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Spiegelbilder der Gedanken

Malen in der Landsynagoge Spiegelbilder der Gedanken

Die Geschichte der Landsynagoge Roth bot einer Gruppe von Malerinnen Inspiration für ihre Bilder. Und eine neue Info-Tafel an der Synagoge soll Passanten dazu inspirieren, sich mit der Geschichte zu befassen.

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Die Kursteilnehmerinnen des VHS-Malkurses halten die Atmosphäre der Synagoge in ihren Bildern fest.

Quelle: Elisabeth Beikel

Roth. Betritt man die Landsynagoge Roth, ist man von deren Erhabenheit überwältigt. Wenn diese Wände sprechen könnten, würden sie alte Geschichten über Leid und Trauer erzählen.

Bei einem Malkurs der Volkshochschule Marburg-Biedenkopf versuchen die Teilnehmer, solche Eindrücke in ihren Bildern einzufangen.

Seit vier Jahren existiert der Kurs bereits, so etwas Besonderes haben die Teilnehmer jedoch noch nie zuvor gemacht. Der Kursleiter Horst von der Wege erklärte: „So ein Raum wirkt auf jeden Menschen anders. Die Bilder repräsentieren das Spiegelbild der eigenen Gedanken. Gerade bei so einem Thema ist es wichtig, die Vergangenheit aufzubereiten.“

Deshalb mussten die allesamt weiblichen Kursmitglieder Vorarbeit leisten: Frau Dr. Annegret Wenz-Haubfleisch, die Vorsitzende des Vereins Arbeitskreis Landsynagoge Roth, setzte sich mit den Kursteilnehmerinnen zusammen, um sie mit der Geschichte der Synagoge und dem Thema Nationalsozialismus zu konfrontieren. Außerdem skizzierten die Frauen schon vier Wochen zuvor Teile der Synagoge.

Teilnehmerin Alexandra Rühmann-Sansoldo wählte als Motiv den tragenden Balken der Synagoge: „Damals sollte der tragende Balken aus seiner Verankerung rausgehauen werden. Doch dieser verletzte Balken hielt dem stand. Das Fenster in meinem Bild steht für Hoffnung und der Flucht vor der Dunkelheit.“ Ihre Ideen und Eindrücke setzten die Frauen mitten in der Synagoge malerisch um. Laut von der Wege ist das die beste Möglichkeit, die Atmosphäre der Räumlichkeiten in die Bilder aufzunehmen. Unter dem Namen „Denk mal(en)“ werden die Werke vom 20. Juli bis zum 14. September in der Synagoge zu sehen sein.

Damit die Synagoge die ihr gebührende Aufmerksamkeit bekommt, hält ab sofort eine Info-Tafel die Geschichte der jüdischen Gemeinde Roth und der Synagoge fest. Besonders Ortsfremde sollen dadurch auf die Synagoge hingewiesen werden. Bürgermeister Peter Eidam war sehr froh darüber, das „wichtigste Kulturdenkmal der Gemeinde“ unterstützen zu können. Die Zusammenarbeit und der Kontakt mit dem Verein seien durchweg positiv gewesen, berichtete er.

von Elisabeth Beikel

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