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Schüler bescheren Flüchtlinge

Weihnachtsfeier Schüler bescheren Flüchtlinge

Im November hatte die Regenbogenschule Ebsdorf-Leidenhofen einen Spendenlauf veranstaltet. Die Gemeinde Ebsdorfergrund und die Schule organisierten vom Erlös ein Weihnachtsfest.

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Die Schüler überreichten die Geschenke, Umschläge mit je 20 Euro für die Erwachsenen und altersgemäße Geschenke für die zehn Kinder.

Quelle: Manfred Schubert

Ebsdorf. „Wir wollen zusammen Weihnachten feiern, denn Weihnachten bedeutet Frieden auf Erden. Das haben die Engel in Bethlehem bei der Geburt Jesu für alle Menschen verkündet. Die Geschichte steht in der Bibel und auch im Koran. Liebe Kinder, eure tolle Aktion des Spendenlaufs ist eine Aktion für den Frieden“, betonte Elisabeth Newton, die Erste Beigeordnete der Gemeinde, als sie die etwa 200 Gäste im Bürgerhaus begrüßte.

„Es ist nicht nur das Geschenk als solches, sondern auch das aufeinander Zugehen, auf Menschen, die in unserer Gemeinde leben, die alles verloren haben, Familie, Heimat, Beruf und Besitz, und nun ganz von Neuem wieder beginnen müssen. Sie brauchen unsere Unterstützung und Freundschaft“, fuhr sie fort, während Nazir Raja und Mohamad Jano ins Arabische übersetzten.

Ein Fest für alle Religionen

Bürgermeister Andreas Schulz lobte die musikalische Begrüßung durch die Schüler, denn Musik sei eine Sprache, die man weltweit verstehe. „Wir haben Gäste in der Gemeinde und möchten sie so behandeln, wie wir als Gäste behandelt werden möchten. Alle Menschen sind nur Gäste auf der Erde“, sagte er und erklärte, man feiere Weihnachten, das Fest der Christen, aber Judentum, Islam und Christentum hätten einen gemeinsamen Ursprung und einen Gott, daher könne man gemeinsam feiern. Er überreichte Newton das erste Geschenk, denn diese kümmere sich stellvertretend für ihn und die Gemeinde um die Flüchtlinge.

Vertreter des Schülerparlaments der Regenbogenschule Ebsdorf-Leidenhofen berichteten kurz, wie die Idee entstand, zur Unterstützung der Flüchtlinge einen Spendenlauf zu veranstalten. Bei dem von den Schülern mitorganisierten Lauf im November seien mehr als 1500 Euro zusammengekommen. Mit einem Teil des Geldes wolle man, wie von der Gemeinde vorgeschlagen, an diesem Tage gemeinsam feiern und Geschenke überreichen, den Rest erhalte Newton, um damit dringend benötigte Dinge wie Medikamente oder Schulmaterialien für die Flüchtlinge zu kaufen.

Schüler überreichen die Geschenke

Die Schüler sangen weitere Weihnachtslieder, eine Musikgruppe spielte auf Flöten und Geige. Schließlich kam es zum Höhepunkt, der Bescherung.  Zurzeit leben 50 Flüchtlinge in den Ortsteilen der Gemeinde, von denen die meisten aus Syrien stammen, vier aus Äthiopien, zwei aus dem Irak, einer aus Pakistan. Jeder wurde namentlich aufgerufen, und die Schüler überreichten ihnen individuell gestaltete Umschläge mit je 20 Euro für die Erwachsenen und altersgemäßen Geschenken für die zehn Kinder.

Jeder Umschlag enthielt einen handgeschriebenen Brief, eine Schülerin las den Text vor: „Herzlich willkommen im Ebsdorfergrund. Wir freuen uns, dass ihr bei uns eine Wohnung bekommen habt. Es ist traurig, dass ihr euer Land, eure Familie und euer gewohntes Leben verlassen musstet. Wir hoffen, dass ihr keine Angst mehr haben müsst. Wir wünschen euch ein sicheres und friedliches Leben. Eure Regenbogenschule in Ebsdorf!“ Eine Übersetzung auf Englisch und Arabisch war beigefügt.

Außerdem standen eine Menge Spenden, vor allem Kleidung und Spielsachen, auf Tischen bereit, an denen sich die Flüchtlinge bedienen konnten. Soweit es die Sprachkenntnisse zuließen, hatte man Gelegenheit, sich bei Getränken und Plätzchen zu unterhalten und näher kennenzulernen.

von Manfred Schubert

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