mit verschiedenen Dokumenten zur Familiengeschichte. Ein älteres, gebundenes Büchlein zeigte, dass auch den nach Australien ausgewanderten Verwandten die Familienforschung im Blut liegt und dort bereits auf diesem Gebiet gearbeitet wurde.

Die Grundlage für den großen Stammbaum hatte allerdings der Historiker Heinrich Diefenbach in Marburg gelegt, der bereits die Ahnenreihen bis 1942 erarbeitet hatte. 60 Jahre ruhte die Arbeit dann, zuletzt in einem Stahlschrank bei der mittlerweile in Villingen lebenden Nichte des Historikers Adelheit Tauchert, die nun auch nach Oberweimar kam.

Zum Programm des Treffens gehörten ein Gottesdienst und ein Dorfspaziergang, bei dem jetzt und einst von Familienmitgliedern bewohnte Häuser aufgesucht wurden, sowie ein Auftritt der Hessischen Volkskunstgilde, die Lieder und volkstümliche Tänze präsentierte. Auch manche in der Nähe wohnenden Verwandten entdeckten sich wieder.

„Viele kannte ich als Kinder mit Namen, dann hat man sich aus den Augen verloren. Ich war überrascht, dass ich sie als erwachsene Männer mit grauen Haaren oder Glatze jetzt zuerst nicht wiedererkannte“, schmunzelte Christel Meißner.

von Manfred Schubert

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