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Schwerpunkte der Arbeit sind definiert

Eidam beginnt zweite Amtszeit Schwerpunkte der Arbeit sind definiert

Vor sechs Jahren begann Peter Eidam seine Arbeit als Bürgermeister. Dementsprechend beginnt heute seine zweite Amtszeit. Die beginnt er mit einem Urlaubstag, dann aber auch mit Planungen für die nächsten Jahre.

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Die Erste Beigeordnete Martina Klein und der Parlamentsvorsitzende Kurt Barth (rechts) führten in der letzten Parlamentssitzung 2016 Peter Eidam in seine zweite Amtszeit als Bürgermeister ein.

Quelle: Götz Schaub

Niederweimar. Klar kann sich Peter Eidam noch an seinen allerersten Tag als Bürgermeister der Gemeinde Weimar erinnern. Es war der 30. Dezember 2010. Dabei hatte er kaum Zeit, die Verwaltung in Augenschein zu nehmen, weil er viele Besucher empfing, die ihm zum Amtsantritt gratulieren wollten. Diese schönen Erinnerungen werden aber immer sehr schnell überlagert von jenen aus seiner ersten Arbeitswoche im Januar 2011, als die Feuerwehr im Hochwasser-Einsatz war.

„Das war eine knappe Sache damals, denn es stand zu einem Zeitpunkt zu befürchten, dass das Ohm-Rückhaltebecken geöffnet werden musste. Dazu kam es dann glücklicherweise nicht“, sagt Eidam. Jedenfalls war ihm schnell klar: „Die Arbeit unserer Wehren ist gar nicht hoch genug einzuschätzen.“ Er reihte sich damals in die Kette der Helfer ein, nahm und gab von Hand Sandsäcke weiter. Immer die selben Bewegungen in Dauerschleife. „Wenn man das mal eine halbe Stunde gemacht hat, weiß man, was körperliche Arbeit ist und wie fit unsere Feuerwehrleute sind.“

Jetzt also beginnt seine zweite Amtszeit. Vielleicht ein bisschen ruhiger als die erste? Möglicherweise körperlich. Aber sonst ganz sicher nicht. Es liegt viel Arbeit vor dem Bürgermeister. Trotzdem, für einen wichtigen Satz muss jetzt noch Zeit sein: „Ich bedanke mich sehr bei meinen Mitarbeitern in der Verwaltung für die gute Zusammenarbeit in den vergangenen sechs Jahren.“

Und auch für die Bürger hat er eine Botschaft: „Mein im Juli erzieltes Wahlergebnis ist mir eine große Motivation, mich weiter zum Wohle der Gemeinde einzubringen und das in mich gesetzte Vertrauen zu rechtfertigen.“

Die drei großen Fraktionen benennen ihre Erwartungen

Eidam weiß, dass jetzt einige Themen sehr konsequent angegangen werden müssen. Das formulierten auch die Gemeindevertreter in ihrer letzten Sitzung in diesem Jahr unmissverständlich. Insbesondere der Hochwasserschutz, die Sanierung von Gemeindestraßen und die Konzepte zur Zukunft der Bürgerhäuser sollen in den Mittelpunkt rücken. Die grundhafte Erneuerung der Obergasse in Oberweimar, die im Frühjahr fertiggestellt werden soll, wird von den Parlamentarier nur als Anfang verstanden. So führte Jost Kisslinger (CDU) in seiner Haushaltsrede aus: „Bei geschätzten 200 Straßen in Weimar und einer Abschreibungsdauer von 50 Jahren pro Straße sollten zum Substanzerhalt demnach vier Straßen jährlich saniert werden. Ansonsten werden die Lasten auf kommende Generationen verschoben.“ Er forderte deshalb, dass aus einer Prioritätenliste ein Straßenbauprogramm für die nächsten Jahre erstellt wird.

Auch die Haushaltsredner von SPD, Stephan Wenz, und von der Freien Bürgerliste Weimar, Winfried Laucht, legten dar, dass die drei Themen Hochwasserschutz, Bürgerhäuser und Gemeindestraßen, ergänzt um die Themen Wohnraum und mehr Bemühungen in der interkommunalen Zusammenarbeit, Priorität besitzen.

Eidam weiß um diese Forderungen. In Sachen Wohnraum sieht er es auch als nötig an, mit dem Regierungspräsidium Gießen über weitere Flächen für Baugebiete zu verhandeln. „Der Regionalplan schränkt uns da zu sehr ein“, sagt er.
Große Erwartungen setzt Eidam in das Mischgebiet in Roth, wo hinter dem Bankgebäude Apartmenthäuser mit Tiefgarage entstehen sollen. Darin sieht er auch ein Angebot an ältere Menschen in Weimar, denen vielleicht das Haus oder die Wohnung zu groß geworden ist, die aber gerne in Weimar bleiben möchten. Die frei werdenden Häuser, zumeist in den Ortskernen gelegen, könnten dann von jungen Menschen wieder mit Leben gefüllt werden. Als deutlichen Gewinn für das Miteinander auf allen Ebenen einer Gemeinde nennt Eidam die Organisationsuntersuchung mit allen dazugehörigen Workshops. „Das hat das Verständnis füreinander geschärft und eine angenehme Diskussionskultur geschaffen“, meint der Bürgermeister.

Bürgerinfo-Veranstaltung zum Thema „Carsharings“

Aber auch in dieser Diskussionskultur darf man natürlich weiterhin anderer Meinung sein und Kritik vorbringen. Das musste Eidam zuletzt auch zur Kenntnis nehmen. Denn seine Planung, den Fuhrpark der Gemeinde um zwei Elektro-Autos zu ergänzen, um in Sachen Erneuerbare Energien ein Zeichen zu setzen, kam bei den Parlamentariern mehrheitlich nicht so gut an.

Doch hat Eidam noch einen zweiten Pfeil zur Umweltentlastung im Köcher. So verspricht er sich von der Bürgerinfo-Veranstaltung am Freitag, 13. Januar, ab 18 Uhr im Rathaus zum Thema „Auto teilen, gemeinsam mobil in Weimar“ einen Impuls für die Idee des „Carsharings“.

Generell sei er ein Befürworter, Dinge neu zu betrachten und anzugehen. Als jüngstes Beispiel nennt er die gelungene Initiative der Feuerwehr in diesem Sommer zur Werbung von Nachwuchskräften. „Der Aktionstag war trotz des schlechten Wetters ein absoluter Erfolg. Wir konnten so mehr als 30 Kinder für die Jugendfeuerwehr gewinnen.“

Wenn nun auch keine weiteren Sanierungen von Gemeindestraßen im Haushalt 2017 stehen, wird es einige Bautätigkeiten in der Gemeinde geben. Wichtig ist Eidam der Fortgang des Rückbaus der Bundesstraße im Ortskern von Niederweimar sowie die Entwicklung der Infrastruktur des Freilichtmuseums Zeiteninsel. Zudem soll der Kreisel vor Niederwalgern gebaut werden, der von Wenkbach aus eine Zuwegung direkt ins Gewerbegebiet und zum Bahnhof bringen soll.

von Götz Schaub

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