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Schüler erneuern Holzsteg

Praxisprojekt in Wolfshausen Schüler erneuern Holzsteg

Das Kennenlernen der deutschen Arbeitswelt und praktische Erfahrung in einem Berufsfeld zu sammeln, das waren die Ziele eines Bauprojekts beim Kreisjugendheim in Wolfshausen.

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Jwan Alhagi (links) und Ahmet Koro waren zwei der Jugendlichen, die am Bauprojekt Erfahrungen sammelten.

Quelle: Heiko Krause

Wolfshausen. „3x5 – ein Praxisprojekt rund ums Bauen mit unterschiedlichen Materialien“ war der Titel des fünftägigen Programms, das im Rahmen der Berufsorientierung in Kooperation der Sophie-von-Brabant-Schule und dem Verein zur Förderung bewegungs- und sportorientierte Jugendsozialarbeit (bsj) als Träger der Bildungsstätte, an dem 16 Jugendliche im Alter zwischen 13 und 16 Jahren teilnahmen.

Wie Jannis Gerling vom bsj berichtete, führe der zwölf Jahre alte Steg auf dem Gelände zu pädagogisch genutzten Niedrigseilelementen und sei nach der Zeit sanierungsbedürftig gewesen. Im Rahmen der Fördermöglichkeiten der Berufsorientierung seien bei der Universitätsstadt Marburg und der Agentur für Arbeit Mittel beantragt worden, ergänzte bsj-Bildungsreferentin Susanne Kaiser, darüber hinaus habe die Firma ALEA sämtliche Maschinen und Werkzeuge kostenfrei zur Verfügung gestellt.

Von der Intensivklasse in den Regelunterricht

Laut Lehrerin Susann Höhbusch besuchen die Jugendlichen derzeit noch die beiden Deutsch-Intensivklassen, ab September werden sie dann den Regelunterricht besuchen. Alle streben mindestens den Real­schulabschluss an, manche auch das Abitur. In der Schule ist das Projekt vorbereitet worden, und auch die Berufsberatung der Agentur für Arbeit war vor Ort.

Gerling verwies darauf, dass die Jugendlichen aus ihrer Heimat häufig gänzlich andere Arbeitswelten kennen. Ziel ist es daher, sie an deutsche Gepflogenheiten mit den üblichen Arbeitszeiten heranzuführen. Angeleitet von qualifizierten Mitarbeitern erhielten sie Einblicke in klassische Arbeitsfelder.Die meisten kämen aus Syrien, so Höhbusch, und dort sei es beispielsweise nicht üblich, dass Mädchen in Handwerksberufen arbeiten, deshalb sollten gerade ihnen auch die Möglichkeiten in Deutschland vermittelt werden.

Berufsfeld des Schreiners und Zimmermanns

Vor allem die Älteren unter den geflüchteten Jugendlichen  haben nicht mehr viel Gelegenheit für Praktika, hob Höhbusch hervor. Deshalb sei extra ein bestimmtes Berufsfeld ausgesucht worden, nämlich das des Schreiners und Zimmermanns. Auf dem Programm standen während der Arbeitswoche ein Besuch des Sägewerks Holz-Schmidt in Schönstadt und bei Holzbau Jasky in Wolferode. Ein Höhepunkt war die Teilnahme an einer Holzfällung, was laut Kaiser der Revierleiter des hessischen Forstamts Cappel, Rainer Hellwig, ermöglicht hat, der den Baum zur Verwendung des Projekts zur Verfügung stellte.

Alle Teilnehmer konnten mit den Werkzeugen selbstständig arbeiten und am Freitag dann das fertige Objekt übergeben. Anstrengend war es, so die Schülerinnen und Schüler, aber es habe viel Spaß gemacht. Das hob auch der 16-jährige Jwan Alhagi aus Syrien hervor. „Ich habe viel gelernt, sägen, schrauben und wie die Werkzeuge genutzt werden“, erzählte er. Aber beruflich wolle er sich dann doch anders orientieren. Gerade die Teamarbeit war laut Aussage seiner Lehrerin wichtig. Als Flüchtlinge seien die jungen Leute als Einzelkämpfer nach Deutschland gekommen. Und etwas gemeinsam geleistet zu haben, sei für die Persönlichkeitserfahrung wichtig.

von Heiko Krause

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