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Spielecken zwischen altem Fachwerk

Kita-Gruppe zieht um Spielecken zwischen altem Fachwerk

Die älteren Kita-Kinder haben derzeit allen Grund zur Freude – sie sind vergangenen Montag vorübergehend in das frisch umgestaltete Bürgerhaus gezogen und haben sich dort einen Abenteuerspielplatz aufgebaut.

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Nach dem Umzug: Über jede Menge Platz und neue, spannende Spielecken freuen sich die älteren Kinder der Kita Kinderland im umgestalteten Bürgerhaus.

Quelle: Ina Tannert

Bellnhausen. Demografischer Wandel, Geburtenrückgänge und Folgen wie die Schließung so mancher Kita-Gruppe – das ist in Bellnhausen kein Thema, im Gegenteil: der örtliche Kindergarten platzt fast aus allen Nähten. Seit kurzem gibt es eine dritte Kindergruppe, und die hat sich im Bürgerhaus bereits behaglich eingerichtet.

Am Montag stand der große Umzug an. Die letzten Möbel, Spielzeuge und Utensilien fanden ihren Platz im neu gestalteten Fachwerkbau, in dem nun auf mehr als 100 Quadratmetern jede Menge Spielecken, Basteltische, Ruhe- und Essbereiche für die Kinder bereitstehen.

Umzug vom Struthweg ins umgestaltete Bürgerhaus

Weit hatten es die großen und kleinen Umzugshelfer nicht, sie zogen von ihrer Kita im Struthweg direkt in das nebenan gelegene Bürgerhaus. Wo bisher die örtlichen Vereine ihre Sitzungen abhielten, Sportgruppen aktiv waren oder private Feiern anstanden, hat nun der Nachwuchs das Sagen – zumindest für ein Jahr. Denn so lange wird der geplante Neubau am „Kinderland“ mindestens dauern, teilte Bauamtsleiter Michael Esken mit, der Umbau und Umzug begleitet.

Der Grund für den Platzmangel und die geplante Kita-Erweiterung: Bisher beherbergte der Kindergarten zwei Gruppen mit je 20 Kindern, Anfang des Jahres standen so viele Kinder auf der Wartelisten von „Kinderland“ und der „Krümelkiste“ in Fronhausen als Kita-Verband, dass eine dritte Gruppe, die „Sternschnuppen“, geschaffen werden musste. Anders war der gesetzlich vorgeschriebene Rechtsanspruch auf einen Kita-Platz nicht zu erfüllen. „Es wären 20 Kinder gewesen, die nicht untergekommen wären“, erklärte Kita-Leiterin Elke Schwing.

Der Kindergarten ist seit knapp 20 Jahren eine integrative Kindertagesstätte unter der Trägerschaft der evangelischen Kirchengemeinde Hassenhausen. Bereits im Alter von zwei Jahren können die Kleinsten die Kita besuchen, dieses Angebot ist begehrt, die beiden Gruppen mit jeweils 20 Kindern voll besetzt. „Das ist das Maximum, das Haus ist voll“, berichtete die Erzieherin. Die erste Idee, die Kinder in einem Container unterzubringen, wurde verworfen. „Das hätte 50 000 Euro gekostet und nach einem Jahr wäre der Container nutzlos geworden“, erklärte Esken.

Historisches Bürgerhaus für 13.000 Euro umgebaut

Die Gemeinde entschied sich für den vorgeschriebenen Umbau des historischen Bürgerhauses für 13 000 Euro. Für die Kinder galt es, vor allem die Sicherheit des Fachwerkbaus zu erhöhen: Alle Türen wurden umgebaut und mit einem Klemmschutz versehen, an erhöhten Punkten wurden Sicherheitsgitter errichtet sowie die gesamte Elektronik und Steckdosen kindersicher gestaltet. „Es gab seitenweise Auflagen und Vorschriften zu beachten, aber zum Glück wurde alles pünktlich fertig“, freute sich Esken. Erst knapp eine Woche vor dem geplanten Umzug kam schließlich die Genehmigung.

Die neue Kita-Gruppe ist vor allem für die älteren Kinder gedacht, die im kommenden Jahr in die Grundschule wechseln werden. „Den Älteren kann man den Umzug am ehesten zumuten, für sie ist das einfach ein großes Abenteuer“, sagte Schwing. Und das war der fröhlichen Truppe am Montag deutlich anzumerken, die mit großer Begeisterung die neuen Räume in Beschlag nahmen und mit ihren drei Betreuern spontan ein Lied anstimmten.

Von Morgens bis zum frühen Nachmittag nutzen die „Großen“ nun das Bürgerhaus, zum Mittagessen und danach halten sich die Kinder wie gewohnt in der Kita auf, nachdem die Halbtagesbetreuung endet. Ihre neue Unterkunft werden die Kinder bis zum Ende ihrer Kita-Zeit bewohnen, sobald der geplante Anbau am „Kinderland“ steht, wird das Bürgerhaus als Zwischenstation aufgegeben. Der 850.000 Euro teure Neubau wird zum Teil vom Land Hessen gefördert und soll bis zum nächsten Sommer fertig werden. Baubeginn ist laut Bauamt im September oder Oktober dieses Jahres geplant, die Ausschreibung läuft derzeit.

von Ina Tannert

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