Volltextsuche über das Angebot:

21 ° / 11 ° wolkig

Navigation:
Seelings Leidenschaft für Zweirädern

Bewegungsfreudiges Ehepaar Seelings Leidenschaft für Zweirädern

Helga und Tillo Seeling teilen eine Reihe gemeinsamer Hobbys: Schwimmen, Mundharmonika spielen und lange Zeit 
das Motorradfahren. Ihre größte Leidenschaft ist allerdings das Radfahren.

Voriger Artikel
„Die Kunst ist es, Ideen umzusetzen“
Nächster Artikel
Farbenfrohe Morgenstunden

Eine Augenweide: Das limitierte Jubiläumsmodell der Harley ­Heritage Springer mit viel – teilweise selbst kreiertem – Zubehör.

Quelle: Hartmut Berge

Argenstein. Die beiden Wahl-Argensteiner sind seit 51 Jahren verheiratet. Sie stammt aus Remscheid, er aus Eisleben. Beide wuchsen im Bergischen Land auf und beide betrieben dort Schwimmen als Leistungssport. „Erstmals über den Weg liefen wir uns im Remscheider Freibad, ich war dort Bademeisterin und er Gast“, erzählt Helga Seeling. Der Funke zwischen der damals 21-Jährigen und dem zwei Jahre jüngeren Wehrdienstleistenden sprang schnell über.

Helga und Tillo Seeling teilen eine Reihe gemeinsamer Hobbys: Schwimmen, Mundharmonika spielen und lange Zeit  das Motorradfahren. Ihre größte Leidenschaft ist allerdings das Radfahren.

Zur Bildergalerie

Vom Wasser konnten die beiden nicht ablassen: Als sie mit dem Leistungsschwimmen aufgehört hatten, absolvierten sie ihre Tauchlehrer-Ausbildung und gründeten einen Tauchclub.
Beruflich hatte die junge Frau ihr Auskommen: „An der Sporthochschule in Köln habe ich auch meine Prüfung als Schwimmlehrerin abgelegt“, berichtet sie.

13 Umzüge während des Berufslebens

Eine Rarität: Tillo Seelings maßgeschneidertes Fendt-Kardan-Rad mit selbst gefertigter Springer Gabel.

Quelle:

Während sie als Bademeisterin und in einem Lehrschwimmbad tätig war, lernte Tillo Seeling zunächst Bauzeichner, studierte dann Architektur und Städteplanung. Im Studium spezialisierte er sich auf die Planung und den Bau öffentlicher Hallen-Freibäder. Nach dem Hochschulabschluss arbeitete 
 er für zahlreiche Kommunen, zog mit der Familie 13 Mal um.

„Bei der Wohnungssuche war stets von entscheidender Bedeutung, dass man von dort aus gut Radfahren konnte“, sagt der heute 75-Jährige. Diesem sportlichen Hobby widmet sich die Familie schon seit den 70er Jahren, als Radfahren nicht gerade im Trend lag.

Seit 1976 wohnen die Seelings in Argenstein, haben dort ein Haus – selbstverständlich in der Nähe eines Radweges. „Von hier aus kann man bequem, 
ohne große Anstiege, in alle Himmelsrichtungen losfahren“, freut sich der rüstige Pensionär, der bis 1985 Marburgs Bäder­direktor war. Mit ihren beiden Tourenrädern im Gepäck sind sie mit dem Auto sehr oft unterwegs, um – per Pedes – schöne Landschaften zu erkunden.

A uf Harley umgestiegen, damit Helga es bequem hatte

Seit er im Besitz eines Führerscheins ist, hat Tillo Seeling eine weitere Leidenschaft, die er erst spät mit seiner Frau teilte: Er fährt Motorrad. In all den Jahren nannte er etwa zehn Maschinen sein eigen. Die erste war eine Horex, es folgten etliche BMWs. Der Marke blieb er fast 25 Jahre treu.

Die hatten aber einen Nachteil: Meine flotten Maschinen hatten immer Sitzbänke. 
Und die waren für eine Sozia nicht bequem“, sagt er. Weil er aber auch gerne seine Frau bei den Touren mitnehmen wollte, kaufte er eine Electra Glide mit einem Einspur-Anhänger.

1998 tauschte er die eine Harley gegen die andere ein: eine Heritage Springer. Das rare Jubiläumsmodell zum 95th Anniversary in „Midnight Red und Champagne Pearl“ hat er heute noch. Sie gilt als eine der schönsten Springer-Versionen, die Harley-Davidson jemals gebaut hat. Im Laufe der Jahre stattete er sie mit viel Zubehör aus.

Ein Handschalthebel und andere Accessoires erinnern an den Look der legendären Springer-Modelle der 1940er Jahre. „Auf Harley-Treffen hat er bei Wettbewerben schon so manchen Schönheits­
preis gewonnen“, berichtet 
Helga Seeling. Sie selbst kann aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr mitfahren.

Springergabel ist heute eher Kult

Eine der Besonderheiten der Heritage ist ihre Springergabel. Die Feder-Bewegung des Rades wird von zwei kleinen Schwingen über eine Bügelstrebe nach oben an eine Zugfeder übertragen, die sich gegen die Gabel­brücke am oberen Lenkkopf abstützt. Die Springergabel 
ist heute eher Kult und bietet nicht so viel Komfort wie eine Teleskopgabel.

Gleichwohl hatte der von ausgefeilter Mechanik faszinierte Tillo Seeling die Idee, eine solche Gabel auch in einem Fahrrad zu verbauen. Inzwischen hat er sich seinen Wunsch erfüllt. Als Basis diente eine weitere Rarität: Er ließ sich ein Fendt-Kardan-Fahrrad nach Maß fertigen.

Von 1980 an baute Peter Fendt 9 000 Kardanräder. 1987 verkaufte er sein Fahrradunternehmen. Seit 1998 ist das neue, völlig überarbeitete Modell des Fendt-Kardan-Fahrrades auf dem Markt, das nur auf Bestellung gebaut wird.
Für sein maßgeschneidertes Modell besorgte sich der Argensteiner alle nötigen Teile, die er für eine Springer-Gabel brauchte, und bediente sich dann in Marburg-Cappel professioneller Hilfe, damit alles perfekt passte. Nun ist er ganz stolz auf sein Kardan-Rad mit Springergabel, zusätzlich ausgestattet mit einem sehr komfortablen 50 Jahre alten in Holland gefertigten Sattel.

Wenn Tillo Seeling nicht gerade solo auf seinem Kardan-Rad oder seiner Harley unterwegs ist, dann unternimmt er mit seiner Helga gemeinsame Radtouren, geht mit ihr schwimmen, oder die beiden frönen einem weiteren Hobby: dem Musizieren beim Mundharmonika-Stammtisch Argenstein.

von Hartmut Berge

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr