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Schüler ziehen an einem Strang

Erste Waldjugendspiele Schüler ziehen an einem Strang

Das Forstamt Kirchhain hatte zu den ersten Waldjugendspielen in den Roßberg umgebenden Staatswald eingeladen. Die rege Nachfrage der Schulen bestätigte das Interesse an dieser erstmaligen Aktion.

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Baumstämme ziehen, mit der Säge in Scheiben schneiden oder das Holz stapeln: Die Schüler der Gesamtschule Ebsdorfergrund haben erfolgreich bei den ersten Waldjugendspielen teilgenommen.

Quelle: Henkel

Roßberg. Von den angeschriebenen 30 Schulen im Landkreis Marburg-Biedenkopf hätten nach Rückmeldung gerne 20 von ihnen an dem außergewöhnlichen Projekt teilgenommen. Schließlich war dies aus organisatorischen Gründen nur für 13 möglich, erläutert Peter Becker, Revierförster im Forstamt Kirchhain. Die viertägige Aktion des Forstamts Kirchhain fand auch vor dem Hintergrund des 25-jährigen Jubiläums des Waldjugendheims Roßberg statt.

Die Natur als Lernort ist im Zeitalter von Internet aus der Mode gekommen. Umso wichtiger sei es, diesem Trend gegenzusteuern und einen unmittelbaren Kontakt zur Natur wiederherzustellen, dachte sich Waldpädagogik-Förster Florian Zlim. Zusammen mit Susi Weißleder, die ihr freiwilliges Ökologisches Jahr im Forstamt Kirchhain absolviert, trieb er die Planungen für die Waldjugendspiele zielstrebig voran.

Zehn Stationen entlang des Rundweges

Beide hatten sich zehn Stationen ausgedacht, an denen sich Natur nicht nur erleben ließ, sondern auch viel praktisches Handeln und theoretisches Wissen vermittelt werden konnte. Alle Stationen waren an einem 1,5 Kilometer langen Rundweg, zum Teil durch unwegsames Gelände rund um den Mooracker gelegt, den die Schüler in halber Klassenstärke durchlaufen mussten.

Da schlug den Schülern beim Wechsel der Stationen mitten durch das Unterholz schon mal unsanft ein Zweig ins Gesicht, oder ein Schuh blieb im matschigen Untergrund hängen. Doch ausnahmslos alle Schüler waren mit Neugier und vollem Einsatz bei der Sache, bestätigte Becker, der inzwischen langjährig im Ebsdorfergrund beheimatet ist. An einer der Stationen galt es, einen Baumstamm mit vereinten Kräften, ähnlich einem Rückepferd, eine gewisse Strecke voran zu ziehen. Was zunächst schwierig aussah, gelang schließlich allen Gruppen auf Anhieb. Auch das Schichten von Holz zu einem Stapel war ein weiterer, körperlich anstrengender Teil der verschiedenen Aufgabenstellungen. Eher abenteuerlich der Tiersuchpfad, wo Tiere des Waldes und Wildtiere versteckt waren, gefunden und benannt werden mussten.

Schüler puzzlen, sägen und vermessen

Eine eher kniffelige Aufgabe war das Baumzweigepuzzle, bei dem acht verschiedene Baumarten mehrfach zerschnitten wieder richtig geordnet aneinandergelegt werden mussten. Bei der „Stockmethode“ galt es, die Baumhöhen nach erster Schätzung richtig zu vermessen.

Viele Schüler hatten beim Sägen mit einer Bügelsäge wohl erstmals so ein Handwerksgerät in der Hand. Bei dieser Station galt es, 250 Gramm große Scheiben von einem Baumstamm abzusägen und anschließend zu wiegen. Für alle diese Aufgaben gab es Punkte, die addiert eine Tagessiegergruppe ergaben. Am Ende bekam jeder Teilnehmer eine Urkunden.

„Wir hatten an diesen vier Tagen jeweils zehn Mitarbeiter des Forstamts im Einsatz“, berichtete Peter Becker über den Aufwand, den das Forstamt betrieb. Viele der Stationen hatten eine Aufgabenstellung, die die Schüler stark motivierte. Aber eben noch nicht alle. Da gilt es, sich bei den zweiten Waldjugendspielen noch zu verbessern, meinte Becker abschließend.

von Heinz-Dieter Henkel

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