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Sieben Gemeinden, fünf Windflächen

Flächennutzung Sieben Gemeinden, fünf Windflächen

Die gemeinsame Windflächenplanung von sieben Städten und Gemeinden im Landkreis Gießen und dem Südkreis kommt voran. Die Beschlüsse der Gemeindeparlamente liegen vor, auch die aus Ebsdorfergrund und Fronhausen.

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Blick von Dreihausen auf das Waldgebiet, für das der künftige Flächennutzungsplan der sieben Kommunen weiterhin eine mögliche Windparkfläche vorsehen würde.

Quelle: Nadine Weigel

Dreihausen. Um zu verhindern, dass quasi überall Windkraftanlagen entstehen können, taten sich sieben Kommunen im Lumdatal sowie die Gemeinden Fronhausen und Ebsdorfergrund im Marburger Land zusammen und erstellten einen Teilflächennutzungsplan für Windenergie (die OP berichtete). Darin legen sie fest, wo Windkraft erlaubt sein soll und wo nicht.

Nach Auswertung der Stellungnahmen von Trägern öffentlicher Belange und Bürgern, stand der Plan vor der Sommerpause in den Parlamenten zur Abstimmung. Im Oktober wird der überarbeitete Plan nochmals öffentlich ausgelegt, voraussichtlich bis Jahresende beschlossen und dann dem Regierungspräsidium (RP) Gießen zur Genehmigung vorgelegt.

Enge Abstimmung mit Planern

Wirksam könnte er dann im April 2016 werden, also voraussichtlich noch deutlich vor dem Teilregionalplan Energie der Gießener Behörde, der gerade in die zweite Offenlage geht. Mit dessen Planern habe man sich aber im gesamten Planungsprozess eng abgestimmt, so der Diplom-Geograph Mathias Wolf vom Lindener Planungsbüro Fischer, das das Projekt betreut. Die im aktuellen Entwurf vom RP in diesem Bereich vorgesehenen Vorrangflächen und die Flächen der kommunalen Planung deckten sich zu 95 Prozent.

Innerhalb der Frist der Öffentlichkeitsbeteiligung gab es insgesamt laut Wolf nur rund 40 Stellungnahmen, die meisten davon aus Ilschhausen, wo die Bürger eine Umzingelung mit Windrädern befürchteten. Dort hat es nach Wolfs Angaben auch aus diesem Grund eine deutliche Reduzierung von Flächen gegeben.

Anpassungen wegen Richtfunkmasten

Geändert wurde aufgrund der eingegangenen Stellungnahmen ein Flächenkorridor, der für die Flugsicherheit eine Rolle spielt. Ebenso gab es Anpassungen wegen Richtfunkmasten und notwendigen größeren Abständen zu Stromleitungen.

Viele der Einwände der Bevölkerung, die sich zum Beispiel auf den Lärmschutz, Schlagschatten und Beleuchtung (Diskoeffekt), aber auch auf den Artenschutz beziehen, spielen für den Flächennutzungsplan zunächst keine Rolle.

Diese Themen werden bei einem konkreten Genehmigungsverfahren geprüft, das ein potenzieller Investor beantragt. Gegebenenfalls werden vom Regierungspräsidium Gießen bei einer Genehmigung entsprechende Auflagen erlassen, zum Beispiel vorgeschriebene Abschaltzeiten oder technische Lösungen zum Schutz von Fledermäusen oder Vögeln.

29 potenzielle Windkraftflächen identifiziert

Insgesamt hatten die Planer auf dem Gebiet der sieben Kommunen 29 potenzielle Windkraftflächen identifiziert. Davon blieben jetzt noch fünf übrig. Zwei davon liegen im heimischen Landkreis: Auf der Leidenhofener Höhe in Richtung Nordeck-Winnen und südlich von Hassenhausen in Richtung Staufenberg. Für beide Gebiete gibt es Interessenten, die dort Windräder bauen wollen.

Profitieren wollen aber auch die Kommunen von den Windkraftflächen. Die Energiegesellschaft Lumdatal, zu der noch drei Kommunen mehr gehören als die sieben, die gemeinsam die Flächennutzungsplanung auf den Weg gebracht haben, will Windparks von einem Projektierer bauen lassen und dann übernehmen. Die Energiegesellschaft hat bereits im Gießener Raum zwei Solarparks realisiert und will vor Ort auch in die Windkraft einsteigen.

von Michael Agricola

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