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Schuldenfrei, aber nicht frei von Sorgen

Bürgerversammlung Schuldenfrei, aber nicht frei von Sorgen

„Die Gemeinde Ebsdorfergrund hat mehr Rücklagen als Schulden. Sie ist quasi schuldenfrei“, freute sich Bürgermeister Andreas Schulz auf der Bürgerversammlung, die jährlich zwischen den Jahren einberufen wird.

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Seit vielen Jahren belastet der Verkehr die schmale Ortsdurchfahrt von Heskem. Schon viele Politiker überzeugten sich davon direkt vor Ort.

Quelle: Archivfoto

Heskem. 30 Bürgerinnen und Bürger nutzten die Gelegenheit, den Bericht des Bürgermeisters anzuhören und Fragen an den Gemeindevorstand zu stellen.

Die Gemeinde Ebsdorfergrund habe gesunde Finanzen, aber es werde in Zukunft nicht einfacher, sagte Bürgermeister Schulz. Die Attraktivität der Gemeinde müsse gewährleistet werden und auch die Bürger sollten für ihre Unterstützung und Mitwirkung etwas davon haben. So würden auch im nächsten Jahr die Grund- und Gewerbesteuer nicht erhöht und die Müllgebühren gesenkt werden.

Auch sei es wichtig, neue Einnahmemöglichkeiten zu erschließen, so der Bürgermeister, und stellte besonders die Nutzung erneuerbarer Energien in den Fokus. „Wir möchten die Erschließung der erneuerbaren Energieformen nicht Dritten überlassen, sondern das Geld selber verdienen und damit das Ziel einer energieautarken Gemeinde bis 2020 erreichen“, sagte Andreas Schulz.

Deswegen bat er die Waldbesitzer, sich an die Gemeinde zu wenden für eine Nutzungsmöglichkeit ihrer Flächen. Die Gemeinde Ebsdorfergrund habe parteiübergreifend den Beitritt zur Energiegesellschaft Lumdatal GmbH beschlossen, zu der nun zehn Gemeinden gehörten. Damit eröffneten sich viele Möglichkeiten, beispielsweise könnten durch einen Eigenanteil von 100000 Euro drei Windräder finanziert werden.

Ortsumgehung: „26 Jahre Warten sind genug“

„Die Ortsumgehung Heskem-Mölln ist das wichtigste Projekt der Gemeinde Ebsdorfergrund“, so Bürgermeister Andreas Schulz. „Die Gemeinde wird den Bau der Straße vorfinanzieren, da im Haushalt 2013/2014 kein Geld dafür vom Land festgesetzt wurde, ein Angebot an das Land Hessen liegt vor.“ Der Planfeststellungsbeschluss müsse vom Verkehrsminister unterschrieben werden, danach bestehe Baurecht. Auch mit diesen Investitionen zur besseren Erschließung, Verhinderung von Leerständen bei den Ortsdurchfahren sowie dem geplanten Bau eines neuen Gewerbegebiets könnte die Gemeinde Einnahmen erschließen. Bei der Vorfinanzierung wäre der Zinsverlust weniger als die Mehreinnahmen, so der Bürgermeister.

Die Bürger stellten viele Fragen, beispielsweise, ob bei der Planung der Ortsumgehung der Busverkehr berücksichtigt wurde. Durch den Zuwachs an Schülern am Standort der Gesamtschule Heskem habe der Busverkehr durch den Ort immens zugenommen.

Bürgermeister Schulz stellte eine Verlegung des Busbahnhofes in Aussicht, was aber erst nach der Sicherstellung des Baus der Umgehung beim Schulträger, dem Landkreis Marburg-Biedenkopf, geprüft werden könne. „Der Bau der Ortsumgehungsstraße ist für eine Verkehrsentlastung der erste Schritt“, sagte der Bürgermeister.

Grundbad Heskemsoll erhalten werden

Auch zum hatten die Bürgerinnen und Bürger Fragen. Bürgermeister Andreas Schulz machte ganz deutlich, dass trotz Investitionen und Modernisierungsmaßnahmen die Besucherzahlen zurückgegangen seien.

Er sah als Grund die Spaß- und Freizeitbäder der Umgebung an. „Im Moment steht der Erhalt des Schwimmbades nicht zur Disposition. Schulschwimmen, Kurse für Schwimmanfänger, Freizeitschwimmen - all das ist wichtig und muss erhalten bleiben. In unserem Landkreis gibt es nicht so viele Alternativen, wir haben keine große Seenlandschaft oder ein Überangebot an Schwimmbädern.“ Aber er machte auch deutlich, dass bei zukünftigen größeren Investitionen der Gemeinde über das Sorgenkind „GrundBad“ neu nachgedacht werden müsse.

von Anja Lagerwerf

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