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Neuer Ordnungspolizist Sicherheit steht stets im Zentrum

Nein, es geht nicht um Abzocke. „Das kann und darf nicht der Grund sein, einen Hilfspolizisten zu beschäftigen“, sagt Weimars Bürgermeister Peter Eidam, der sich sehr über den neuen Mitarbeiter freut

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Ann-Katrin Schmidt vom Weimarer Ordnungsamt und Bürgermeister Peter Eidam stellen Weimars neuen Hilfspolizisten Harald Heinrich vor.

Quelle: Götz Schaub

Weimar. Wo kein Richter, da kein Kläger. Tausendmal mag es gut gehen, wenn ein Auto fett auf dem Bürgersteig steht und Fußgänger notgedrungen drumherum laufen müssen. Vielleicht einmal ein Kind, das den Kinderwagen mit dem Geschwisterkind schiebt, am Bordstein dann ins Straucheln kommt und die Kontrolle über den Kinderwagen verliert …

Ja, das ist ein Horrorszenario. Eins, das wir uns alle nicht wünschen zu erleben. Doch es gibt jeden Tag auf der Welt die unmöglichsten Gründe und Ereignisse, die zu schlimmen tragischen Unfällen führen. Da ist es dann doch irgendwie besser, dass es Menschen gibt, die diverse potenzielle Gefahrenquellen erkennen und dafür sorgen, dass sie „aus dem Verkehr gezogen“ werden. Und wenn es manchmal den Verursacher eine Verwarnung kostet - alles ist besser, als der Auslöser für einen Unfall zu sein.

Weimars Bürgermeister Peter Eidam möchte das Wort „Abzocke“ deshalb erst gar nicht zum Thema werden lassen. „Uns als Gemeinde geht es ausschließlich um die Sicherheit unserer Bürger“, sagt Eidam. Und führt dann aus: „Wir haben schon die Erfahrung gemacht, dass in der Zeit, in der wir über keinen Hilfspolizisten verfügten, sich schon eine gewisse Sorglosigkeit breit gemacht hat, etwa beim Parken auf Bürgersteigen.“

Nicht dass in Weimar mehr und wilder falsch geparkt wird als anderswo. Doch wie eingangs geschildert, es geht um die Minimierung der Gefahrenquellen und um Aufklärung, um eine gewisse Verkehrserziehung, die niemandem wirklich weh tut, solange man sich einsichtig zeigt. Für Unbelehrbare könnte es allerdings schon etwas unangenehmer werden, aber das sicher dann auch mit Recht. Damit niemand sagen kann, er habe nicht gewusst, dass es jetzt wieder einen Hilfspolizisten gibt, suchte Eidam zur Vorstellung des neuen Ordnungspolizisten zunächst einmal den Weg in die Öffentlichkeit.

Über dieses Medium wie auch über das offizielle Gemeindeblatt wird Heinrich den Mitbürgern vorgestellt. Einigen wird er dabei bekannt vorkommen, ohne dass diese gleich ein schlechtes Gewissen haben müssen. Denn Heinrich, hauptberuflich bei der Stadt Marburg tätig, wohnt in Niederweimar. Seine Aufgabe als Hilfspolizist in der Gemeinde Weimar nimmt er also als genehmigte Nebentätigkeit wahr.

Und Heinrich ist nicht nur dazu da, Verkehrssünder auf ihr Fehlverhalten aufmerksam zu machen, er wird in nächster Zeit vor allem bei der vorhandenen Beschilderung ganz genau hinschauen, ob diese wirklich ihre Wirkung erzielt oder ob sie überhaupt noch nötig ist oder durch eine andere Beschilderung verbessert werden kann.

Am Seepark wurde unter seiner Mithilfe schon die gesamte Beschilderung überarbeitet und neu gestaltet. See-Besuchern soll auf dem ersten Blick klar sein, wo sie parken dürfen und wo es nicht erlaubt ist, damit im Notfall der Rettungsweg ohne Hindernisse genutzt werden kann.

Natürlich wird Heinrich auch dort immer mal präsent sein, vor allem an heißen Tagen am Wochenende. „Das ist der Vorteil, hier zu wohnen, da kann ich mir meine Einsätze ganz nach Bedarf auch am Wochenende einteilen“, sagt Heinrich.

Übrigens: Für Geschwindigkeitskontrollen ist er nicht zuständig. Dafür ist die Gemeinde Weimar ja Mitglied im Ordnungsbehördenbezirk. Und mit dem Schutzmann vor Ort, Martin Agel, ist Harald Heinrich bitte auch nicht zu verwechseln, auch wenn sich die beiden kennen und auch schon gut zusammengearbeitet haben, wie Heinrich informiert.

Zu seinen Aufgaben gehört es natürlich auch, immer ein Auge auf die Ereignisse zu haben, die um ihn herum geschehen. Er nennt ein Beispiel. Immer wieder erlebe er es, dass erwachsene Radfahrer wohl aus Eigenschutz auf dem Bürgersteig fahren, dort aber selbst aufgrund ihrer Geschwindigkeit Fußgänger gefährden. „Erwachsene dürfen auf Gehsteigen nicht fahren, nur Kinder bis zwölf Jahren“, sagt Heinrich und erinnert daran, dass seit dem 1. April das Verwarnungsgeld für erwachsene Radfahrer, die den Gehsteig benutzen, auf zehn Euro angehoben wurde.

von Götz Schaub

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