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„Sparbemühungen zahlen sich aus“

Gemeinde Fronhausen „Sparbemühungen zahlen sich aus“

Fronhausens scheidender Bürgermeister legte zum Ende seiner zwölfjährigen Amtszeit einen Haushalt mit kleinem Überschuss vor. Damit sieht er die Weichen für die Zukunft der Gemeinde gestellt.

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Reinhold Weber war zwölf Jahre Bürgermeister von Fronhausen – gestern Abend legte er den Haushalt für das Jahr 2016 vor.

Quelle: Patricia Kutsch

Fronhausen. Vor allem sind es die Steuereinnahmen, die die Finanzlage Fronhausens deutlich verbessern. „Und das“, so betont Weber zufrieden, „ohne die Grundsteuer, die Gewerbesteuer oder die Kindergartengebühren zu erhöhen.“ Neben den Einnahmen aus der Einkommenssteuer verhelfen die Einnahmen aus der Gewerbesteuer in starkem Maß zu dem positiven Haushalt für das Jahr 2016. Insgesamt stammen 72,4 Prozent von Fronhausens Erträgen aus Steuereinnahmen.

Fronhausen gehöre mittlerweile zu den sechs Städten und Gemeinden mit der größten Steuerkraft pro Kopf im Landkreis. „Und unsere Sparbemühungen zahlen sich letztendlich aus“, zog Weber sein Fazit. „Auch wenn es Reibereien gegeben hat, weil Begehrlichkeiten nicht immer nachgegeben werden konnte. Gerne hätte auch ich mehr Wünsche erfüllt, jedoch in Verantwortung für die Zukunft unserer Gemeinde und damit auch für die nachfolgenden Generationen sind nunmal Grenzen gesetzt.“

Investitionen im Haushaltsbuch 2016

Einige Investitionen hat Weber in das Haushaltsbuch der Gemeinde 2016 geschrieben: Insgesamt werden 2,165 Millionen Euro ausgegeben. „Das ist eine hohe Summe für uns.“ So sollen 800 .000 Euro in die Bergstraße in Fronhausen im Rahmen des Projekts „sicherer Schulweg“ investiert werden. Umgebaut werden müsse zudem der Sanitärbereich der Kindertagesstätte in Bellnhausen für die U3-Betreuung. Ein „dicker Brummer“ mit rund 800.000 Euro ist der Umbau der Mehrzweckhalle in Fronhausen zu Flüchtlingswohnungen. Die Refinanzierung dieser Ausgaben werde durch Mietverträge mit dem Landkreis jedoch gesichert.

Im Jahr 2014 ist Fronhausen der erste Haushalts-Ausgleich gelungen. Für 2015 konnte Fronhausen den Haushalt nicht ausgleichen. Das lag laut Weber an gesunkenen Schlüsselzuweisungen. Die sind für 2016 wieder gestiegen. Im Haushaltsbuch steht damit nun ein Überschuss von 3786 Euro – obwohl auch die Gemeinde Fronhausen laut dem Rathauschef an den Landkreis wieder mehr Geld zahlen muss. Die Kreisumlage wurde zwar gesenkt, die Überweisung an den Landkreis sei in Summe jedoch gestiegen und betrage rund 2,4 Millionen Euro. „Das ist eine Art Mogelpackung.“ Die gestiegenen Personalkosten beim Kreis seien schließlich nicht nur durch den Mehrbedarf wegen der Flüchtlinge zu begründen, sondern auch, weil aus parteipolitischen Gründen Stellen neu besetzt würden. „Wenn wir als Gemeinde so wirtschaften würden, dann kämen wir nie auf einen grünen Zweig.“

Schlüsselzuweisungen steigen auf 816.000 Euro

Insgesamt nimmt die Gemeinde rund 6,161 Millionen Euro ein und plant Ausgaben in Höhe von 6,157 Millionen Euro. Die Steuereinnahmen liegen bei rund 4,4 Millionen Euro, davon etwa 1,7 Millionen Euro Gewerbesteuer. Aber auch die Schlüsselzuweisungen steigen um fast eine halbe Million Euro auf 816.000 Euro. Um die Investitionen zu finanzieren, sieht der Haushalt allerdings einen Kredit in Höhe von etwas über einer Million Euro vor. Damit sollen etwa die Flüchtlingswohnungen finanziert werden. Der Kassenkredit soll von 3,7 Millionen auf 3,6 Millionen Euro gesenkt werden.

Die Wirtschaftlichkeit stellte Weber bei seiner Haushaltseinbringung am Donnerstagabend in den Fokus. So zeigte er in Grafiken auf, dass etwa die Kosten der Dorfgemeinschaftshäuser nur zu 21,5 Prozent gedeckt würden. „Der Deckungsgrad geht immer weiter nach unten, obwohl die Einnahmen stetig steigen. Die Aufwendungen steigen stärker, denn die Gebäude kommen in die Jahre.“ Da werde die Gemeinde Lösungen suchen müssen.

Für die künftigen Jahre hat die Verwaltung im Haushalt schon steigende Prognosen festgeschrieben: So rechnet Weber für 2017 mit einem Haushalts-Überschuss von 60.000 Euro – trotz Ausgaben für eine Drehleiter für die Feuerwehr in Höhe von 500.000 Euro. „Wir haben gut gesät. Das muss entsprechend geerntet werden“, sagte Weber über seinen letzten Haushalt. „Mich freut es sehr, dass ich zu meinem Abschied einen ausgeglichenen Haushalt vorlegen kann. Den Ansporn hat man ja dann doch. Auch wenn es natürlich ein gemeinsamer Verdienst ist und äußere Faktoren eine große Rolle spielen.“

 
Haushaltseckdaten
Der Ergebnishaushalt beinhaltet Einnahmen von 6,161 Millionen Euro und Ausgaben in Höhe von 6,157 Millionen Euro. Er schließt mit einem Überschuss von 3786 Euro. Für 2017 wird mit einem Überschuss von 60.000 Euro gerechnet. Der Bedarf an Investitionskrediten soll von 3,7 auf 3,6 Millionen Euro gesenkt werden.
 

von Patricia Kutsch

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