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Stärkung für evangelische Kita Ebsdorf

Öffnungszeit bis 16.30 Uhr Stärkung für evangelische Kita Ebsdorf

Der demografische Wandel fordert seinen Tribut. Im Grund stehen zwei weitere Kindergartengruppen vor der Schließung. Der kirchliche Kindergartenträger wird hingegen gestärkt.

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Allen Kindern dieser Welt sollte es so gut gehen, dass sie Zeit zum gemeinsamen Singen haben, war ein Wunsch dieser „Pusteblumen“-Kinder im Jahr 2011.

Quelle: Michael Hoffsteter

Ebsdorfergrund. Ebsdorfergrund. Nachdem der evangelische Kindergarten Rauischholzhausen im vergangegen Jahr von der Gemeinde Ebsdorfergrund übernommen worden war, sind jetzt nur noch die Kindergärten in Ebsdorf und Hachborn in kirchlicher Trägerschaft. „Und daran soll sich auch nichts ändern“, sagt Ebsdorfergrunds Bürgermeister Andreas Schulz. Und weiter: „Wir wollen dieses Angebot unbedingt erhalten, weil es von Eltern auch nachgefragt wird. Und weil dem so ist, werden wir die Position des Ebsdorfer Kindergartens stärken“, so Schulz.

Und wie funktioniert das? Durch das Ausweiten der Betreuungszeiten und das Öffnen der Einrichtung für alle Kinder der Großgemeinde. Bis zum 31. Oktober wird unter den entsprechenden Eltern in der ganzen Gemeinde Ebsdorfergrund abgefragt, wer zum neuen Kindergartenjahr, also August 2015, Interesse an einem Ganztagesplatz beziehungsweise Vormittagsplatz in der evangelischen Kita Ebsdorf hat. Die Resonanz zeigt schon jetzt, dass das Modell von Erfolg gekrönt sein wird und den evangelischen Kindergarten Ebsdorf nachhaltig stärken wird. Für Ganztagesplätze, also einer Betreuung von 7.30 bis 16.30 Uhr liegen bereits 29 verbindliche Anmeldungen vor, berichtet Pfarrerin Margret Ortmann, also schon vier mehr als man anbieten kann. Auch bei der Vormittagsgruppe sind nach derzeitigem Stand nur noch fünf Plätze frei.

„Mit diesem Angebot können wir die Nachfrage nach verlängerten Öffnungszeiten bedienen“, freut sich der Bürgermeister. Aber ganz entspannt kann er sich auch nicht zurücklehnen. Denn es ist nun mal auch ein Fakt, dass es immer weniger kleine Kinder in der Gemeinde Ebsdorfergrund gibt. Und das bedeutet Einschnitte im dezentralen Kindergarten-Standort-System. So lange es geht soll es keine Standort-Schließung geben, betont Schulz. Nachdem in den vergangenen Jahren schon vier Gruppen geschlossen wurden, geht es nun in Dreihausen weiter. Dort werden derzeit noch drei Gruppen angeboten, aber von den 75 Plätzen sind nur 52 belegt. Die Prognosen verheißen diesbezüglich keine nennenswerten Veränderungen. Und sogar die Schließung einer sechsten Gruppe steht schon im Raum, so Schulz.

Je nachdem wie die Anmeldungen zum 1. August 2015 ausfallen, kann es also noch eine Gruppe in Beltershausen „erwischen“. Doch muss das auch nicht von Dauer sein, denn in Beltershausen soll schließlich ein neues Baugebiet erschlossen werden. Schulz: „Der Platz im Kindergarten lässt die Option zu, in Beltershausen eine weitere Kinderkrippe zu eröffnen, wenn der Bedarf vorhanden ist.“ Pfarrerin Ortmann ist glücklich über diese Lösung. „Es ist schön, dass wir den Ebsdorfer Kindergarten zweigruppig erhalten können, um das evangelische Profil in besonderer Weise gestalten zu können. Wir freuen uns auch auf die neue Herausforderung, Kinder bis 16.30 Uhr bei uns zu haben.“ Natürlich liegt der evangelische Kindergarten „Pusteblume“ strategisch goldrichtig neben der Grundschule „Regenbogenschule“ in der Leidenhöfer Hohl. Erst im vergangenen Jahr feierten diese beiden Einrichtungen, die sich bestens verstehen, ihr 20-jähriges Bestehen an diesem Standort.

Neben den beiden evangelischen Kindergärten in Ebsdorf und Hachborn gibt es im Dreihäuser Kindergarten räumlich integriert noch eine Einrichtung, mit einem privaten Träger. Doch ganz aktuell muss man sich große Sorgen um diesen Träger machen: Der Verein Kinder im Grund, Träger der Kita Bullerbü, die im Dreihäuser Kindergarten untergebracht ist, nachdem sie viele Jahre in Wittelsberg ein Zuhause hatte, ringt um seinen Fortbestand.

Am Mittwoch, 8. Oktober, findet eine außerordentliche Mitgliederversammlung statt. Der Vorstand will an diesem Abend seine Beweggründe darlegen, warum er die Auflösung des Vereins befürwortet und die Kita in die öffentliche Hand übergeben möchte. Ein Entscheidung ist aber noch nicht gefallen, die Mitglieder sollen sich am Mittwoch noch äußern dürfen. Und je nach dem gibt es dann die Abstimmung zur Vereinsauflösung oder alternativ die Wahl eines neuen Vereinsvorstandes.

Mittlerweile ist es aber auch ein Fakt, dass ein neues privates Angebot in Ebsdorfergrund gemacht wird. Der Verein „Waldkindergarten Ebsdorfergrund - Die Waldbienen“ bietet ab 1. März 2015 im Roßberger Wald einen Waldkindergarten an.

von Götz Schaub

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